Weinlese an der Mosel

22. September 2020 12:43; Akt: 22.09.2020 12:58 Print

«Der Jahrgang 2020 wird fantastisch»

SCHENGEN - In den Weinbergen im Südosten Luxemburgs ist die Ernte in vollem Gange und die Winzer sind optimistisch. Die Trockenheit und Corona machen ihnen jedoch zu schaffen.

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Dutzende Erntehelfer tummeln sich am Dienstagmorgen in den Weinbergen in Schengen. Sie tragen die Trauben eines Jahrgangs zusammen, der überaus vielversprechend ist. «Die Qualität in diesem Jahr ist an der ganzen Mosel fantastisch», sagt Joey Gloden, der Präsident der Domaines Vinsmoselle, optimistisch. Die hohen Temperaturen und der viele Sonnenschein ließen die Trauben in diesem Jahr besonders gut reifen.

Dass die geerntete Menge 2020 im Vergleich zu den Vorjahren doch klar kleiner ausfällt, sei kein Problem. André Mehlen vom Luxemburger Weinbauinstitut (IVV) erklärt: «Wir erwarten in diesem Jahr etwa 30 Prozent weniger Wein als sonst. Insgesamt werden wir neun bis zehn Millionen Liter produzieren. Allerdings sind die Keller der Winzer ohnehin noch voll.» Die Überschüsse stammen aus dem letzten Jahr – viele Winzer sind wegen der Corona-Pandemie und ihren Folgen auf ihrem Wein sitzen geblieben. Kein Wunder: Die Gastronomie war wochenlang geschlossen, Weinmessen wurden abgesagt, privat wurde deutlich weniger gefeiert. «Die Winzer haben im vergangenen Geschäftsjahr nur halb so viel verkaufen können wie in anderen Jahren.»

Wetterextreme werden immer häufiger

Die geringe Ausbeute liegt nach Angaben Mehlens an der Trockenheit: «Es hat immer wieder Abschnitte gegeben, in denen es überhaupt nicht geregnet hat. Spätsommer und Frühherbst sind auch wieder sehr trocken ausgefallen.» Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre habe die Arbeit der Weinbauern unberechenbar gemacht.

«Wir haben immer häufiger Wetterextreme. Beispielsweise wird ein relativ warmes Frühjahr plötzlich von Frost unterbrochen und zerstört einen Teil der Triebe. Die Trockenphasen werden immer länger. Dann gibt es aber auch Abschnitte mit heftigen Niederschlagsmengen.» Werde dieses Klima zum Normalzustand müssten die Winzer gegebenenfalls auf Reben umsatteln, die sonst eher in südlicheren Ländern genutzt werden.

«Plan B» für die Weinlese

Erntehelfer für die Weinlese zu finden sei kein Problem gewesen – trotz der Corona-Krise. «Wir konnten ganz normal auf die Helfer aus Osteuropa zurückgreifen», sagt Mehlen . Allerdings hatten die Winzer von den Mosel auch einen «Plan B» in der Hinterhand: «Für den Fall, dass das nicht geklappt hätte, standen 300 Helfer bereit, die von der Adem ausgesucht wurden.»

Premierminister Xavier Bettel und Landwirtschaftsminister Romain Schneider waren am Dienstag ebenfalls bei der Weinlese in Schengen zu Gast. Bettel erklärte, dass es für die Winzer überaus wichtig sei, den Nachwuchs für den Beruf zu begeistern. Selber sei Bettel schon immer dem Weinbau verbunden gewesen, da sein Vater Weinhändler war. «Früher habe ich mehr Wein ausgeliefert als getrunken. Mittlerweile hat sich dieses Verhältnis verschoben», so der Premier.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean-Paul am 22.09.2020 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry ... noch nie wurde Wein gelesen ... Trauben werden gelesen. Es sollte also Traubenlese heissen ;-))

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean-Paul am 22.09.2020 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry ... noch nie wurde Wein gelesen ... Trauben werden gelesen. Es sollte also Traubenlese heissen ;-))

    • Sorry... Jean-Paul am 22.09.2020 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Das sieht der Duden anders. Und heißen schreibt man mit ß... ;)

    • Wein Horst am 22.09.2020 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      Aber Bücher werden doch gelesen, und Wein geerntet, oder?

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