Nach dem Brexit

22. März 2017 12:58; Akt: 22.03.2017 15:17 Print

Großherzog Henri könnte Queen Elizabeth ersetzen

LUXEMBURG - Viele Städte in Europa wollen aus dem Brexit Kapital schlagen und britische Unternehmen zu sich locken. In Luxemburg könnten sich die Briten sehr wohl fühlen.

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Viele britische Banker könnten schon bald ihre Tasche packen. (Foto: DR)

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Die Entscheidung für den Brexit nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft war bei einem britischen Referendum im Juni 2016 gefallen. Nach dem für den 29. März angekündigten Scheidungsgesuch beginnt die zweijährige Frist für die Austrittsverhandlungen. Die britische EU-Mitgliedschaft wird also voraussichtlich im März 2019 enden. Das weckt Begehrlichkeiten – viele Hauptstädte und Metropolen auf dem Festland locken britische Unternehmen. Luxemburg-Stadt mischt ebenfalls kräftig mit und viele Banken haben bereits ihr Interesse bekundet.

Das Geschäftsklima allein reicht aber nicht aus, um ein Unternehmen in eine andere Stadt zu locken. Aus diesem Grund hat das deutsche Start-up Movinga, das sich auf Umzugsdienste spezialisiert hat, alle Kriterien beleuchtet, die den Ausschlag geben können. Dazu gehören neben den Steuersätzen des Landes und der Englischsprachigkeit der Bevölkerung auch die Faktoren Immobilien, Kultur, Sport, Transport und Gastronomie. Und Luxemburg schneidet bei diesen Kriterien gut ab. Auf einer entsprechenden Rangliste, die Forbes France veröffentlichte, belegt die Hauptstadt des Großherzogtums den vierten Platz hinter Dublin (Irland), Amsterdam (Niederlande) und Valletta (Malta).

80 Minuten bis nach London

Was sind die größten Stärken Luxemburgs? Neben dem niedrigen Einkommenssteuersatz von 40 Prozent (in Großbritannien sind es 56 Prozent) vor allem die Immobilienpreise: Die Miete für ein Zwei-Zimmer-Appartement ist mit durchschnittlich 2278 Euro vergleichsweise günstig. In Mailand müssen die Mieter dafür 2913 Euro auf den Tisch legen, in Paris sogar 3363 Euro.

Auch kleinere Details machen für den Arbeitnehmer oft den Unterschied. So ist der Preis für den Feierabendcocktail in Luxemburgs zwar vergleichsweise teuer, dafür ist der Preis für Kleidung und das Fitnessstudio relativ niedrig. Und auch wenn es in Luxemburg weder eine Burberry-Filiale gibt noch Uber genutzt werden kann, bleibt ein Kurztrip nach London auch wirklich kurz: Der Flug vom Findel in die britische Metropole dauert etwa 80 Minuten. Viele Londoner könnten also demnächst Big Ben, Queen Elizabeth und die Themse durch die Gelle Fra, Großherzog Henri und die Alzette ersetzen.

(MC/L'essentiel)

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