Umweltskandal in der Sauer

02. Oktober 2014 16:37; Akt: 02.10.2014 16:56 Print

«Den Bauern fehlen häufig die Alternativen»

LUXEMBURG – Déi Gréng machen den Ackerbau für die Verschmutzung des Stausees verantwortlich. Die Landwirtschaftskammer wehrt sich.

storybild

Nach der Verschmutzung der Sauer gerät der flächendeckende Einsatz von Spritzmitteln in der Landwirtschaft wieder in die Kritik. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Landwirtschaftskammer weist die Vorwürfe von Déi Gréng in Zusammenhang mit dem Umweltskandal in der Sauer zurück. «Wir haben in den vergangenen Jahren bei den Luxemburger Landwirten intensiv für einen sorgsamen Umgang mit Spritzmitteln geworben. Der geforderte bessere Umweltschutz findet bereits statt», sagt deren Generalsekretär Pol Gantenbein zu L’essentiel. Gréng-Parteipräsident Christian Kmiotek hatte zuvor für einen umweltfreundlicheren Ackerbau in Luxemburg plädiert. Es könne nicht sein, dass die Landwirte das Trinkwasser mit Pestiziden vergiften.

Dass Agrarchemikalien offenbar schon seit Jahren in den Obersauer Stausee fließen, muss aber nicht unbedingt mit der Landwirtschaft zusammenhängen, sagt Gantenbein. «In der Region um den Stausee gibt es nur wenig Ackerbau», so der Sprecher. Die Verschmutzung könnte also durchaus andere Gründe haben: «Man muss zum Beispiel auch sehen, dass zwei Drittel des Einzugsgebiets des Stausees in Belgien liegen.» Man wolle dem Nachbarland aber keinesfalls die Schuld in die Schuhe schieben. «Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst. Natürlich könnten manche Bauern noch sorgsamer mit ihren Spritzmitteln umgehen. Häufig fehlen ihnen bei der Unkrautbekämpfung aber auch die Alternativen». Im Rapsanbau gibt es neben Metazachlor zum Beispiel nur sehr wenige andere wirksame Herbizide, auf die Bauern zurückgreifen können. Ein weiteres Problem ist laut Gantenbein, dass die Umweltschädlichkeit von manchen Produkten erst nach einigen Jahren zu Tage trete.

Die Landwirtschaftskammer will sich der Debatte um einen wirksameren Schutz des Trinkwassers aber keinesfalls verschließen. «Wir stehen mit dem Amt für Wasserschutz sowie den Trinkwasserversorgern im steten Austausch und sind auch in Gesprächen über strengere Wasserschutzvorschriften rund um den Stausee», erklärt Gantenbein. Wer für die Verunreinigung des größten luxemburgischen Trinkwasserreservoirs wirklich verantwortlich ist, werde sich erst in ein paar Wochen nach Abschluss aller Untersuchungen zeigen.

(jt/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.