«Ungleichland»

17. Dezember 2019 18:04; Akt: 17.12.2019 22:23 Print

Fünftel der Bürger ist von Armut bedroht

LUXEMBURG – Das BIP wächst kontinuierlich. Aber auch die Ungleichheit wächst, beklagt Yves Cruchten in Anbetracht des Haushaltsentwurfs für 2020.

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Yves Cruchten (LSAP) hat seinen Bericht zum Haushaltsentwurf 2020 vorgestellt. (Bild: Editpress/Julien Garroy)

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Der Berichterstatter für den Haushaltsentwurf 2020, Yves Cruchten (LSAP), kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kontinuierlich steigt, wächst die soziale Ungleichheit im Land. Laut Statec ist fast ein Fünftel der Bevölkerung ( 18,3 Prozent) von Armut bedroht.

Da das BIP keine Aussagen über die sozioökonomische Lage der Bevölkerung macht, gibt es nun die Forderung nach einem Index des Wohlbefindens der Einwohner. Dieser Index soll künftig den Statec, den Wirtschafts- und Sozialrat und den Hohen Rat für nachhaltige Entwicklung über die soziale Ungleichheit im Land informieren.

OECD warnt: Immer mehr Menschen verschulden sich

Mit gut gefüllten Staatskassen sei es an der Zeit, Ungleichheit zu bekämpfen und das Wohl der Bevölkerung in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu stellen, fordern die CSV-Abgeordneten Serge Wilmes und Paul Galles. Auf ihre Initiative hin soll nach den Feiertagen eine Debatte über die ungleiche Verteilung des Wohlstandes auf der Tagesordnung der Chamber stehen.

Lange war die relative Armut vieler Haushalte von der guten Wirtschaftsleistung im Allgemeinen verdeckt worden. Doch die Wohnungskrise hat das Problem offengelegt. So warnte die OECD vor der Verschuldung von Haushalten mit niedrigem Einkommen. Eine Empfehlung einer OECD-Studie aus dem Sommer 2019: «Die Politik sollte dafür sorgen, dass das Wirtschaftswachstum nachhaltiger gestaltet wird und mehr Menschen von ihm profitieren». Yves Cruchten plädiert daher für einen Paradigmenwechsel im Haushalt.

(Maurice Magar/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alles wird besser am 18.12.2019 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    nächstes Jahr wirds wohl von 1 Fünftel auf 1 Viertel runtergegangen sein ...

  • John Doe am 18.12.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: "Mit gut gefüllten Staatskassen sei es an der Zeit, Ungleichheit zu bekämpfen und das Wohl der Bevölkerung in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu stellen"... WOW... Grandios... Das bedeutet, es war bisher nicht der Mittelpunkt des staatlichen/politischen Handelns... Staat ist so geil, gäbe es ihn nicht - man müsste ihn direkt erfinden.

  • Jos. am 18.12.2019 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    18,3 Prozent scheinen mir zu niedrig gegriffen. Wenn "unsere" Regierung so weiterfährt, droht die gesamte Mittelschicht (sprich: eierlegende Wollmilchsau der Politik) in die Armut abzudriften. Ich frage mich daher ob es nicht heissen müsste 18,3 Prozent seien nicht von der Armut bedroht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klomp am 03.02.2020 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dorunnen as Patronat net onschelleg, wann ech gesinn wat sou eng firma freet fir eng Mauer opzerichten 30. 000an 4 deeg fätdeg 3 Mann pro Daach een Daach baggerren 20 Camionsfahrten. 3.000Lounkäschten fir 4 Deeg, Mazout 2000e ongefeier, An nach 10.000 onkäschten, an nach vleit 1000 euro fir den "Plang" ouni den verkaaf vun Mammebuedem. 14.000ticketen boni fir Firma. Mammenbuedem steierfrei schwaarz verkaaft.... €.

  • Popo am 24.12.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind die offiziellen zahlen. Das reichste Land der Erde und 20 p/c Armut. Eine Schande

  • der Staatsauger am 19.12.2019 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    unser reicher Staat bedroht uns alle immer mehr u zieht uns mit immer höheren Steuereinnahmen für die Subventionierung der Reichen in die Armut ... auch der Mittelstandsbuckel muss immer mehr buckeln, um dafür nichts anderes als Druck von den Arbeitgebern zu bekommen ...

  • Linda am 18.12.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Dann fängt mol bei den Patroen un!!! Datt se hir Leit anständesch bezuelen! Jiddereen soll no sengem Schoulofschloss och vastännesch bezuelt gin . Anstatt denen Jonken nach just Kontrakter vun Mount zu Mount ze valängeren. An den Mindestloun ze bezuelen!!!!onméiglech zu Letzebuerg op Loyer ze wunnen.... kuckt dir dek Herrschaften mol waat en Studio kascht! An da Zait krut een en ganzt Haus vir den Prais gelount!!!

  • Niemand am 18.12.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das Thema ist seid vielen Jahren bekannt und trotzdem tut sich da nichts und wird auch weiterhin so bleiben. Die Reichen werden noch reicher und der Armut seigt.