Luxemburg

04. Mai 2020 10:51; Akt: 04.05.2020 10:58 Print

Der erste Schultag unter besonderen Bedingungen

LUXEMBURG – Keine Küsschen, keine Umarmungen, kein Drängeln: Nach zwei Monaten kehren die Schüler des Abschlussjahrgangs am Montag in ihre Klassen zurück.

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Dieser Montagmorgen war quasi wie der Beginn eines neuen Schuljahres. Nach zwei Monaten Ausgangsbeschränkung statt Schulunterricht waren die Gymnasiasten des Landes, die diesen Monat ihre Abschlussprüfungen ablegen, zum ersten Mal wieder in der Schule. Nur ist diese unter den Bedingungen der aktuellen Gesundheitskrise nicht mehr dieselbe.

An den beiden Eingängen zum Gebäude des «Lycée Athénée de Luxembourg» zeigten Schilder die «Einbahnstraße» an, die die 180 Schüler (eigentlich sind es insgesamt 1550 Schüler) nehmen mussten, um zu ihren Klassenzimmern zu gelangen. Vor jedem Raum wurden ihnen Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. «Am Dienstag werden sie wiederverwendbare Stoffmasken erhalten», sagte Schuldirektor Claude Heiser. Beim Forum Geesseknäppchen könnten sich die Schulen mit Masken und Desinfektionsmittel, die vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellt werden, eindecken.

Ängstlich und glücklich

Die Schülerinnen und Schüler kamen allein oder in kleinen Gruppen von drei bis vier Personen auf dem Schulvorplatz an. Kein Schieben oder Drängeln auf den Gängen, keine Umarmungen. Nichts von dem üblichen Trubel. Die Stimmung der Schülerinnen und Schüler reichte von Freude bis hin zu Ängsten. «Ich bin mit dem Auto gekommen, ich fahre nicht mehr so gerne mit den Bussen. Vor allem, da ich bei meiner Großmutter wohne, mache ich mir Sorgen», gestand Kamiel.

«Ich freue mich, meine Freunde wiederzusehen. Das ist alles, was wir noch haben. All die kleinen Freuden des Abschlussjahres - die Partys nach den Prüfungen, der Abschluss - sind uns genommen worden. Also genießen wir diese kleinen Momente», sagte Joana. Für Vicky und Maria ist es eine gute Gelegenheit, den Lehrern vor den Prüfungen die letzten Fragen zu stellen «und ein bisschen rauszukommen». «Ich hatte es satt, die ganze Zeit zu Hause zu sein. Ich verstehe mich gut mit meiner Familie, aber nach einer Weile wird es zu einer Belastung. Zumindest können wir für ein paar Stunden hinausgehen», fügte Maria hinzu.

Aufgeteilt in verschiedene Gruppen werden sie zwischen 8 und 12 Uhr am Unterricht teilnehmen, wobei die vom Bildungsministerium auferlegten Maßnahmen zur sozialen Distanzierung eingehalten werden. Sobald sie sich im Abstand von zwei Metern auf ihren Bänken niedergelassen haben, können sie ihren Mundschutz abnehmen. Am Montag, den 11. Mai, werden die übrigen Schüler wieder zur Schule gehen. Auch sie werden in Gruppen eingeteilt, um eine Überfüllung zu vermeiden.

(Ana Martins/L'essentiel)

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