Tarifstreit

26. April 2018 07:03; Akt: 26.04.2018 07:09 Print

Gewerkschaften stellen Luxtram an den Pranger

LUXEMBURG - Die Direktion des Straßenbahnbetreibers und die Gewerkschaften liegen wegen angeblich «skandalöser» Arbeitsbedingungen im Clinch.

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Die Gewerkschaften wollen beim Straßenbahnbetreiber ähnliche Arbeitsbedingungen wie bei AVL oder CFL durchsetzen. (Bild: Editpress/Claude Lenert)

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Gewerkschafter warnen vor einer «sozialen Entgleisung» beim Straßenbahnbetreiber Luxtram. Die 82 Angestellten der privatrechtlich organisierten Gesellschaft Luxtram unterliegen bisher keinem Kollektivvertrag. Am 21. November eingeleitete Verhandlungen verliefen bislang ergebnislos.

OGBL und FNCTTFEL/Landesverband wollen bei Luxtram ähnliche Arbeitsbedingungen wie für öffentlich Bedienstete durchsetzen. Die Gewerkschaften beklagen «ein skandalöses Lohngefälle»: Viele Straßenbahnfahrer erhalten nur etwas mehr als den gesetzlichen Mindestlohn.

Schicht von 13 Stunden

Nico Wennmacher, Vorstandsmitglied im Landesverband, kritisiert auch die Gesamtschichtdauer von 13 Stunden. Bei öffentlichen Unternehmen wie zum Beispiel den CFL oder den AVL beträgt diese nur zehn Stunden. Die Gewerkschaften ärgern sich auch über den Direktor von Luxtram, der ihnen nicht zuhöre und der, statt eines Tarifvertrags, die aktuellen Arbeitsbedingungen lieber in einer internen Regelung festhalten wolle. Luxtram betont seinerseits in einer Pressemitteilung, die privatwirtschaftlichen Vorschriften über Sozialschutz, Arbeitsorganisation und Vergütung einzuhalten. Die Standards des öffentlichen Sektors seien im Unternehmen nicht anwendbar.

Die Gewerkschaften haben den Verhandlungstisch vorerst verlassen. Sie wollen zuerst die Befugnisse des Direktors geklärt wissen. Die Personalvertreter bezweifeln, dass er von den Behörden ein vollständiges Verhandlungsmandat erhalten hat. Und sie sind überrascht, dass die Anteilseigner von Luxtram – zwei Drittel des Privatunternehmens gehören dem Staat, der Rest der Stadt Luxemburg – bisher keinen Mucks machen. Möglich sei auch die Einleitung einer Schlichtungsprozedur – oder, sollte diese scheitern, sogar ein Streik.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco P. am 26.04.2018 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Haben die Strassenbahnfahrer vorher nicht gewusst, was sie verdienen sollten ? Jetzt fährt die Tram erst ein halbes Jahr und schon geht's los mit "mehr Geld" und "bessere Arbeitsbedingungen". Dabei verdienen sie doch bestimmt mehr als in ihrem Heimatland.

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  • dusninja am 26.04.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht sollten sie mal einen Perlenkettenstreik bei der Luxtram eingühren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen

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  • Arm am 26.04.2018 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sin jo lauter Frontalier de se angestallt hun de wuste jo schon vidrun Bedingungen vun der Arbecht an elo geht gemault kenne jo an hirem Land eng Platz sichen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arm am 26.04.2018 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sin jo lauter Frontalier de se angestallt hun de wuste jo schon vidrun Bedingungen vun der Arbecht an elo geht gemault kenne jo an hirem Land eng Platz sichen

    • Brutus am 26.04.2018 21:42 Report Diesen Beitrag melden

      Arm, do mierkt en dass dir net richteg informeiert sid. Et gouffen net nëmmen Frontalieren agestallt, mais och Lëtzebuerger.

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  • El Loco am 26.04.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Frage: Haben die Angestellten etwa ein Staatsexamen abgelebt ? Nein ? Also wieso erheben sie Ansprüche auf die Privilegien der Staatsbeamten ? Sie sind dann nur Privatangestellte wie viele andere (Busfahrer) auch.

    • Avdic am 26.04.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      "OGBL und FNCTTFEL/Landesverband wollen bei Luxtram ähnliche Arbeitsbedingungen wie für öffentlich Bedienstete durchsetzen" Erstmal richtig lesen dann die Fragen stellen.

    • El Loco am 26.04.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist schon klar dass die Gewerkschaften die Leute aufwiegeln und für ihre Zwecke missbrauchen.

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  • Adam Riese am 26.04.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    82 Bedienstete fir 5 km Tramschinen.An die schaffen 13 Stonnen?An waat soll do herno nach an der Kees leien.

    • Natierlech am 26.04.2018 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Well si brauche jo NËMMEN Chauffeuren, soss keen, fir de Rescht brauchen déi keng aner Mënschen fir de Betrib ze féieren. Vläit mol fir 5 Su nodenken iert ee schreiwt...

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  • paulchen am 26.04.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    13 Stunden Schicht Dauer ist unverantwortlich. Das gleiche findet sich im privaten Busverkehr wieder. Bis mal was passiert weil man nach 12 Stunden Arbeit zu müde ist. Ein Streik über 2 Tage würde die Stadt in ein Chaos legen. Damit endlich gerechte Bezahlung und Arbeitszeit Dauer auf normalen Niveau kommen. Bei der luxtram aber auch im privaten Busverkehr.

  • dusninja am 26.04.2018 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht sollten sie mal einen Perlenkettenstreik bei der Luxtram eingühren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen

    • Perlenkettenwas am 26.04.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      Einen was??

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