Gefährlicher Trend

23. April 2019 13:05; Akt: 23.04.2019 13:19 Print

Die soziale Ungleichheit wird immer größer

LUXEMBURG – Das zeigen die aktuellen Zahlen des Sozialpanoramas. Die Preise für das Wohnen spielen bei der Verschärfung der Ungleichheit eine besonders wichtige Rolle.

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«Die oberen 5 Prozent der Gehälter steigen viel schneller als die unteren 20 Prozent», sagte Jean-Claude Reding, Präsident der Luxemburger Arbeitnehmerkammer. (Bild: Redaktion/Didier Sylvestre)

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Obwohl Luxemburg reich ist, nimmt die Ungleichheit im Land zu. Das teilt die Luxemburger Arbeitnehmerkammer (CSL) mit. Am Dienstag präsentierte sie die Ergebnisse des Sozialpanoramas. Die aktuelle Ausgabe von 2019 basiert auf den Zahlen von 2017. Diese zeigen, dass «die oberen fünf Prozent der Löhne viel schneller steigen als die unteren 20 Prozent», sagt Jean-Claude Reding, Präsident der CSL. Erstere sind seit 2000 um 68,2 Prozent gestiegen, letztere um 40,3 Prozent. «Die Kluft wäre noch größer, wenn man alle Einkommen und Vermögenswerte berücksichtigen würde», sagt er.

Dieser Trend ist seit «mehreren Jahren sichtbar, wie der Gini-Index» zeigt, der Ungleichheiten abbildet, analysiert Félix Martins de Brito von der Arbeitnehmerkammer. Ihm zufolge «kompensieren Sozialtransfers das Armutsrisiko zwar weiterhin, aber weniger als bisher», da einige Leistungen sinken und andere Leistungen, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung, höhere Kosten verursachen. Die Wohnungspreise spielen offensichtlich eine Rolle bei der Verschärfung der Ungleichheit: Sie machen im Durchschnitt 30 Prozent des Haushaltsbudgets aus, wobei zwischen den reichsten und den ärmsten Haushalten ein Unterschied von 19,6 Prozentpunkten besteht.

Grenzbewohner sind von bestimmten Problemen stärker betroffen

Das Sozialpanorama hat sich auch auf qualitative Kriterien wie die Qualität der Beschäftigung konzentriert. Befristete Arbeitsverträge nehmen tendenziell zu, ebenso wie Arbeitsplätze in Teilzeit. Davon entfallen 83,3 Prozent auf Frauen, obwohl sich der Anteil der Männer in zehn Jahren verdoppelt hat, stellt die CSL fest. Jean-Claude Reding glaubt, dass die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen «teilweise mit der Digitalisierung zusammenhängt». Er fordert Maßnahmen zur Verbesserung des täglichen Lebens der Arbeitnehmer.

Das Sozialpanorama konzentriert sich auf alle Luxemburger Arbeitnehmer, auch wenn «nicht alle Parameter für Grenzgänger bekannt sind, weil es keine systematischen Statistiken gibt», sagt Jean-Claude Reding. «Dennoch bin ich mir sicher, dass sie stärker von Zeitarbeit und prekärer Beschäftigung betroffen sind. Auch Mobilitätsprobleme sind dort weiter verbreitet.»

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arm am 23.04.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Luxemburger Regierung will ja nur noch die oberen 10.000 in dem Land haben da ist das gemeine Volk nicht mehr interessant die können ja ins Ausland wohnen gehen

  • de fetten Interimm am 24.04.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Immohaien, déih d'Préisser no uëwen dreiwen sin déih eenzëg, déih sech nach kënnen Haiser zu Luxusbuërg leeschten, fir se dann ofzerappen fir nach méih deier verlounten Schrottappartementer amplatz ze bauen a lecken sech de fetten Profit vun de Fanger of! déih schaffend Leit kënnen nach just mam Fanger am Mond nokucken, wéih sie ëmmer méih arëm gemach gin oder gin definitiv iwer d'Grenz wunnen, wat vun der Politik sou gewollt ass, sou dat nach just d'Elite mam Frick hei am Land kann bleiwen! an Interimfirmen säckelen de Frick an vun de schaffenden Leit, d.h. fir en Job ze hun muss e bezuëlen!

  • svendorca am 23.04.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    ekelhaft erfahren zu müssen dass Menschen die am ende der Einkommensskala noch mehr Steuern aufgebürdet bekommen,..schämt euch ihr Halsabschneider

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia am 24.04.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fir sech ze brëtzen ass daat wirklech net daat waat d'leit brauchen well et ee grondrecht ass esou ewei munch aaneres, ass en eenzegen alldägleche kampf fir z'iwwerliewen .. dei dei den hals net voll genuch kreien, aer lektioun kent irgendwann an daat wënschen ech mer fir all normale mënsch dei et wirklech verdingen ze liewen :(:(

  • de fetten Interimm am 24.04.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Immohaien, déih d'Préisser no uëwen dreiwen sin déih eenzëg, déih sech nach kënnen Haiser zu Luxusbuërg leeschten, fir se dann ofzerappen fir nach méih deier verlounten Schrottappartementer amplatz ze bauen a lecken sech de fetten Profit vun de Fanger of! déih schaffend Leit kënnen nach just mam Fanger am Mond nokucken, wéih sie ëmmer méih arëm gemach gin oder gin definitiv iwer d'Grenz wunnen, wat vun der Politik sou gewollt ass, sou dat nach just d'Elite mam Frick hei am Land kann bleiwen! an Interimfirmen säckelen de Frick an vun de schaffenden Leit, d.h. fir en Job ze hun muss e bezuëlen!

  • Lux am 23.04.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat nenet sech Kapitalismus Kanner an ons EU huet sech daat zum Ziel gesaat. Wann een appes well anneren soll en bei den EU Whalen wielen goen

  • svendorca am 23.04.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    ekelhaft erfahren zu müssen dass Menschen die am ende der Einkommensskala noch mehr Steuern aufgebürdet bekommen,..schämt euch ihr Halsabschneider

    • Botterblum am 23.04.2019 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      Jo déi Reich gin emmer méi reich an déi arm emmer méi arm an Mëttelschicht get emmer méi kleng.

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  • Arm am 23.04.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Luxemburger Regierung will ja nur noch die oberen 10.000 in dem Land haben da ist das gemeine Volk nicht mehr interessant die können ja ins Ausland wohnen gehen