Lehrerstreit

02. Februar 2015 13:52; Akt: 02.02.2015 15:00 Print

«Die Geiselnehmer heißen Meisch und Bettel»

LUXEMBURG – Der Streit um die Lehrergehälter spitzt sich zu: Die Lehrer weigern sich, Examensfragen einzusenden - und das Ministerium droht mit Disziplinarmaßnahmen.

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Was passiert, wenn die Lehrer ihre Drohung wahr machen und die Prüfungsfragen für das Examen 2015 nicht einsenden? (Bild: DPA)

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Eskaliert der Streit um die Sparmaßnahmen bei den Lehrern? Laut Medienberichten wollen die Lehrer ihren Protesten Taten folgen lassen und sich weigern, dem Bildungsministerium die Examensfragen für das Jahr 2015 zuzusenden. Was das genau bedeutet, ist noch unklar: «Wir haben keine andere Möglichkeit, als auf dem Terrain zu attackieren, auf dem uns das Ministerium zuerst attackiert hat», sagt Daniel Reding, Präsident der Lehrergewerkschaft Apess. Das Abschlussexamen sei eine heilige Institution in Luxemburg, die von den Sparplänen des Bildungsministeriums «desakralisiert» wurde.

Reding hofft, dass die Streikmaßnahmen keinen Einfluss auf die tatsächlichen Examen haben, die im Mai stattfinden. Gleichzeitig fürchtete er aber auch eine Eskalation des Konflikts, sollte das Ministerium nicht einlenken. «Da sind radikale Kräfte am Werk, die wir als Gewerkschafter nicht mehr stoppen können.» Laut dem Gewerkschaftschef würden nicht die Lehrer die Schüler als Geiseln nehmen - «die eigentlichen Geiselnehmer heißen Claude Meisch und Xavier Bettel – sie nehmen uns in Geiselhaft.»

Verwunderung im Bildungsministerium

Bildungsminister Meisch ist von der Streikaktion verwundert. «Wir haben einen Schlichtungsprozess eingeleitet», sagt er im Gespräch mit L’essentiel. Erst wenn es nach dem Mediationsverfahren mit den Gewerkschaften zu keiner Schlichtung käme, dürfe man Streikmaßnahmen ausführen. Die Verweigerung der Prüfungsfragen sei so im Gesetz nicht vorgesehen. «Das ist nicht legal – und darauf werden wir die Lehrer heute aufmerksam machen», sagt Meisch. Die Lehrer seien verpflichtet, die Fristen einzuhalten. «Ansonsten müssen sie mit Konsequenzen rechnen», sagt Meisch.

Das Bildungsministerium will noch heute ein Schreiben an die Sekundarlehrer schicken, in dem ihnen der Abgabetermin für die Examensfragen – der 6. Februar – noch einmal in Erinnerung gerufen wird. «Wir werden die Lehrer auch darauf hinweisen, dass es unserer Ansicht nach nicht legal ist, die Prüfungsfragen zu verweigern», sagt Meisch. Das bedeutet: «Diejenigen Lehrer, die die Fragen nicht einsenden, müssen wissen, dass dies als Arbeitsverweigerung interpretiert werden kann – und auf diese Weise auch geahndet werden kann.»

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus am 02.02.2015 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ministerium ist mehr oder weniger Machtlos sollten die Lehrer ernst machen. Das Ministerium kann nicht hingehen und mehr als 1500 Lehrer entlassen. Dann würde das System völlig zusammenbrechen. Was die Geiselnahme angeht da hat der Herr Meisch zuerst angefangen. Er hat sich von anfang an uneinsichtig gezeigt und die Lehrer immer auf ihre Verantwortung den Schühlern gegenüber erinnert. Er hat gehoft die Lehrer würden sich so nicht trauen etwas zu unternehmen und der Schuss gin nach hinten los.

