In Luxemburg

11. Oktober 2017 12:13; Akt: 11.10.2017 13:15 Print

Flüchtlinge bekommen ab 2018 Geldkarten

LUXEMBURG – Um sich selbst im Alltag versorgen zu können, stellt das Großherzogtum den Flüchtlingen zu Beginn des kommenden Jahres wiederaufladbare Geldkarten zur Verfügung.

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Ab 2018 sollen sich die Flüchtlinge in Luxemburg selbst über eine wiederaufladbare Geldkarte mit dem Nötigsten versorgen. (Bild: Editpress/Ifinzi)

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Flüchtlinge oder Menschen, die in Luxemburg einen Antrag auf Asyl gestellt haben, können sich ab 2018 selbst im Alltag über eine wiederaufladbare Geldkarte versorgen – insbesondere bei Grundbedürfnissen wie Lebensmitteleinkäufen. Diese Methode, die in einigen Ländern bereits zum Einsatz kommt, «wird in Luxemburg im Januar getestet», wie die Ministerin für Familie und Integration, Corinne Cahen (DP), am Mittwoch mitteilt.

Zurzeit werden die Flüchtlinge, die sich ihre Mahlzeiten selbst zubereiten, über ein mobiles Lebensmittelgeschäft versorgt. Allerdings bringe diese Art der Verteilung einige Probleme mit sich: «Die Qualität der Nahrungsmittel ist schlecht, die Mengen zu gering und der Preis zu hoch», erklärt der CSV-Abgeordnete Marc Spautz und ergänzt: «Durch die Geldkarten können ihre Nutzer selbst in den lokalen Geschäften einkaufen und so unabhängiger leben.»

Missbrauch soll minimiert werden

Corinne Cahen fügt hinzu, sie sei sich bewusst, dass «selbst getätigte Einkäufe die Integration erleichtern». Der mobile Lebensmittelhandel werde allerdings nicht vollständig aufgegeben und weiterhin in Einzelfällen angeboten.

Die neue Geldkarte wird zunächst im Rahmen eines Projektes getestet, das deren Vor- und Nachteile darlegen soll. Außerdem sollen dadurch die «potenziellen Risiken von Missbrauch minimiert werden», so die Ministerin. Ist das System erfolgreich, soll es langfristig angewandt werden. Genaue Angaben machte Cahen jedoch weder über die Dauer des Verfahrens, noch über dessen Kosten. Bis 2016 hatte die Regierung ein Budget von 45 Millionen Euro für die in Luxemburg ankommenden Flüchtlinge festgesetzt.

Der Abgeordnete Spautz begrüßt die Übernahme der Geldkarte für Flüchtlinge in Luxemburg: «Damit leistet das Land auch einen wesentlichen Beitrag zu ähnlichen Ernährungsprogrammen auf der ganzen Welt.»

(NC/L'essentiel)