Luxemburg

14. Oktober 2021 07:00; Akt: 14.10.2021 13:50 Print

Die Jagd nach Leerständen in Luxemburg beginnt

LUXEMBURG – Die Offensive des Premierministers gegen die Immobilienspekulation verspricht ein langer Weg zu werden. Zunächst steht die Bestandsaufnahme an.

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Die Regierung hat angekündigt, gegen die Immobilienkrise vorzugehen.

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Premierminister Xavier Bettel hatte am Dienstag angekündigt, dass «die Spekulation mit unbebauten Grundstücken und unbewohnten Wohnungen besteuert wird». Das Ziel ist klar: Die Immobilienblase soll platzen und die öffentliche Hand soll, wenn sie schon nicht die Kontrolle übernimmt, so doch zumindest einen spürbaren Einfluss auf den Markt ausüben.

Eines der geplanten Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen, ist ein nationales Register, in dem alle Wohnungen des Landes aufgeführt sind und in dem angegeben wird, ob sie belegt sind oder nicht. Die Arbeit wird wohl gigantisch und langwierig – die Regierung hofft, «die vorbereitenden Arbeiten an dem Gesetzentwurf innerhalb von zwölf Monaten abschließen zu können». Die Behörden fangen bei Null an: «Wir haben aktuell keine zuverlässigen Daten», heißt es seitens des Ministeriums für Wohnungsbau.

Zwar gibt es Daten in den von den Gemeinden geführten Gebäuderegistern, doch «viele von ihnen haben keinen Zugang zum vertikalen Kataster», bedauert Emile Eicher, Präsident des Syndicat Intercommunal des Villes et Communes Luxembourgeoises (Syvicol). Mit diesem Aufteilungsplan einer Wohnungseigentumsanlage, der zwar obligatorisch sei, aber nicht oder kaum kontrolliert werde, ließe sich genau feststellen, wo sich die Wohnungen in einem Gebäude befinden und wie viele es sind. «Bevor wir wissen, ob eine Wohnung besetzt ist oder nicht, sollten wir erst einmal wissen, ob sie existiert», so Eicher.

Sind die Räumlichkeiten überhaupt bewohnbar?

Laut Emile Eicher seinen «einige Gemeinden – wie Petingen, wo die Eigentümer alle Daten zur Verfügung stellen – sehr gut organisiert, während andere, wie die Stadt Luxemburg, weit weniger gut organisiert sind.» Als Beispiel führt er die Zimmer über Gaststätten auf. «Auch hier gilt, dass wir dank des kommunalen Personenregisters zwar genau wissen, wie viele Personen dort wohnen, aber oft nicht, in wie vielen Wohnungen. In einigen Fällen haben wir sogar unsere Techniker geschickt, um zu prüfen, ob die Räumlichkeiten bewohnbar sind oder nicht.»

Eine neue Rechtsgrundlage ist angesichts der Unklarheiten bezüglich der Immobilien des Landes offenbar notwendig. Das Ministeriums für Wohnungsbau konnte auf Anfrage nicht nicht feststellen, ob das Phänomen des Leerstands in den letzten Jahren zugenommen hat. Das künftige Register zu leerstehenden Wohnungen solle aber «in Echtzeit aktualisiert» und von den Gemeinden geführt werden. «Es ist klar, dass wir dafür zusätzliche Mittel benötigen», kommentiert dies Emile Eicher, der am Montag in Begleitung von Innenministerin Taina Bofferding zu einer ersten vorbereitenden Sitzung zu diesem Thema geladen war.

(jfc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jang am 14.10.2021 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist aber ein heisses Eisen, dann sind wir unseren (so geliebten) Premier bald los! :)

  • Marcel am 14.10.2021 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Da soll den Här Bettel mol bei sech selwer raumen. Hei zu Beetebuerg sti wéinstens 10 Haiser eidel wou de Staat Proprietär ass. An der Mondorferstrooss hutt de Staat an den alen Douanier Haiser et fäerdeg bruecht fir Fënsteren an Dieren virun zouzebauen. Des Wunnenge stinn zanter 5 Joren eidel.

    einklappen einklappen
  • irina am 14.10.2021 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke nicht das dadurch die Blase platzt - es ist und bleibt ein ewiges Problem

Die neusten Leser-Kommentare

  • Was soll das? am 15.10.2021 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbst wenn alle leer stehende Wohnungen renoviert und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden, werden unter Garantie nur unsere Neuankömmlinge in deren Genuss kommen

  • Aarbechtsdeier am 14.10.2021 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Alain dommen Kommentar

  • Aarbechtsdeier am 14.10.2021 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ de pol oha klengen Racist oder? All respekt fiir dei Fra. Wann deivFra an hierer Sproch schreiwt kennt Diir neischt liesen an verstoen souwiesou net

  • Aarbechtsdeier am 14.10.2021 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @!Linda Diir musst kengem soen wen Diir gewielt hutt also kritt Diir och dann mat kengem Streit.

  • De Grand-Sack am 14.10.2021 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sehe es schon kommen, demnächst, klingelt es an der Tür und beim öffenen stehen zwei sehr ernst blickende Herren im Anzug vor der Tür die sich ausweisen als vom Staat beauftragte, die sich dein Gartenhäuschen ansehen wollen um daraus zu schlussfolgern, man könne damit spekulieren!! Aber was wenn im Wohnhaus noch zwei Zimmer leer stehen, droht dann Gefängnis? Ich frage nur!