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  • Lux Schoul $$$$$ am 02.02.2015 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    majo wou sinn mir dann...elo mussen 'd'Sekundarlehrer' och nach hier privilegen ofginn an mei schaffen fir en bessen manner...daat ass en Skandal, an kengem aaneren Land an Europa ginn se esou behandelt an esou schlecht bezuelt!!!

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  • Muppeschness V am 02.02.2015 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    oh Wunser Wunder, die in Kompetenz von Meisch u. Bettel werden uns die Zujkunft kosten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Muppeschness V am 02.02.2015 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    oh Wunser Wunder, die in Kompetenz von Meisch u. Bettel werden uns die Zujkunft kosten

  • Patrick Mores am 02.02.2015 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nei wahlen fort mam Herr Meisch an dem Herr Bettel

    • K1000 am 02.02.2015 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Nei Proffen, fort matt deene Lidderhaanessen !!!

    • nikki am 03.02.2015 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      Hei schwätzt keen vun den salairen déi en Prof oder Schoulmeeschter krit,et as enorm,an et schwätzt och keen vun dem bezuelten congé déi en Leierpersonal huet(14 Wochen am Joer), mir hun 25 Deeg!!!!Wat wellen déi nach??????

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  • Kaspar L am 02.02.2015 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Meisch hat recht,das ist klare Arbeitsverweigerung. Die Lehrer hätten doch einen anständigen Beruf im Privatsektor erlernen sollen,es ist nie zu spät und gute fleissige Leute werden immer gebraucht.

    • Mario am 03.02.2015 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Ich kann nur sagen:Ein fürstliches Gehalt und fast 3x soviel Urlaub wie jeder Arbeitnehmer hier im Land und kein 8-Stunden -Tag......

    • cc/JJ am 05.06.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

      Jeder Mensch hat das Recht den Beruf des Lehrers ("Prof") zu ergreifen. Ich wünsche mir, dass jeder der Kritik an diesem schönen Beruf ausübt die Möglichkeit bekäme nur einen Tag als Lehrer zu arbeiten. Dies würde vielen die Augen öffnen und uns mehr wertschätzen, denn es ist heutzutage nicht immer ein Geschenk. Viele Lehrer arbeiten abends bis nachts, am Wochenende... und sogar im Urlaub!!!! Dies sieht leider keiner. Im Mittelwert kommt ein Lehrer zu einem 8-Stunden-Tag nur halt anders verteilt. Es gibt auch carrières moyennes/inférieures mit fürstlichen Gehälter von denen spricht aber keiner

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  • Klaus am 02.02.2015 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ministerium ist mehr oder weniger Machtlos sollten die Lehrer ernst machen. Das Ministerium kann nicht hingehen und mehr als 1500 Lehrer entlassen. Dann würde das System völlig zusammenbrechen. Was die Geiselnahme angeht da hat der Herr Meisch zuerst angefangen. Er hat sich von anfang an uneinsichtig gezeigt und die Lehrer immer auf ihre Verantwortung den Schühlern gegenüber erinnert. Er hat gehoft die Lehrer würden sich so nicht trauen etwas zu unternehmen und der Schuss gin nach hinten los.

    • Carmen Frings am 03.02.2015 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo Klaus, ist Dein Deutschlehrer auch entlassen worden ?

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  • Lux Schoul $$$$$ am 02.02.2015 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    majo wou sinn mir dann...elo mussen 'd'Sekundarlehrer' och nach hier privilegen ofginn an mei schaffen fir en bessen manner...daat ass en Skandal, an kengem aaneren Land an Europa ginn se esou behandelt an esou schlecht bezuelt!!!

    • Premièresschülerin am 02.02.2015 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Iwwerdreiw!!!!!! Hei zu Letzebuerg sin proffen awer villll mei bezuelt wei an aaneren länner. Sie gidd gut genuch bezuelt also ech verstinn dass sie net wellen dass hier paie erofgeet awer et soll elo hei keen kommen an soen sie sinn schlecht bezuelt...

    • Pierchen am 03.02.2015 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Dann sollen se an Daitschland Schoul halen goen,dann gesin se wat se verdingen!!

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