In Esch

11 septembre 2015 14:45; Act: 11.09.2015 15:47 Print

Dieser Polizist haut seine Gegner auf die Matte

LUXEMBURG – Der Kampf ist ein Spektakel, die Schmerzen aber echt: Arno Piren ist Luxemburgs einziger Wrestler. Außerhalb des Rings sorgt er als Polizist für Ordnung.

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In Esch sorgt er als Polizist für Ordnung, aber im Ring haut er seinen Gegnern ordentlich auf die Mütze. Was Arno Piren antreibt auf http://www.lessentiel.lu/de/news/luxemburg/story/Polizist-in-Esch-Boesewicht-im-Wrestling-Ring-19863367

Posted by L'essentiel Online de on Friday, September 11, 2015

Auch wenn die Ringmatte weich aussieht, sie kann ziemlich auf die Knochen ballern. Und die Ringseile, die so butterweich zu schwingen scheinen, sind eigentlich Stahlseile, die wie ein knallharter Schlag in die Rippen brettern. Beim Wrestling ist kaum etwas so, wie es aussieht. Selbst wenn vorher klar ist, wer gewinnt – die Kämpfe aber sind beinhart. Das weiß der Luxemburger Arno Piren nur zu gut: «Es ist ein Spektakel. Man versucht sich nicht umzubringen, aber wenn aus fünf Metern Höhe 105 Kilo auf Dich drauf fallen, dann sind die Schmerzen echt.» Dabei ist nicht nur sein Hobby tough, auch sein Job kann gefährlich werden: Piren arbeitet als Polizist bei der Luxemburger Polizei.

Vor schlimmen Verletzungen kann sich ein Wrestler nur mit absoluter Fitness und präziser Technik schützen. Wrestling ist zwar keine Wettkampfsportart, aber das Training ist härter als für Judo oder für Martial Arts. Piren muss es wissen, er hat die Sportarten schon praktiziert. Los ging’s mit Judo mit sechs Jahren, Wrestling mit 17. Um für die Kämpfe fit zu sein absolviert der 24-Jährige jede Woche ein straffes und hartes Trainingsprogramm. Zweimal Judo (ein bis zwei Stunden) und einmal Cardio-Training (Treppensteigen, Intervallrennen, Seilspringen). Dafür braucht das 106-Kilogramm-Schwergewicht aus Esch vor allem eines: ein großes Frühstück mit zehn Eiern, Speck, fünf Scheiben Vollkornbrot und viel Kaffee.

Gürtel für die Nieren, Magnesium für die Stange

Ach ja. Dreimal Fitnesstudio (anderthalb Stunden) und einmal olympisches Gewichtheben (zwei bis drei Stunden) gehören auch noch zum Trainingsplan. Schwergewicht Piren hebt flugs mal das, was andere wiegen: «Die 60 Kilo sind nur zum Aufwärmen, 200 bis 230 Kilo können es heute werden.» Irgendwann zwischen 60 und 90 Kilo reibt ihm sein Trainingspartner ein weißes Pulver auf den Nacken, ein Handstreich kommt auch an die Stange, die den Rücken berührt. «Magnesium, damit die Stange nicht abrutscht.»

Auf der Stange sind inzwischen an beiden Enden immer mehr Gewichte drauf, ab 150 Kilo zählt man als Zuschauer nicht mehr mit. Piren hebt die Gewichte hoch, schon nach Sekundenbruchteilen läuft sein Gesicht unter der Anstrengung rot an. Er hält die Position einige Sekunden. Das Gewicht abgelegt, stellt er sein rechtes Bein auf ein Trainingsgerät und bindet seine Knieschützer wieder ab. Mehr als ein Schweißtropfen läuft ihm über die Nase, die Aufwärmphase ist definitiv vorbei. Nun verlangt das Training auch dem 106 Kilogramm schweren Polizisten alles ab. Es geht weiter. Mit 50 Kilo-Gewichten an den Beine, stemmt er seinen Oberkörper hoch. Nach dem Fitnessstudio steht in einer kleinen Halle olympisches Gewichtheben an.

«Ballett für Schwergewichte»

Für sein Hobby nimmt der Luxemburger nicht nur ein zeitaufwendiges und hartes Training auf sich. Weil es im Großherzogtum keinen Wrestlingclub gibt, fährt Piren in die deutsche Wrestlingschule «The Wright Stuff» in der Nähe von Erlangen. Das sind gut 460 Kilometer, eine Strecke. «Ich glaube, ich bin der einzige luxemburgische Wrestler überhaupt, sonst ist einfach niemand so verrückt.» In den kommenden Wochen soll Piren einen Vertrag bei der New European Championship Wrestling-Liga erhalten und dann häufiger auftreten, Kämpfe in Luxemburg soll es irgendwann auch geben. Bis dahin wird Piren sich auch einen Ringnamen ausgesucht haben. Derzeit liebäugelt er – ganz bescheiden – mit «Mister Success», nach einem Hit von Frank Sinatra. Vertritt er im Beruf schon Recht und Ordnung, will er im Ring aber keiner von den Guten sein.

Ob die Zuschauer nun jubeln oder ob sie buhen, Hauptsache sie zeigen Emotionen. «Je nachdem, wie man auftritt und redet, kann man es de- oder eskalieren lassen», weiß der hauptberufliche Polizist. Im Ring schießen ihm Unmengen von Adrenalin durch den Körper, sein Hobby nennt der muskulöse Luxemburger ein «Ballett für Schwergewichte». Und wenn er es tanzt, kommt es darauf an, dass die Leute mitgehen: «Es ist ein absoluter Hochgenuss. Wenn man die Leute wütend macht, kann man mit ihnen spielen.» Doch Piren denkt als Ring-Bösewicht nicht daran, seinen Gegner richtig fertigzumachen – sondern daran, ihn nicht zu verletzen. Beim Wrestling ist eben nichts ist, wie es scheint.

(Frédéric Lambert und Sophia Schülke/L'essentiel)

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