In Luxemburg

19. Dezember 2017 12:20; Akt: 20.12.2017 07:21 Print

Ein Wein wie eine Delikatesse

LUXEMBURG – Er ist sehr süß und eine kleine Rarität. Am Dienstag wurden an der Mosel die Trauben gepresst, die zu Strohwein verarbeitet werden.

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Sorgfältig und behutsam wird die Kiste mit einem Gabelstapler in die Höhe gehievt und gekippt. Die wertvolle Fracht wird schließlich bis auf den letzten Winkel aus dem Behälter gekratzt und in die Presse befördert. Es soll ja nichts verschwendet werden. Zwei Monate wurden die 846 Kilogramm Gewürztraminer-Trauben nach der Lese getrocknet, um nun zu einer süßen Spezialität verarbeitet zu werden: dem Strohwein. «Durch die Trocknung verliert die Frucht 80 Prozent ihrer Flüssigkeit und ist dann hochkonzentriert, wodurch der spezielle Geschmack entsteht», erklärt Josy Gloden, Präsident der Genossenschaftskellerei der «Domaines Vinsmoselle».

Am Dienstagmorgen ging der Jahrgang 2017 in Wellenstein auf seine Reise. Nach dem Pressen folgt nun die Lagerung, die bis zu 18 Monaten dauert. «Jetzt muss er arbeiten und gestreichelt werden», sagt Bernd Karl, Technischer Direktor der «Domaines Vinsmoselle». Erst nach den eineinhalb Jahren wird der Strohwein zum Verkauf freigegeben. «2017 hatten wir insgesamt keine gute Ernte. Von daher können wir auch nicht so viel Strohwein herstellen. Wir hatten schon Jahrgänge mit 1600 Kilogramm», erzählt Karl.

Mehr Likör als Wein

Am Ende des Verarbeitungsprozesses werden etwa 70 Liter herausspringen, die in kleinen 0,375 Liter Flaschen verkauft werden. «Den Strohwein trinkt man aber auch nicht literweise. Er ist eine Delikatesse, den man eher als Aperitif zu sich nimmt», sagt Gloden. In der Tat mundet die edelsüße Spezialität eher wie ein Likör als ein Wein. 12 bis 12,5 Prozent Alkohol wird er schließlich haben.

Früher wurde der Strohwein übrigens tatsächlich auf Strohmatten getrocknet. Von dieser Verfahrensweise hat er seinen Namen erhalten. Heute ist dies jedoch aus Hygienegründen verboten. «Wein ist das meistkontrollierteste Lebensmittel in Europa. Daher ist die Qualität aber auch immer gut», sagt Gloden. Von der Qualität des 2017er Strohweins kann man sich dann in 18 Monaten ein Bild machen.

(Henning Jochum/L'essentiel)

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