5G-Debatte in Luxemburg

06. Oktober 2020 13:15; Akt: 06.10.2020 17:02 Print

Glückliche Nutzer oder Versuchskaninchen?

LUXEMBURG – Der Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G sorgt für Kontroversen. Eine Petition, die die Technologie aufhalten soll, ist nun in der Chamber diskutiert worden.

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Concetta Valvason von der Bürgerinitiative gegen den 5g-Ausbau. (Screenshot: Chamber TV)

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Es war eine der erfolgreichsten Petitionen der vergangenen Wochen: Der Text mit der Nummer 1560. Er fordert den Stopp des Mobilfunkstandards 5G im Großherzogtum und hatte mehr als 7300 Unterschriften gesammelt. Am Dienstag wurde er nun in der Chamber diskutiert.

Die Gegner der Technologie sorgen sich vor allem wegen der angeblich negativen Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit. Sie sind der Meinung, dass 5G verstärkt zu Krebs, Alzheimer und Unfruchtbarkeit führt. Den Verfassern der Petition, die «Biergerinitiv Stop5G Luxembourg», geht es darum, «die Bevölkerung und zukünftige Generationen vor einer neuen großen Gesundheits- und Wirtschaftskrise zu schützen».

« Menschen werden als Versuchskaninchen missbraucht »

Concetta Valvason, die Präsidentin der Bürgerinitiative erklärte, dass die Regierung die Technologie den Bürgern als «harmlos» verkaufe. Es gebe jedoch keine Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlung. «Die Menschen werden der Strahlung einfach ausgesetzt und als Versuchskaninchen missbraucht», sagte Valvason. Man müsse zunächst abwarten, bis es konkrete Werte und Einschätzungen aus der Wissenschaft gibt, bevor neuen Richtlinien zugestimmt wird. Sie sprach außerdem von einer «Digitaldiktatur», weil die Bürger den Einsatz von 5G nicht frei wählen konnten.

Der Vorsitzende des deutschen Vereins «diagnose:funk», Jörn Gutbier, sagte, dass «die derzeitige Studienlage «alarmierend» sei. Insbesondere in Regionen in Frankreich und Italien sei der Widerstand deshalb bereits groß. Der weltweite Ausbau des neuen Netzes sei auf eine starke Lobby zurückzuführen, die lediglich die Wirtschaft stärken wolle und die Gesundheit der Menschen dabei nicht beachte. Es gebe alternative Technologien, die eine höhere Datenübertragung bei weniger Strahlung zuließen. Die Industrie, insbesondere die Automobilhersteller, seien nicht auf 5G angewiesen.

« Das Schutzniveau ist in Luxemburg besonders hoch »

Premierminister Xavier Bettel entgegnete, dass man nun einmal in einer digitalen Welt lebe. Der Digitalisierung sei es zu verdanken, dass die Wirtschaft durch den Lockdown nicht komplett zum Erliegen gekommen sei. In der EU sei die Meinung zu 5G einheitlich – nämlich, dass es bisher «keinen einzigen Beleg» für negative Auswirkungen auf die Gesundheit gebe. Sollte allerdings ein solcher erbracht werden, sei Luxemburg «das letzte Land, das den Ausbau weiterführt.» Er erklärte auch, dass hierzulande die strengsten Grenzwerte im EU-Vergleich gelten. Das Schutzniveau sei gerade in Luxemburg besonders hoch. Zum Vergleich: In Luxemburg liegt der Grenzwert bei drei Volt pro Meter. In Deutschland sind 41 möglich.

