Vorsicht, Zecke!

23. Mai 2019 07:58; Akt: 23.05.2019 08:02 Print

Erste Borreliose-​​Fälle in Luxemburg

LUXEMBURG – Zecken lassen in diesen Tagen Hunde- und Katzenbesitzer aufschrecken. Wie man sich am besten vor den Blutsaugern schützt, erklärt das Gesundheitsministerium.

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Kleine Blutsauger machen Luxemburg unsicher. Die Kampagne des Gesundheitsministeriums mit dem Titel «Vorsicht, Zecken!» erklärt, was man beachten sollte. (Bild: DPA)

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Mit dem Frühlingswetter beginnt auch wieder die Zecken-Saison. Sobald das Thermometer über acht Grad klettert, werden die Zecken aktiv. Auch in Luxemburg sind Zecken zurzeit «hochaktuell», wie es auf Nachfrage von L'essentiel beim Gesundheitsministerium heißt. So seien die Blutsauger im Großherzogtum flächendeckend und überall dort verbreitet, wo eine «gewisse Feuchtigkeit» herrscht, «sodass sie überleben können». «Man findet sie in feuchten Gebieten mit niedriger Bepflanzung, vor allem in Gräsern und Sträuchern», erklärt Pierre Weicherding, Chefarzt der «Insection sanitaire».

«Vor allem Hunde- und Katzenbesitzer haben in den letzten Tagen vermehrt Zecken bei ihren Vierbeinern entdeckt.» Ein Grund dafür seien die höheren Temperaturen. «Haustiere, die sich viel im Freien bewegen, sind in Luxemburg aktuell massiv mit Zecken befallen.» Genaue Zahlen gebe es nicht, allerdings erhalte der Arzt zurzeit «sehr viele Anrufe von besorgten Luxemburgern». «Ich höre dann immer wieder, dass es in Apotheken mittlerweile zu Engpässen bei zeckenabwehrenden Mitteln für Haustiere gekommen ist.»

Weicherding rät Menschen, die sich viel im Freien bewegt haben und mit Haustieren in Berührung gekommen sind, ihren Körper nach Zecken abzusuchen.

16 Prozent der Zecken in Luxemburg sind gefährlich

Ein Zeckenbiss kann Borreliose, eine bakterielle Krankheit, verursachen. Zwischen zwei und 30 Tagen nach dem Biss einer infizierten Zecke erscheint eine Rötung um die Bissstelle. Borreliose könne je nach Stadium verschiedene Arten von Nervenentzündungen hervorrufen. Rund 16 Prozent der in Luxemburg untersuchten Zecken trügen jedoch den Erreger in sich. Jährlich werden rund 100 Verdachtsfälle auf Borreliose in Luxemburg gemeldet. «In diesem Jahr sind bereits drei Fälle gemeldet worden», so Weicherding. Die Krankheit könne durch Antibiotika geheilt werden. Die Ausbreitung der Krankheit im Körper geschehe erst mehr als acht Stunden nach dem Biss. Die Zecke solle deshalb schnellstens, am besten innerhalb dieser ersten acht Stunden, entfernt werden.

Außer dem schnellen Entfernen solle die Bissstelle desinfiziert werden. Dr. Pierre Weicherding rät, die Bissstelle mit einem wasserfesten Stift zu markieren und über mehrere Tage zu beobachten. Eine kleine lokale Rötung, die kurz nach dem Biss an der Stelle auftritt, sei normal. «Sollte sich diese Rötung vergrößern und ringförmig ausbreiten, ist sofort ein Arzt aufzusuchen», heißt es aus dem Gesundheitsamt. Dies gelte auch, wenn Fieber und Schüttelfrost nach dem Biss auftreten.

Neben Borreliose wird auch die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von Zecken übertragen, die im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Bis jetzt wurde jedoch kein solcher Fall in Luxemburg gemeldet.

Auf der Seite des luxemburgischen Gesundheitsministerium gibt ein Flyer Tipps, wie man sich vor Zecken schützen kann.

(Franziska Jäger/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Meier am 23.05.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Rötung an der Bissstelle ist ein fast sicherer Hinweis auf eine Borreliose-Infektion. Aber man kann auch mit den Borrelien infiziert worden sein, ohne dass sich die Stelle rötet. Zweitens, die Borreliose kann nur solange durch Antibiotika geheilt werden bis die Borrelien die Blut Hirn Schranke überwunden haben. D.h. sind die Borrelien erst einmal in den Gefäßen des Nervensystems angelangt, dann erreicht sie kein Antibiotikum mehr. Also möglichst schnell und stark mit Antibitika behandeln, ansonsten hat man eine chronische Lyme-Borreliose mit "Spaß" für den Rest des Lebens.

  • macy am 23.05.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amplaz an d'Apthékt ze rennen a seng Déieren mat chemëschen Substanzen voll ze sprëtzen, kann een och mat Kokosnossueleg géint d'Zecken virgoen! Einfach sengem Hausdéier all Moies en halwen TL Kokosnossueleg an d'Iessen ënnermëschen a schonn gëtt een d'Zecken lass. Natierlech muss dat all Dag gemaach ginn fir effikass ze sinn, mee d'Unzuel vun Zecken u sengen Déieren reduzéiert sech em 90%! Ech fannen just nach ganz seelen Zecken bei mengen Muppen.

  • Nëckel am 24.05.2019 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Gott gét déi Panikmache nés un! Ech hat nach all Joer minimum 2 Zecken a liewen ëmmer nach!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nëckel am 24.05.2019 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Gott gét déi Panikmache nés un! Ech hat nach all Joer minimum 2 Zecken a liewen ëmmer nach!

  • Daweb am 24.05.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soss get jo alles gespritzt firwat nit zécken?

  • Timmy the Yorkie am 23.05.2019 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Advantix kann een och bei amzn.fr bestellen.... as esouguer nach mi bellech.

  • Léon am 23.05.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    A la place d’aller dans l’espace trouver plutôt un remède pour éliminer les tiques.

  • macy am 23.05.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amplaz an d'Apthékt ze rennen a seng Déieren mat chemëschen Substanzen voll ze sprëtzen, kann een och mat Kokosnossueleg géint d'Zecken virgoen! Einfach sengem Hausdéier all Moies en halwen TL Kokosnossueleg an d'Iessen ënnermëschen a schonn gëtt een d'Zecken lass. Natierlech muss dat all Dag gemaach ginn fir effikass ze sinn, mee d'Unzuel vun Zecken u sengen Déieren reduzéiert sech em 90%! Ech fannen just nach ganz seelen Zecken bei mengen Muppen.