Jean Asselborn

11. Juli 2019 09:59; Akt: 11.07.2019 11:10 Print

«Es geht bloß um einige Tausend Menschen»

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn drängt auf eine europäische Lösung in der Migrationspolitik. Die Europäer trügen Mitverantwortung für libysche Lager.

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Matteo Salvini steht für Abschottung, Jean Asselborn für eine europäische Lösung. (Bild: DPA/Barbara Gindl)

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Die italienische Regierung teilte am Mittwochabend mit, sie wolle die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache ausbauen. Die EU unterstützt die Zusammenarbeit mit Libyen. Diese Kooperation ist allerdings hoch umstritten.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sprach sich am Donnerstag in einem Interview mit der deutschen Zeitung Die Welt dafür aus, dass die europäische Union selbst eine EU-Seerettungsmission im Mittelmeer starten solle, um Flüchtlinge und Migranten vor dem Ertrinken zu retten. Anschließend sollten die Menschen auf die EU-Staaten aufgeteilt werden. «Es geht hier nicht um Hunderttausende oder Zehntausende, sondern lediglich um einige Tausend Menschen im Jahr. Wer schutzbedürftig ist, soll nach einem vorher festgelegten Schlüssel, der sich an der Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft eines Landes orientiert, auf alle 28 EU-Staaten verteilt werden.»

Tödliche Luftangriffe auf libysche Lager

Eine Kritik an der europäischen Zusammenarbeit mit Libyen lautet, dass die Menschen, die auf dem Mittelmeer gefasst werden, in libysche Lager zurückgebracht werden. Dort droht ihnen aber Misshandlung.

«Die Europäer bilden die libysche Küstenwache im Rahmen der Mittelmeermission «Sophia» aus. Darum haben wir natürlich eine Verantwortung dafür, was die libysche Küstenwache mit den Menschen, die zuvor im Mittelmeer gerettet wurden, macht», sagte Asselborn.

Anfang Juni, nach einem tödlichen Luftangriff, erwog die libysche Regierung selbst die Schließung der Lager. Es liege außerhalb der Möglichkeiten der Regierung, diese gegen Angriffe von Kampfflugzeugen zu schützen, hieß es von der Regierung. In dem Land herrscht Bürgerkrieg.

Migranten human betreuen

Asselborn sagte dazu in dem Interview mit der Welt: «Nach meinen Informationen waren die Migranten in einem Militärlager untergebracht. Ziel des Raketenbeschusses waren wohl nicht die Migranten, sondern die Waffendepots der Regierung.» Er drängt daher darauf, Migranten in Lagern unterzubringen, die von Einrichtungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) betrieben werden.

«In Libyen werden dringend etwa sechs Aufnahmelager für jeweils tausend Migranten benötigt. Diese Lager sollten nur vom UNHCR und IOM verwaltet werden. Die libysche Regierung sollte endlich erlauben, dass Lager unter dem Dach von UNHCR und IOM aufgebaut werden können, damit die Migranten human betreut werden und sicher sind.»

(mb/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • svendorca am 11.07.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    ech méngen dem Herrn Asselborn ass dat faalen net gut komm..

  • Saupreis am 11.07.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht bloß um einige 1000 Menschen? 1. Sind diese Menschen in den meisten Fällen ILLEGAL. 2. Sind das nicht die ach so ARMEN Menschen, wie und unsere Politiker gerne sagen, denn immerhin können sie den Schleppern ja mehrere Tsd. Dollars bezahlen für die Überfahrt. 3. Es kommen in der Regel komischerweise nur Männer, die ihre Frauen und Kinder jedoch im Elend zurück lassen. 4. Diejenigen, die wirklich unsere Hilfe benötigen, haben keinerlei Chance auf humanes Leben, und Sterben in den meisten Fällen wegen Wasser/Nahrungsmangel wie Vieh auf der Straße/Felder. Ich könnte noch weitere Gründe nennen, warum man die NGO BOOTE abziehen soll. Stattdessen soll man endlich dafür sorgen das sog. Hotspots geschaffen werden, die für jedermann zu erreichen sind. Dann können diejenigen, deren Leben wirklich in Gefahr ist, die Chance bekommen ein Visa zu erhalten und KONTROLLIERT nach Europa zu kommen. Dann sterben auch keine Menschen mehr auf den Meeren.

  • ich stand nach 650 km vor den letzten 20 am 12.07.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen sind nicht illegal....wann versteht ihr das. Danke für die Äußerungen von Herrn Asselborn!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ich stand nach 650 km vor den letzten 20 am 12.07.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen sind nicht illegal....wann versteht ihr das. Danke für die Äußerungen von Herrn Asselborn!!

  • Saupreis am 11.07.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht bloß um einige 1000 Menschen? 1. Sind diese Menschen in den meisten Fällen ILLEGAL. 2. Sind das nicht die ach so ARMEN Menschen, wie und unsere Politiker gerne sagen, denn immerhin können sie den Schleppern ja mehrere Tsd. Dollars bezahlen für die Überfahrt. 3. Es kommen in der Regel komischerweise nur Männer, die ihre Frauen und Kinder jedoch im Elend zurück lassen. 4. Diejenigen, die wirklich unsere Hilfe benötigen, haben keinerlei Chance auf humanes Leben, und Sterben in den meisten Fällen wegen Wasser/Nahrungsmangel wie Vieh auf der Straße/Felder. Ich könnte noch weitere Gründe nennen, warum man die NGO BOOTE abziehen soll. Stattdessen soll man endlich dafür sorgen das sog. Hotspots geschaffen werden, die für jedermann zu erreichen sind. Dann können diejenigen, deren Leben wirklich in Gefahr ist, die Chance bekommen ein Visa zu erhalten und KONTROLLIERT nach Europa zu kommen. Dann sterben auch keine Menschen mehr auf den Meeren.

  • svendorca am 11.07.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    ech méngen dem Herrn Asselborn ass dat faalen net gut komm..