Kantinen in Luxemburg

19. Oktober 2021 15:01; Akt: 19.10.2021 15:19 Print

«Es gibt eine große Auswahl, es ist gut und man wird satt»

LUXEMBURG – Die luxemburgischen Schulkantinen setzen ihren Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit fort. Die Schüler wissen das bisher zu schätzen.

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Die Kantinen wollen mehr Nachhaltigkeit erreichen.

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«Es gibt eine große Auswahl, was wirklich gut ist», erzählt eine Schülerin, die gerade ihre «Bouchée à la Reine» isst. Ihre Klassenkameradin stimmt ihr zu. Sie hatte sich in der Kantine des Forum Geesseknäppchen für die vegetarische Lasagne entschieden. Eine weitere 5e-Schülerin des Lycée Michel Rodange stimmt in den Lobgesang mit ein: «Wir bekommen jeden Tag gutes Essen. Da die Portionen ziemlich groß sind, wird man auf jeden Fall immer satt.»

Doch obschon die bio, lokalen und vegetarischen Alternativen von Restopolis bei den drei 14-jährigen Mädchen gut ankommen, bezweifeln sie, «dass dies dazu beiträgt, mehr Schüler in die Kantine zu bringen». Die Ausrichtung von Restopolis unterteilt sich inzwischen in sechs Leitlinien, wie Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Dienstagmorgen erläutert. «Restopolis kümmert sich sehr um Schüler, Studenten, junge Menschen, aber auch um Lehrer und unternimmt nun einen weiteren Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung», erklärt der Minister.

«Die Freude am guten Essen»

Das neue Konzept fällt unter die Richtlinien von «Food4Future». Hier konnten sich Schüler Rahmen von ClimateXchange-Treffen an der Planung beteiligen. Lokale Produkte sollen demnach im Vordergrund stehen. «Es wird mehr vegetarische und vegane Produkte geben und vor allem lokale und bio Produzenten sollen mit einbezogen werden. Zudem soll die Verschwendung von Lebensmitteln reduziert werden.» Beispielsweise haben Kunden die Möglichkeit, ihre Gerichte im Voraus zu reservieren. So kann Abfall vermieden werden, indem der Tagesbedarf an Lebensmitteln bekannt ist.

Selbstverständlich darf der Geschmack bei alldem nicht auf der Strecke bleiben. «Unser Slogan ist und bleibt ‹die Freude am guten Essen›», unterstreicht Restopolis-Leiterin Monique Ludovicy.

Bildungsminister Meisch aß mit den Schülern in der Kantine zu Mittag.

Keine Avocados und Garnelen mehr

Hier die sechs «RestoGoals» von Food4Future:

1. Plan Pan-bio 2025

Bis 2025 müssen 50 Prozent der Produkte von staatlich subventionierten Gastronomiebetrieben aus der luxemburgischen Landwirtschaft stammen. Davon sollen zweifünftel aus ökologischer Landwirtschaft und dreifünftel aus lokaler Landwirtschaft bezogen werden. Wenn ein Produkt in Luxemburg nicht verfügbar ist, wird der Großregion Vorrang eingeräumt – Restopolis wird keine Produkte von anderen Kontinenten mehr anbieten. «Künftig wird es in den Restaurants von Restopolis keine Garnelen und Avocados mehr geben. Es macht keinen Sinn, ein Bioprodukt zu haben, das 10.000 Kilometer weit transportiert werden musste», erläutert Monique Ludovicy von Restopolis.

2. Neues Angebot

Das vegane Menü vom Mittwoch, mit Hummus und Falafel.

Die Kantinen werden ein umfangreicheres vegetarisches Menü mit speziellen Gerichten anbieten und das vegane Angebot ausbauen. In diesem Zusammenhang werden die Schulen rund um das Forum Geesseknäppchen nach den Allerheiligenferien das Pilotprojekt «Veggie Monday» starten. Wie der Name bereits verrät, werden montags ausschließlich vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan stehen.

3. Kurze Transportwege

Die Kantinen werden so viele Produkte wie möglich aus Luxemburg und der Großregion beziehen. Außerdem werden die Köche mit saisonalen Produkten arbeiten. In Walferdingen, auf dem eduPôle-Gelände, wurde zudem ein Pilotprojekt zum Gemüseanbau gestartet. Ziel ist es, die Transportwege weitestgehend zu verkürzen.

4. Abfallverringerung

Restopolis bemüht sich weiterhin um die Verringerung des Abfalls, – insbesondere Plastikmülls – indem wiederverwendbare Produkte, pflanzliche Verpackungen oder Produkte ohne Verpackung bevorzugt werden. Auch Plastikflaschen werden immer seltener verwendet.

5. Kampf gegen die Verschwendung

Um gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen, soll das Reservieren von Mahlzeiten bestenfalls zur Gewohnheit werden. Auch «AntiGaspi»-Gerichte, also Gerichte vom Vortag, die wieder vorgeschlagen und als solche gekennzeichnet werden, sollen häufiger angeboten werden. Das «unschöne» Obst und Gemüse, das oft weggeworfen wird, bevor es in den Läden ankommt, wird ebenfalls für die Zubereitung der Gerichte verwendet.

6. Sensibilisierung für nachhaltige Lebensmittel

Während des gesamten Schuljahres werden Themenwochen organisiert, in denen die Ziele von Food4Future vorgestellt werden. Restopolis wird indes bei seinen Kunden das Bewusstsein für nachhaltige Lebensmittel schärfen.

(jw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jew am 19.10.2021 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo Wier Iessen esau gut och an den Spideeler,waat jo wierklech grotten schlecht as,dei keinten sech jo do mool eng tranj ofschneiden.

  • Paula Loreley am 20.10.2021 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Do waar nach keen an d'Kantine vum LEM. Do ass et net gut an genuch get et och net.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paula Loreley am 20.10.2021 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Do waar nach keen an d'Kantine vum LEM. Do ass et net gut an genuch get et och net.

    • Chris am 20.10.2021 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Ech sinn do Schüler, mä do kacht Restopolis net.

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  • jew am 19.10.2021 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo Wier Iessen esau gut och an den Spideeler,waat jo wierklech grotten schlecht as,dei keinten sech jo do mool eng tranj ofschneiden.