Corona in Luxemburg

26. November 2021 06:59; Akt: 26.11.2021 07:03 Print

«Die Botschaften werden immer aggressiver»

LUXEMBURG – Santé-Direktor Jean-Claude Schmit spricht über die Maßnahmen, die derzeit geprüft werden, und die Spannungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat.

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Santé-Direktor Jean-Claude Schmit spricht über den aktuellen Stand der Pandemie in Luxemburg. (Bild: Editpress/Julien Garroy)

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L'essentiel: Welche Maßnahmen sind geplant, wenn sich die Corona-Situation verschlechtert?

Jean-Claude Schmit: Es gibt verschiedene Überlegungen. Über das Tragen von Masken, das sehr wirksam ist, den CovidCheck, bis hin zu Telearbeit oder einer eventuellen Verallgemeinerung des CovidChecks in der Berufswelt. Es gibt viele Möglichkeiten, aber noch ist nichts entschieden. Wir passen uns der Situation an, bis zur letzten Minute. Das Gesetz ändert sich am 18. Dezember.

Ist Luxemburg zu diesem Zeitpunkt von der ganz großen vierten Welle verschont geblieben?

Neben den Impfungen gibt es dafür mehrere Erklärungen. Die Beibehaltung von Maßnahmen wie Masken in Verkehrsmitteln und Geschäften, die andere Länder abgeschafft hatten, der CovidCheck oder die regelmäßigen Tests in den Schulen. Dadurch können wir Infektionen bei Kindern, in denen das Virus stark zirkuliert, frühzeitig erkennen. In vielen Ländern wird das nicht entdeckt. All das führt dazu, dass wir die Situation noch relativ gut unter Kontrolle haben. Aber auch bei uns kann es aus dem Ruder laufen.

In vielen Ländern wird über die Auffrischungsimpfung diskutiert. Wird sie alle sechs Monate nötig sein?

Ich denke nicht. Bei zwei Impfungen, vor allem bei älteren Menschen, nahm die Immunität mit der Zeit ab, weshalb die Auffrischungsimpfung vorgeschlagen wurde. In vielen Fällen (Tetanus, Hepatitis B) umfasst die Grundimmunisierung drei Injektionen. Das ist ziemlich banal. Es ist nicht überraschend, dass man auch bei dieser Krankheit drei Injektionen braucht, um eine Immunität zu entwickeln, die dann länger anhalten kann.

Werden die Impfstoffe an die vorherrschenden Varianten angepasst?

Das ist eine laufende Diskussion. Die Firmen arbeiten an Impfstoffen, die besser an den derzeit zirkulierenden Virusstamm angepasst sind. Sie beschäftigen sich auch mit den Fragen, ob man in den kommenden Monaten auf einen anderen Impfstoff umsteigen oder bei dem Basisimpfstoff bleiben soll, der immer noch eine sehr gute Wirkung zeigt. All dies wird derzeit evaluiert.

Fühlen sich die Geimpften zu sicher?

Manche schon ein bisschen. Angesichts der neuen Welle möchten wir auf die Sicherheit hinweisen, die der CovidCheck bietet. Es ist eine zusätzliche Sicherheit, die man auf freiwilliger Basis haben kann, indem man in bestimmten Situationen trotzdem eine Maske trägt oder sich selbst testet, bevor man einen Ort betritt, an dem ein Übertragungsrisiko bestehen könnte. Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür und wir werden Familientreffen mit gefährdeten Personen abhalten. Warum sollte man nicht vor dem Essen einen Schnelltest machen?

Denken Sie, dass Ungeimpfte noch überzeugt werden können?

Zum Teil ja, schließlich lassen sich jeden Tag noch neue Menschen impfen. Aber ihre Zahl ist ziemlich gering. Ich glaube leider, dass wir noch mehr Zwang brauchen werden. In einigen Ländern wird immer offener über eine Impfpflicht gesprochen. Ich bin mir nicht sicher, ob es zu diesem letzten Schritt kommen wird, aber wir werden dieser Diskussion nicht ausweichen können.

Sind Spannungen wie im Ausland zu befürchten?

Solche Situationen sind zu befürchten. Die Botschaften, die wir erhalten, werden immer aggressiver. Die Menschen sind müde und erschöpft. Sogar die Geimpften, die sich fragen, warum sie Einschränkungen hinnehmen müssen, weil eine Minderheit sich nicht impfen lassen will. Die Spannungen in der Gesellschaft steigen auf beiden Seiten.

