Grenzgemeinden

22. Mai 2019 09:12; Akt: 22.05.2019 15:17 Print

Grenzregion fordert Geld von Luxemburg

METZ/TRIER – Aufgrund der hohen Anzahl von Grenzgängern in den Regionen Trier und Metz wird Luxemburg dazu aufgefordert, zur Finanzierung der Grenzgemeinden beizutragen.

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Die Regionalvertreter aus Trier und Metz sind der Ansicht, dass Grenzgänger hauptsächlich in ihrem Wohnsitzland öffentliche Dienstleitungen in Anspruch nehmen, während die Steuereinahmen auf ihre Gehälter allein Luxemburg zugute kommen. (Bild: Editpress/Hervé Montaigu)

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In einem Schreiben an Emmanuel Macron und Angela Merkel fordern die Bürgermeister von Metz und Trier eine zwischen Deutschland und Frankreich «abgestimmte diplomatische Initiative», um aus Luxemburg eine Finanzierung der Grenzgemeinden zu erhalten.

Nach Angaben der politischen Regionalvertreter lebe fast die Hälfte der luxemburgischen Erwerbsbevölkerung – etwa 200.000 Menschen – in den Nachbarländern. Außerdem habe sich die Zahl der Grenzgänger seit 1997 verdreifacht. Sie sehen zwar ein, dass die Regionen über die Kaufkraft dieser Grenzgänger in hohem Maße von dem in Luxemburg geschaffenen Reichtum profitieren, weisen aber darauf hin, dass letztere öffentliche Dienstleistungen hauptsächlich in ihrem Wohnsitzland in Anspruch nehmen, während die auf ihre Gehälter erhobenen Steuereinnahmen allein Luxemburg zugute kommen.

«Luxemburg hält es nicht für notwendig, tätig zu werden»

Nach Angaben der Regionalvertreter sei die Zahl der Menschen, «die zu der Finanzierung von den genutzten öffentlichen Dienstleistungen und Infrastrukturen beitragen immer geringer». Bedauert wird, dass die Gemeinden in den Grenzgebieten daher mit großen finanziellen Defiziten rechnen müssen. Auf deutscher und französischer Seite wünschen sich die Regionalvertreter ein ähnliches System wie jenes, das 2002 zwischen Luxemburg und Belgien ausgehandelt wurde. Derzeit erhält Belgien aus Luxemburg einen jährlichen Beitrag von 30 Millionen Euro, der dann weiter an die Gemeinden mit einem hohen Anteil von Grenzbewohnern verteilt wird.

Ähnliche Kompensationszahlungen gebe es auch zwischen Deutschland und der Schweiz, sowie zwischen Schweden und Dänemark. Die Politiker weisen außerdem auf den im Januar unterzeichneten Aachener Vertrag hin, der die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich verstärken soll. In diesem Zusammenhang bitten die Unterzeichner, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron, ihren Standpunkt gegenüber der Luxemburger Regierung darzulegen, die «es nicht für notwendig hält, in diesem Bereich tätig zu werden».

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 22.05.2019 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Situation ist zwar schon etwas grenzwertig, aber eigentlich profitiert jede Seite davon: Luxemburg hat die Steuereinnahmen, braucht aber nur bedingt die Infrastruktur zu bezahlen. Der Grenzgänger hat überhaupt mal eine Arbeitsstelle und ein höheres Nettogehalt, dass er meist im Wohnland ausgibt. Und die Länder um Luxemburg haben weniger Arbeitslose und Bürger mit höherer Kaufkraft. Warum sollte man also jetzt eine Stellschraube ändern, ohne die anderen Faktoren zu berücksichtigen?

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  • Bibou am 22.05.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok aber dann sollen die Franzosen und Deutschen nicht bei uns arbeiten kommen.

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  • Dudabo am 22.05.2019 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Secher net! Gitt di Suen bei déi sichen di hir Pai hei verdingen!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • den Dommen am 26.05.2019 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Lbg vertreibt seine Einwohner mit Hilfe der Immogeier, die tagtäglich das Land abklappern,um Immobilien an sich zu reissen,um dann den Preis raufzuschrauben u überteuert zu verkaufen.Tagtäglich lungern ihre Kärtchen im Briefkasten herum,um schnell neuen Goss zu machen auf Kosten der blöden Steuerzahler,die sich kein zuhause mehr in ihrem Geburtsland leisten können,denn die Löhne werden durch allemöglichen Schikanen niedrig gehalten.So bleibt auch die Kinderzahl niedrig,denn wer kann sich bei dem ganzen Stress u den Ausgaben auch noch Kinder leisten wegen des minimalistischen Anfangsgehalts?!

  • Shem Shabbatai am 25.05.2019 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    EUROPA wird immer lustiger

  • ech 64 am 23.05.2019 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mei Leit astellen dei hei am Land wunnen an eng Maut froen

  • Louise am 23.05.2019 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    se kréien eis Kannergeld, den Cedies, Check Service, Chomage an et geet nach emmer nett duer. Letzebuerg gett gestrach ewéi eng Mellechkou. Do huet deen feinsten Letzebuerger es sou lues genuch. Wéi heecht et sou schéin: Bleib in deinem Land und ernähre dich redlich

  • Deklaanen am 23.05.2019 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstens wird ja auch vom. Gehalt in die arbeitslosenkasse bezahlt.... 2. Bekommt ein deutscher Grenzgänger kein Arbeitslosengeld in der Form wie es in Luxemburg bezahlt wird. Um Welten weniger. 3 warum kaufen Luxemburger Häuser in Deutschland Und fahren mit gelben Nummern und wohnen in Deutschland? Wer profitiert hier? Wohnen ja aber Steuern in Deutschland fürs Auto zahlen nein....

    • Louise am 23.05.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Warum verkaufen denn die Deutschen Immobilien an die Luxemburger? Die Antwort können Sie sich wohl selbst geben.

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