Kein Platz für Kinder

02. Juli 2019 16:10; Akt: 02.07.2019 17:59 Print

Familien haben auf Wohnungsmarkt verloren

ESCH/ALZETTE – Die OGBL prangert an: Besonders Familien mit Kindern leiden unter der Wohnungsnot im Land. Für Spekulanten sei der Markt dagegen ein Paradies.

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Der OGBL und dessen Präsident André Roeltgen schlagen der Politik Wege vor, um der Wohnungsnot zu begegnen. (Bild: Editpress/Isabella Finzi)

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OGBL-Präsident André Roeltgen zog nach der Sitzung des Nationalkomitees der Gewerkschaft am Dienstag Bilanz. «Der Kaufpreis einer Wohnung ist in Luxemburg zwischen 2005 und 2016 um durchschnittlich 65,5 Prozent gestiegen. Die Löhne sind dagegen im Durchschnitt nur um 33,6 Prozent gestiegen.» Angesichts dieser Diskrepanz und des langen Zeitraums warf er der Regierung «politische Passivität» vor.

Die OGBL hat sich ein umfassendes Bild der finanziellen Lage von Familien im Land gemacht. Ein Paar ohne Kinder und mit mittlerem Einkommen braucht im Durchschnitt 14 Jahre, bis es eine Einzimmerwohnung abgezahlt hat. Ein Paar, das zum Mindestlohn arbeitet, braucht durchschnittlich doppelt so lange. Noch schlimmer sieht es aus, wenn Kinder im Spiel sind.

«Das Paradies für Spekulanten muss beseitigt werden»

Familien mit drei Kindern, in denen ein Alleinverdiener den Mindestlohn bezieht, bräuchten laut OGBL durchschnittlich 79 Jahre, um sich ein Haus mit drei Schlafzimmern im Großherzogtum leisten zu können. Wohnt eine solche Familie zur Miete, sieht es auch nicht besser aus. Hier müsste ein Alleinverdiener mit drei Kindern 121,4 Prozent seines Einkommens zahlen, um drei Zimmer zu bezahlen.

Um dem Anstieg der Immobilienpreise entgegenzuwirken, macht die OGBL mehrere Vorschläge: «Eine Erhöhung des Wohnungsangebots allein wird nicht ausreichen. Die Vermögenssteuern müssen progressiv werden, eine nationale Grundsteuer muss her, eine Obergrenze für Grundstückspreise und Mieten. Zusätzlich ist es ganz entscheidend, das Angebot an Sozialwohnungen zu erhöhen», fasste der OGBL-Präsident zusammen.

André Roeltgen wies auch auf problematische Immobilienfonds hin. «Das ist ein Finanzprodukt, das die Reichen reicher macht und die Immobilienpreise in die Höhe treibt», kritisierte er. «Das Paradies für Spekulanten muss beseitigt werden.»

(Patrick Théry/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 02.07.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über 70 % aller Bürger mit Luxemburger Nationalität besitzen Immobilien im Land, die sie entweder selbst bewohnen oder vermietet haben. Keine Regierung, die wiedergewählt werden möchte, wird dafür sorgen, dass der Wert stagniert...

  • MIchel am 02.07.2019 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    "Die Vermögenssteuern müssen progressiv werden, eine nationale Grundsteuer muss her, eine Obergrenze für Grundstückspreise und Mieten. Zusätzlich ist es ganz entscheidend, das Angebot an Sozialwohnungen zu erhöhen»," Und das soll dem Mittelstand inwiefern helfen? Wir brauchen eine Politik für die Mittelklasse und nicht eine sozialistische Politik der Umverteilung von der Mitte nach Unten. Vermögenssteuern sollen wen treffen? Ab 1 Mio, 10 Mio, 100 Mio? Es liegt nicht an den Steuereinnahmen in Luxemburg, sondern am Mangel an Wohnungen und am extremen Bevölkerungswachstum.

  • Pia am 02.07.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richteg svendorca leider wouer

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pg am 06.08.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe mein Haus verkauft damit ich es in zwei Teilen kann um meinem Sohn ein Appartement in Luxusburg zukaufen mit dem Rest was ich noch über hatte in deutschland mit das war ich ein Luxembourger Einwohner konnte nicht zwei immobilien in Lu kaufen ich als Luxembourger bin sehr enttäuscht dass mann diesen Weg muss einschlagen damit der Sohn auf die Beine kommt Politiker haben dieses Problem nicht die verdienen Steuerfrei und geben sich ja immer mehr im Lohn bei die wollen ja nichts daran ändern die haben ja auch Immobilien

  • Gibt's schon am 03.07.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt schon lange per Gesetz eine Mietpreisbegrenzung, bloss kein Politiker der endlich anfängt dass Gesetze kontrolliert und eingehalten werden.

  • och eng Wourecht am 03.07.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Dofir fiert ons Politikprominenz och all Joer erof an Südfrankreich fir nach méi Spekulanten ob Lëtzebuerg ze brengen. An fir dat d'Rechnung op géet ginn Privatléit dann mat Taxen an Stéieren gezwongen hir Bauplaatz fir en Aapel an en Ee ewech ze ginn.

  • Jos am 02.07.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über 70 % aller Bürger mit Luxemburger Nationalität besitzen Immobilien im Land, die sie entweder selbst bewohnen oder vermietet haben. Keine Regierung, die wiedergewählt werden möchte, wird dafür sorgen, dass der Wert stagniert...

  • MIchel am 02.07.2019 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    "Die Vermögenssteuern müssen progressiv werden, eine nationale Grundsteuer muss her, eine Obergrenze für Grundstückspreise und Mieten. Zusätzlich ist es ganz entscheidend, das Angebot an Sozialwohnungen zu erhöhen»," Und das soll dem Mittelstand inwiefern helfen? Wir brauchen eine Politik für die Mittelklasse und nicht eine sozialistische Politik der Umverteilung von der Mitte nach Unten. Vermögenssteuern sollen wen treffen? Ab 1 Mio, 10 Mio, 100 Mio? Es liegt nicht an den Steuereinnahmen in Luxemburg, sondern am Mangel an Wohnungen und am extremen Bevölkerungswachstum.