Wurden Sie bedroht?

Es gab einen sehr heftigen Angriff auf meine Person in den sozialen Netzwerken. Überraschenderweise haben mehrere Personen spontan Anzeige erstattet und die Vorfälle der Staatsanwaltschaft gemeldet. Ich musste das nicht tun. Es gab eine Solidaritätsbewegung um mich herum. Die Gesundheitsministerin wird auch mit Kommentaren ins Visier genommen, die man nicht mehr hinnehmen kann.

Haben Sie jemals daran gedacht, das Handtuch zu werfen?

Ja, ja. Natürlich. Jeder, der an dieser Krise beteiligt ist, hatte Momente, in denen er dachte, dass es keinen Sinn macht. Aber es ist ganz normal, dass es Momente gibt, in denen man entmutigt ist. Dann reißt man sich zusammen und macht seine Arbeit.

(nm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JOHNNY am 26.11.2021 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sait weini dreiht de CovidCheck zur Secherheet bäi wann dei Geimpften/Genesen ouni Mask ronderemlaafen a keen Abstand anhalen? Wou kommen dei Neiinfektiounen wuel hier? Jiddefall net duerch dei NEGATIFGETESTEN Ongeimpften!!

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  • Welby am 26.11.2021 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht dach wanneschglift déi iwwerflësseg Partien zou. Notamment Chrëschtmaart... do si se zwar 3G gecheckt, awer leider ass do zevill Vollek op enger Plaz an ouni Mask... All Veranstaltung misst erëm limitéiert ginn mat der Zuel vu Leit an de Mask misst och bäi 3G obligatoresch bleiwen. Ech ginn haut méng 3. Impfung sichen, ginn awer nët op déi Masseveranstaltungen.

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  • halop am 26.11.2021 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    alles waat hei am Artikel erklärt ged humer schon oft geliést! Den Virus as enun emol do, aweerd och nach lang bleiwen. Wann Menschen hier Arbecht machen an bedroht gin, as daat en Zeechen dass et mat eiser Gesellschaft de Bierg eroof geht, an daat Mental.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Octopus am 26.11.2021 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et war an et ass ganz einfach, Ween d'Leit net test geimpft an ongeimpft, tappt am donklen, an kann net dei richteg Moßnahmen huelen. Ganz einfach, an fir dat ze wessen muss ee keen Dokter an keng Inteligenzbestie sin. Dat wär jo debil inkompetenz, a vus dat Ech deenen Leit dat net well ennerstellen, kann eng hausse vun den Infektiounen an d an Kaaf huelen vun Doudegen just gewollt sin. An dat as vill mei schlemm wei debil Inkompetenz, dat geif un versichtenen Doutschlaag grenzen.

  • Aarbechtsdeier am 26.11.2021 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eis Regierung an Santé mat deem super Dr. Schmit vertinn guer neischt Obwuel den Dr. Vun deenen am meeschten verstet mee awer och hien ass ganz weit vun der Realiteit ewech an allenguerten hun se Menschen Verständnis eeei an Eistreich dem Vollek een Lockdown opzerngen an dann awer selwer feieren goen esou eeei eisen mega Spetzenplagiat Premier

    • kaabes am 27.11.2021 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      Richteg an da wonneren se sëch datt lait sauer sin an aggressiv gin!!

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  • @ArmHannes am 26.11.2021 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei jungen Menschen gibt es keine Übersterblichkeit Wenn de Herrschenden die Bevölkerung weiter so drangsalieren kommt es zu Aufständen in der Bevölkerung

    • packtiech am 27.11.2021 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      Jo gesait ee jo well schons a ville länner...

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  • Valchen am 26.11.2021 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Covid QR Code, op den Aarm tätowéieren, sou All 2 Méint! Top! Wann kéng Plaatz méi as, op den Aaneren Aarm wiesselen! Wann deen och dann voll as (sou ab der 7. Welle) weider fueren um A-Baack! Däer Ninni!

    • kaabes am 27.11.2021 07:11 Report Diesen Beitrag melden

      Notre pays est le pays des bisounours

    • @Valchen am 28.11.2021 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Wéi blöd.

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  • Arm am 26.11.2021 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Leute die sich nicht impfen wollen eine Ermächtigung hinlegen die sie unterschreiben dass sie im Falle einer COVIDKrankheit nicht in einem Krankenhaus aufgenommen werden.

    • @Arm am 27.11.2021 07:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ëmmer déi selwecht blöd kommentaren hei...

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