Kirchberg

22. Oktober 2021 13:50; Akt: 22.10.2021 16:09 Print

Großdemo marschierte durch Luxemburg

LUXEMBURG – 2000 polnische Arbeiter haben in Kirchberg für ihr Bergwerk demonstriert. Ausschreitungen gab es keine.

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Bisher gab es keine Ausschreitungen bei der Demonstration.

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Die morgendliche Kälte hat 2000 polnische Bergleute nicht davon abgehalten, sich am Freitag in Kirchberg zu versammeln. Die Demonstranten, die mit von der Gewerkschaft Solidarnosc organisierten Bussen aus Polen kamen, machten am Fuße der drei Türme des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) jede Menge Lärm.

«Wir waren tatsächlich 2000 Leute», bestätigte uns ein Demonstrant auf der Roten Brücke. «Wenn die Polizei uns erlaubt hätte mehr zu sein, wären wir sicher noch zahlreicher gewesen. Wir haben die Nacht in Koblenz, Deutschland, verbracht und werden dann direkt zurück nach Polen fahren. Leider werden wir keine Zeit haben, Ihre schöne Hauptstadt zu besuchen». Die Police Grand-Ducale meldet am Nachmittag allerdings nur etwa 1000 Teilnehmer.

Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es nicht. Stattdessen verlief die Demonstration zwischen 9 und 12 Uhr strukturiert und friedlich. Mit Megaphonen und Fahnen machten der Zug und seine Anführer auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Demonstration wurde von einem Großaufgebot von 840 Polizisten begleitet.

Streit mit Tschechischer Republik

Am 21. Mai wies der EuGH Polen an, den Betrieb des Bergwerks, das an die Tschechische Republik angrenzt, auf Antrag Prags, «unverzüglich einzustellen». Prag hatte die Auswirkungen auf die Umwelt in seinem Staatsgebiet beklagt. Warschau lehnte dies ab, da die Braunkohlemine etwa sieben Prozent des polnischen Stroms liefert. Ende September forderte der Gerichtshof Polen auf, ein tägliches Zwangsgeld in Höhe von 500.000 Euro an Brüssel zu zahlen, bis das Bergwerk stillgelegt ist.

Das Bergwerk beschäftigt direkt und indirekt Tausende von Polen, die Schließung wäre eine Katastrophe für die Region.

Unser Live-Ticker

12.00 Uhr

Ankunft an der tschechischen Botschaft. Noch immer ist alles ruhig.

11.50 Uhr

Die Demonstranten mischen sich zu Passanten, in guter Atmosphäre. Wie einige von ihnen erzählen, hätten sie die Nacht in Koblenz verbracht und werden nach der Demonstration direkt nach Polen zurückreisen. «Wenn wir mehr als 2000 hätten sein dürfen, wären wir mehr gewesen», sagt einer von ihnen. Die Personengrenze sei von der luxemburgischen Polizei festgelegt worden.

11.10 Uhr

Wie geplant setzte sich der Zug in Richtung der tschechischen Botschaft am Schuman-Kreisel, in Bewegung. Die Demonstranten strömen auf die Straße, so dass der Bus- und Straßenbahnverkehr offenbar völlig zum Erliegen gekommen ist.

10.50 Uhr

Die Reden sind beendet. Der Demonstrationszug könnte sich in den nächsten Minuten in Bewegung setzen.

10.35 Uhr

Alle Gruppen von Demonstranten scheinen nun zusammengefunden zu haben. «Die Atmosphäre ist herzlich, jeder grüßt jeden», so die Beschreibung unseres Reporters.

10.30 Uhr

Der Präsident von Solidarnosc, Piotr Duda, hat das Wort ergriffen.

10.15 Uhr

Die Demonstrierenden versammeln sich vor den Türmen des EuGH. «Im Moment passiert alles in friedlicher Gesinnung», berichtet unser Reporter. «Alle Eingänge zu den Gebäuden sind gesichert, aber die Demonstranten sind diszipliniert. Sie machen viel Lärm, aber es gibt keine Ausschreitungen.»

9.55 Uhr

Rund hundert Demonstrierende sind über den Pont Rouge am EuGH angekommen. Bis zu den Türmen geht es allerdings nicht weiter, da der Weg durch Polizeisperren blockiert ist. Die Demonstrierenden sind großteils weiß und rot gekleidet und skandieren «Solidarnosc» und «Polen». Bis jetzt läuft alles sehr friedlich und organisiert ab.

9.25 Uhr

Vor Ort sind Tröten, Knallkörper und Sirenen zu hören, wie ein L'essentiel-Reporter berichtet. «Hunderte von Demonstranten strömen zum EU-Gerichtshof, es ist eine große Demonstration».

Die ersten Demonstranten kamen 9h10.

8.45 Uhr

Zahlreiche belgische Polizeibeamte warten in Kirchberg auf die Ankunft der Demonstranten. Die luxemburgische Polizei befindet sich indes auf dem Glacis, wo die Demonstration in Richtung der Botschaft der Tschechischen Republik fortgesetzt werden soll. Es werden 2000 polnische Arbeiter erwartet.

Die Polizei hat sich in Kirchberg für die Großdemonstration am Freitagmorgen vorbereitet. Zu sehen sind Absperrungen und Stacheldraht zwischen zwei Straßenbahnhaltestellen (von der Haltestelle Philharmonie-Mudam bis zur Haltestelle Rout Bréck-Pafendall) sowie Dutzende von Polizisten, die sich bis zur Haltestelle Theater aufgestellt haben.

+++ Update folgt...+++

(fl/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ass Krisch ? am 22.10.2021 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlech wei sech eis Police als Zaldoten verkleed dohin gestallt hued ! Waad ass den Senn vun deser Aktioun ? Dat Bild änelt engem Krischgebitt un enger grenz ! Angscht ze verbreeden ? Well daat kennen eis politiker am beschten !!! Mad Angscht leisst sech alles verkaafen , hudd keng angscht an gidd dogeint fir ! Awer friedlech ! Gewalt ass nie eng Leisung well dann verleiert een seng credibiliteit vergiesst dat net !

  • JOHNNY am 22.10.2021 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stelll der vir et ass Streik, a keen geet hin…

  • jang am 22.10.2021 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hatte Luxemburg denn auch schon mal in Polen so einen Auftritt?????. ......

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oma78 am 23.10.2021 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sin dei dann och All op Covid19 getest??????

  • KrötaTunfesch am 22.10.2021 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, so ist’s halt. Mann kann nicht nur von Europa (...oder den im Land befindlichen Behörden) profitieren, es gibt auch Personen aus anderen Ländern die nicht einverstanden sind und nicht fff machen.

  • Diane am 22.10.2021 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Leon: J'suis sûr que tu travailles au Lux, ce pays ( faible)!!!et je te recommande fortement d'apprendre les verbes avant d'écrire pour ton prochain commentaire

  • Léon am 22.10.2021 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Les luxembourgeois ne serait pas capable de faire une telle manifestation.( un peuple trop faible)

  • jang am 22.10.2021 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hatte Luxemburg denn auch schon mal in Polen so einen Auftritt?????. ......