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Bei Gemeindewahlen eine Parität zu erwarten erscheint mir in Anbetracht der Tatsache dass in vielen Gemeinden die Listen nur mit viel Überzeugungsarbeit überhaupt gefüllt werden konnten absolut utopisch.
11. Oktober 2017 13:40; Akt: 11.10.2017 13:55 Print

Im Gemeinderat der Stadt Luxemburg werden voraussichtlich 13 von 27 Plätzen von Frauen besetzt. (Bild: Editpress/Fabrizio Pizzolante)
Der Nationale Frauenrat (CNFL) hat am Dienstag Bilanz über die Kommunalwahlen gezogen. Die Zahl der weiblichen Kandidaten sei gestiegen, «von einer Parität sind wir aber noch weit entfernt», bedauert CNFL-Präsidentin Danièle Martin.
Bildstrecken Les élections communales au LuxembourgGewinner und Verlierer der Gemeindewahl Die Musterschüler...Ab der Chamber-Wahl 2018 müssen die Parteien auf ihren Kandidatenlisten eine Frauenquote von 40 Prozent erfüllen. Bei den Gemeindewahlen wird diese Messlatte noch nicht erreicht. Von 3575 Kandidaten in 105 Kommunen waren 35,8 Prozent Frauen. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2011 gab es jedoch eine Verbesserung: Damals lag die Quote bei 32,1 Prozent. Noch stärker zeigt sich das Ungleichgewicht bei den gewählten Kandidaten: Frauen werden von den 1119 verfügbaren Gemeinderatsmandaten gerade einmal 277 (oder 24,8 Prozent) besetzen (2011: 21,5 Prozent).
Regional und zwischen den Parteien treten starke Unterschiede zutage. In den Ballungsräumen im Süden und Zentrum des Landes findet man mehr Lokalpolitikerinnen als zum Beispiel im Norden. Im Süden sind 38,7 Prozent der Kandidaten und 28,9 Prozent der künftigen Mandatsträger Frauen, im Zentrum liegen diese Anteile bei 39,3 beziehungsweise 28,51 Prozent. Im Osten schienen auf den Listen 36,3 Prozent Frauen auf, aber nur eine von vier wurde auch in ein Lokalparlament gewählt. Im Norden beträgt die Frauenquote auf den Kandidatenlisten 24,6 Prozent, unter den «élus» 18,1 Prozent.
Unterschiede zeigen sich auch in Bezug auf das Wahlsystem: In den kleineren Majorzgemeinden haben es Frauen schwerer als in größeren Proporzgemeinden. «Die Denkweise der Menschen ändert sich in den kleinen, ländlichen Kommunen vielleicht langsamer als in den Städten», sagt Danièle Martin, die ihre Forderung nach einer 50/50-Gleichberechtigung bekräftigte.
In Sachen Parität sind Déi Lénk Vorreiter: 49,7 Prozent der Kandidaten sind weiblichen Geschlechts. Allerdings halbiert sich der Frauenanteil bei den gewählten Vertretern der Linkspartei. Bei Déi Gréng sieht dieses Verhältnis weniger drastisch aus (48,7 Prozent der Kandidaten sind Frauen bzw. 40,26 Prozent der Mandatsträger). Dahinter folgen LSAP (39,34 Prozent gegenüber 27,7 Prozent), dahinter folgen die CSV (38,2 Prozent gegenüber 25,8 Prozent) und die DP (35,6 Prozent gegenüber 25,9 Prozent). ADR (35,8 Prozent), KPL (36,5 Prozent) und die Piratenpartei haben keine gewählte Kommunalpolitikerin in ihren Reihen.
«Wir hoffen, dass sich die Mentalität weiter Stück für Stück verändert», heißt es seitens des CNFL. Danièle Martin verwies auf die Möglichkeit von beratenden Paritätsausschüssen in den Kommunen: «Man sollte auch versuchen, Schöffinnen andere, weniger klischeehafte Aufgaben anzuvertrauen und ihren Kompetenzbereich nicht nur auf den Sozialbereich zu reduzieren.» Das nächste Mal wird bei der Kammerwahl 2018 Bilanz gezogen. «Wir hoffen, dass die nationalen Wahlen 2018 eine weitere Etappe hin zu mehr Gleichberechtigung bilden.»
(Jérôme Wiss/L'essentiel)
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Ech kann dat net novollzéien mat deenen Fraequoten,all Fra kann sech jo mellen als Kandidat,a wann se gutt genuch ass,gëtt se jo och gewielt. Mir liewen jo an enger Leeschtungsgesellschaft,kann net sinn dat d’Office 40% mengentweegen vir Fraen réservéiert sin. Interessant wart sin ,wann mol eng Gemeng mat 70% Fraen besaat ass. Ob dann déi selwescht Regel och emgedréint spillt. Ger
Ech kann dat net novollzéien mat deenen Fraequoten,all Fra kann sech jo mellen als Kandidat,a wann se gutt genuch ass,gëtt se jo och gewielt. Mir liewen jo an enger Leeschtungsgesellschaft,kann net sinn dat d’Office 40% mengentweegen vir Fraen réservéiert sin. Interessant wart sin ,wann mol eng Gemeng mat 70% Fraen besaat ass. Ob dann déi selwescht Regel och emgedréint spillt. Ger
Bei Gemeindewahlen eine Parität zu erwarten erscheint mir in Anbetracht der Tatsache dass in vielen Gemeinden die Listen nur mit viel Überzeugungsarbeit überhaupt gefüllt werden konnten absolut utopisch.