Der etwas andere Rückblick

29. Dezember 2016 19:10; Akt: 29.12.2016 19:20 Print

Diese Geschichten haben Luxemburg 2016 bewegt

LUXEMBURG – Hach, 2016 – was waren das damals für wilde Zeiten! Für Sie nicht? Dann lesen Sie im ersten Teil unseres etwas anderen Jahresrückblicks, was Sie alles verpasst haben.

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Manchmal scheint es, als drehe sich die Welt immer schneller. Mit 2016 lassen wir wieder ein Jahr hinter uns, das uns bewegt hat, wie wenige zuvor. Auf der internationalen Bühne hält der blutige Krieg in Syrien die Menschen in Atem, Donald Trump gelingt ein für viele überraschender Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den USA. Noch immer ist das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland zerrüttet, noch immer ungelöst sind die Konflikte in der Ukraine, in der Türkei, in Libyen und natürlich in Israel.

In Europa geraten mit den Anschlägen von Nizza, Brüssel und Berlin mehrere Städte ins Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus, in der amerikanischen Stadt Orlando sterben 50 Menschen bei einem Massenmord durch einen islamistischen Einzeltäter. Tausende Menschen werden nach dem Putschversuch in der Türkei verhaftet. Der Amoklauf von München, bei dem ein junger Mann neun Menschen erschießt, bringt eine ganze Metropole zum Stillstand.

Luxemburg schaut in den Himmel

Für Luxemburg spielte 2016 vor allem der Himmel eine Rolle. Die Regierung will das Land mit einem kühnen Plan zur Großmacht im All machen. Sonden aus dem Großherzogtum sollen schon bald Bodenschätze auf Asteroiden abbauen. Der Supermond, der im November auf uns hinab schien, verzauberte Tausende. Nach 14 Jahren wird im Süden endlich das fehlende Stück der A13 beim Hellinger Kreisel eröffnet, das Parlament beschließt eine Steuerreform, die (einigen) im kommenden Jahr mehr Geld bescheren soll. Rund um den Fernsehsender RTL und Mudam-Direktor Enrico Lunghi entfaltet sich eine Affäre, die schlussendlich zum Rücktritt des RTL-Chefs führt.

Aber vor allem die tragischen Geschichten sind es, die den Luxemburgern lange in Erinnerung bleiben werden: In Differdingen wird ein zweijähriges Kind von einem schweren Lkw überrollt und stirbt, in Strassen wird eine getötete Prostituierte gefunden, in Fentingen die Belgierin Nathalie auf einem Balkon angeschossen. Ein Luxemburger Polizist steht unter Verdacht, seine Schwester und ihren Freund vergiftet zu haben, in Petingen stirbt ein junger Mann an einem Stromschlag, als er sein Handy aufladen will.

Viele große Künstler, Politiker und Sportler sind im Jahr 2016 von uns gegangen: Muhammad Ali, David Bowie, George Michael, Prince, Leonhard Cohen, Alan Rickman, Bud Spencer, Manfred Krug, Fidel Castro, Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle – aber auch das Großherzogtum muss 2017 mit Jacques Hansen, Marco Conrardy, Jean-Michel Treinen, Roger Leiner auf echte Persönlichkeiten verzichten.

Bei all diesen schlechten Nachrichten – war 2016 also ein schlechtes Jahr? Wir von L'essentiel sagen: Nein! Zum Beweis hier die Liste unserer meistgeklickten Artikel – und die ist gar nicht so düster, wie man meinen könnte.

Alarm! Horrorglatteis sorgt für Chaos auf Luxemburgs Verkehrswegen!

Was steht dem Luxemburger am nächsten? Die Mama? Der Partner? Das Kind? Oh nein – geht es nach den Klickzahlen, die die große Analytik-Abteiltung von L'essentiel für Januar ausgerechnet hat, ist es definitiv das Auto. Und das Wetter. Die Kombination von beiden sorgte für den Klickrekord im Januar: Da hielt die Kälte das Großherzogtum im Griff – und schien auch die Streudienste zu überfordern. Für den 22. Januar rief der Wetterdienst Meteolux Eisalarm aus. Das bewegte den Automobilclub ACL zu einer Warnmeldung: «Lassen Sie ab 17 Uhr Ihr Auto stehen!» Eine Meldung, die für Furore sorgte. Gottseidank ging dann – Wortspielalarm! – dennoch alles glatt und niemand verunglückte ernsthaft auf den Straßen des Großherzogtums. Zwei Tage später war der Spuk übrigens vorbei – Temperaturen von vier Grad brachten alles Glatteis zum Tauen.

