Coronavirus in Luxemburg

14. Januar 2022 16:46; Akt: 14.01.2022 17:07 Print

Expertenrat spricht sich für teilweise Impfpflicht aus

LUXEMBURG – Das von der Regierung eingesetzte Gremium befürwortet die obligatorische Impfung in der Altersgruppe der über 50-Jährigen und in den Pflegeberufen.

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Die fünfköpfige Expertengruppe, bestehend aus Dr. Vic Arendt, Infektiologe am CHL, Dr. Claude Muller, Experte für Virologie und Immunologie, Dr. Gérard Schockmel, Spezialist für Infektionskrankheiten, Dr. Thérèse Staub vom CHL sowie Dr. Paul Wilmes von der Universität, haben am Freitag Stellung zur Impfpflicht bezogen. Das Gremium war zuvor von der Regierung mit einem Gutachten zu dem Thema beauftragt worden.

«Die Impfstoffe gegen das Coronavirus sind und bleiben sehr effektiv, um Krankenhauseinweisungen und Sterbefälle zu verhindern. Sie zeigen auch in Luxemburg eine große Wirksamkeit», stellte der Dr. Claude Muller klar.

« Maßnahmen sollten bis August 2024 in Kraft bleiben »

Wie Dr. Gérard Schockmel erklärte, befürwortet die Gruppe die Impfpflicht. Sie empfiehlt sie für Menschen ab 50 Jahren sowie für Personen, die beruflich Kontakt zu Menschen aus der Risikogruppe haben, etwa in Pflegediensten oder Arztpraxen. Eine Boosterimpfung müsse Teil dieser Impfpflicht sein. Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sollten natürlich von der Regel ausgeschlossen werden.

«Diese Maßnahmen sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden und dann bis Ende Juli 2024 in Kraft bleiben. Schon die erste Impfung zeigt Wirkung», so Schockmel weiter.

Für über 50-Jährige sei die Impfpflicht notwendig

In der Altersgruppe der über 50-Jährigen sei die Impfpflicht notwendig, weil in dieser Gruppe die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung sowie die Sterberate zunehme. «86 Prozent der Geimpften haben zwei Impfungen erhalten, nur 55 Prozent eine Boosterimpfung. Da gibt es noch Luft nach oben», so Claude Muller. Dennoch, so die Experten, müsse man weiterhin auch die jüngeren Menschen dazu bewegen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Zurzeit sei der Altersdurchschnitt der ungeimpften Personen, die auf den Intensivstationen versorgt werden müssen, niedriger als der der Geimpften.

Die Omikron-Variante ändere nichts an der Notwendigkeit der Impfpflicht. Sie verursache in der Regel zwar mildere Verläufe, weil sie jedoch viel ansteckender ist, liefe man Gefahr, dass sehr viele Menschen zeitgleich erkranken und medizinische Betreuung in Anspruch nehmen müssen. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen und für Ältere sei Omikron gefährlich.

Zuvor hatten sich bereits die Ärztevereinigung sowie der Dachverband der Pflegedienstleister (Copas) für die Impfpflicht ausgesprochen. Für kommenden Mittwoch ist in der Chamber eine Debatte über die Einführung angesetzt.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 14.01.2022 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do soll elo eng Grupp Leit wéinst hirem Alter diskriminéiert gin an als unmündige Bierger ernannt gin? DISKRIMINATION pur ! Hoffentlech kippt de Staatsrot deen Projet deen Letzebuerg an sénger Verfassung net würdeg/ gerecht ass. Hoffen och datt annere Falls och déi anner manner jonk Awunner, auslännesch Mat bierger anbegraff, hier Biergerrechter ankloen, am schlemmsten Fall bei den nexten Wahlen. Esou Politiker brauch d’Land NET !

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  • @ArmHannes am 14.01.2022 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5 000 000 Corona Tote Die weltweite Grippeepidemie von 1918 hat 50 000 000 gefordert Die Leute wurden immun Es gab keine Impfung Nach 2 Jahren waren die Bevölkerungen immun Die Impfungen heutzutage haben nicht zu einer Endemie geführt. Jeder sollte entscheiden können ob er sich impfen lassen will. Die Impfjng ist auch mit Risiken behaftet zumal für Kinder

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  • Marco P. am 14.01.2022 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Heute wurde in einer öffentliche Stellungnahme von 600 Österreichischen Ärztinnen/ Ärzten an die Regierung, betreffend Ihre Ablehnung einer Impfplicht unter den fälschlicherweise, Impfstoff benannten Pharmazeutischen Produkten veröffentlicht. Die Stellungnahme der Luxemburger politikgenehmen pseudo Experten kann nur Pro-Impfplicht sein. Wissenschaftliche Ignoranz und Politikhörigkeit, nicht nur in den Medien. (Luxemburger Reporter scheinen Auszusterben). Ein Schriftstück das meines Erachtens nur Papier und Steuergeld-Verschwendung darstellt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arm am 16.01.2022 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    packtiech Mengen demols wo Gehier ausgedelt gin as was de och net derbei

  • esouaset am 16.01.2022 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    As net richteg dass vum Covid genesen Leit 6 Meint roueg sin an dei dei sech geimpft hun an geboostert sin nemmen 4 Meint an duerno schon erem mussen Nogeimpft oder eng 4. Boosterimpfung mussen kreien!!! Den QR-Code fir genesen (an net grimpft) misst drastech emol erof gesaat gin, well metlerweil all dei dei net geimpft sin oder sech net wellen impfen, wellen sech elo mam Virus unstiechen weinst dem 3G op der Arbechtsplatz an sin dann 6 Meint domat roueg!

    • Leni Soni am 18.01.2022 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wat a Kabes.

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  • Ander am 16.01.2022 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ????????

  • De_klenge_Fuerzkapp am 15.01.2022 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Diese sogenannten ''Möbelschränken-Experten'', haben die gleiche Denkweise wie unsere Politiker. Mit solchen ''Experten'' drehen wir uns nur im Kreise. Dieses Impfpflicht wird uns nicht aus der Situation bringen.

  • Meinung am 15.01.2022 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann ein Expertenrat von vier Leuten entscheiden was gut oder schlecht ist, für eine einzelne Person. Welche Kenntnisse haben diese Experten, wissen sie wirklich alles über den Impfstoff? Warum müssen Menschen glauben, was vier Experten sagen, diese Experten, sind meines wissens mal keine Wissenschaftler, Virologen und unter Wissenschaftler, Virologen gibt es verschiedene Meinungen. Bei dieser Notzulassung, weiss keiner was später ist, also jeder soll selbst entscheiden. Dass unser Krankensysthem marode ist, hat mit der Politik zu tun und dieser Regierung.