«Alle wichtigen neuen Erkenntnisse zu 5G werden international beachtet und fließen in die Entscheidungen mit ein», sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert. Man dürfe das Potenzial, das die neue Technik bietet, nicht außer Acht lassen. Die möglichen Auswirkungen der neuen Technologie würden zunächst genau beobachtet und dokumentiert. Allerdings sei auch für sie die Debatte nicht endgültig abgeschlossen.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meinung am 06.10.2020 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das einzige was in Luxemburg ist, man will immer mit die erste Geige spielen. Könnte man nicht mal in diesem Lande etwas zurückdrehen, etwas langsamer und damit überlegter, was notwendig ist oder nicht. Dies würde dem Menschen, der Natur und der vielen Geldverschwendung helfen. Es wäre mit Sicherheit angenehmer zu leben, stressfreier und damit gesünder. Das Problem der jetzigen Regierung und der folgenden, die meisten Politiker sind zu jung und wollen sich nur beweisen, die alte Riege hat nicht immer alles gut gemacht, aber ist viel gemütlicher an viele Dinge rangegangen.

  • jimbo am 07.10.2020 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War dat net schon beim 3G a 4G och esou? Oder wou dMikrowell an Emlaf bruet ginn ass? Oder wou de Mensch vum Paerd op den Verbrenner an demnächst vum Verbrenner op Elektro? Oder wou den Tram geplangt gin ass? Alles, wat nei ass, muss en direkt emol dogeint sinn a meckeren, obwuel een keng Ahnung huet. Dat ass eben an der Natur vum Mensch. #FakeNews —> Ah jo, a natirlech iwwerdreit sech de CoronaVirus mei schnell iwwert d5G Frequenzen. Dat ass vum BillGates esou geplangt vir dass mer iwwerall Masken mussen undoen, dei seng Firma a China produzeiert a weltwäit verkeeft.

  • Paddy am 06.10.2020 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    de 4G funk emol nach net richteg, an schwätzen se scho vu 5G, egal wat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Digitalisierungsversklavung am 09.10.2020 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    die glücklichen Nutzer u Sklaventreiber sind immer die gleichen, nämlich die reichsten Männer der Welt: Elon Mustnot, Jeff Benzin, Bill GentechKotz, der angebissene Apfel, die krankmachende Chemie- u Pharmaindustrie, so wie das Chinadiktatur&kontrollsyndrom ... u wir sind ihre Sklaven ...

  • jimbo am 07.10.2020 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War dat net schon beim 3G a 4G och esou? Oder wou dMikrowell an Emlaf bruet ginn ass? Oder wou de Mensch vum Paerd op den Verbrenner an demnächst vum Verbrenner op Elektro? Oder wou den Tram geplangt gin ass? Alles, wat nei ass, muss en direkt emol dogeint sinn a meckeren, obwuel een keng Ahnung huet. Dat ass eben an der Natur vum Mensch. #FakeNews —> Ah jo, a natirlech iwwerdreit sech de CoronaVirus mei schnell iwwert d5G Frequenzen. Dat ass vum BillGates esou geplangt vir dass mer iwwerall Masken mussen undoen, dei seng Firma a China produzeiert a weltwäit verkeeft.

  • Meinung am 06.10.2020 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das einzige was in Luxemburg ist, man will immer mit die erste Geige spielen. Könnte man nicht mal in diesem Lande etwas zurückdrehen, etwas langsamer und damit überlegter, was notwendig ist oder nicht. Dies würde dem Menschen, der Natur und der vielen Geldverschwendung helfen. Es wäre mit Sicherheit angenehmer zu leben, stressfreier und damit gesünder. Das Problem der jetzigen Regierung und der folgenden, die meisten Politiker sind zu jung und wollen sich nur beweisen, die alte Riege hat nicht immer alles gut gemacht, aber ist viel gemütlicher an viele Dinge rangegangen.

  • irgendeen am 06.10.2020 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et gett Laangzeistudien, hätt die Fra sech ran geschafft, hätt se gesin dass dei Frequenzen dei zu Letz an Deitschland seit 20-30 Joer an Betrieb sin well se an gleichen Bereicher Funken wei den 2/3/4G an Wifi. Dei ganz heich Frequenzen (60GHz) gin weder hei nach an Deitschland benotzt.

  • Paddy am 06.10.2020 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    de 4G funk emol nach net richteg, an schwätzen se scho vu 5G, egal wat.