Aus Gründen der Vollständigkeit folgt nun unsere Grafik zu den aktuellen Spritpreisen im Großherzogtum:

Spitzengehälter für Spitzenmediziner

Davon können Viele nur Träumen: 343.000 Euro brutto verdiente ein Facharzt in Luxemburg 2014 durchschnittlich. Diese Zahl ging im Februar aus Schätzungen der Generalinspektion für die Sozialversicherung hervor.

Wir meinen: Echte Spitzenkräfte haben jeden Cent verdient – da ist es nur richtig, dass Ärzte fast so viel verdienen wie Redakteure bei L'essentiel!

Der Monat der alles veränderte 2016 war für Luxemburger Autofahrer vor allem eines: Das Jahr, in dem die Blitzer kamen. Im März nahmen die ersten zehn Blitzer den Betrieb auf. Und der erste Autofahrer, den sie erwischten? Der raste ausgerechnet über die als «Todesstrecke» berüchtigte N11 zwischen Waldhof und Gonderingen.

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Autofahrer aus dem Fürstentum (!) können auch im Ausland Gas geben

Da haben sich die Redakteure der Gießener Allgemeinen Zeitung aber geärgert – holte doch ausgerechnet ein Autofahrer aus Luxemburg die in Mittelhessen heiß begehrte Trophäe des schnellsten Rasers. Umgehend deklassierten sie das Großherzogtum zum Fürstentum (sic!). Der Luxemburger ließ sich übrigens mit 122 km/h in der 80er-Zone ablichten. Sein Knöllchen bekam er dann sogar vom Polizeipräsidenten persönlich überreicht.

Wir bei L'essentiel können darüber nur müde lächeln. 42 km/h zu schnell? Da sind in Luxemburg sogar Fahranfänger schneller unterwegs. Und den stehenden Luxemburg-Rekord wird auch so schnell keiner brechen: der liegt bei 252 km/h – und der Fahrer war nicht einmal nüchtern! http://www.lessentiel.lu/de/news/faits_divers/story/Fahranfaenger-rast-Polizei-mit-160-km-h-davon-14708914

Unfallopfer sucht Schutzengel

Andere schossen im Vorbeifahren Selfies – aber zwei junge Luxemburger schritten beherzt zur Tat. Damit retteten sie dem 51-jährigen Daniel Durlet aus Scheidgen möglicherweise das Leben gerettet. Durlets Geländewagen hatte sich nach einem Crash in Graulinster überschlagen und wollte sich bei seinen Helfern bedanken. Nur: Die beiden Helden blieben nach dem Unfall verschwunden. Nach einem Artikel in L'essentiel und einem Facebook-Aufruf fanden sich Opfer und Retter schließlich. Und wir durften beim zweiten Aufeinandertreffen der drei dabei sein.

Giftgas? Kein Problem!

Waffen, giftige Gase, verletzte Arbeiter– sogar die Armee rückt in Differdingen an. Offenbar waren in einem Güterwagen, dessen Inhalt im ArcelorMittal-Werk in der Stahlstadt verwertet werden sollte, Artilleriegranaten aus dem ersten Weltkrieg geladen gewesen. Da die Redaktion von L'essentiel nur 50 Meter vom Arcelor-Werk entfernt ist, brechen selbstverständlich auch wir in Panik aus – und versorgen die Luxemburger mit dem besten Liveticker aller Zeiten.

Gottseidank hat die Staatsregierung die «Situation unter Kontrolle», wie das Innenministerium schon am Mittag des Tages verkündete. Die Differdinger, die mit Mundschutz durch ihre Stadt gingen. oder die Kinder, die in den Schulgebäuden bleiben musste, sahen das vielleicht etwas anders.

Später verkündeten die Behörden: Weder Giftgas noch Radioaktivität sei ausgetreten. Sämtliche L'essentiel-Redakteure nehmen erleichtert ihre Atemschutzmasken ab und hängen die Schutzanzüge wieder an den Kleiderständer.

Am Freitag folgt der zweite Teil des großen L'essentiel-Jahresrückblicks.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 29.12.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    2016 ist und war ein Scheiss Jahr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 29.12.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    2016 ist und war ein Scheiss Jahr.