IT-Sicherheit

21. Oktober 2015 07:30; Akt: 21.10.2015 08:24 Print

Hacker aus der ganzen Welt treffen sich in Luxemburg

LUXEMBURG - Hunderte Hacker machen Luxemburg (un)sicher: In einem Hotel in Dommeldingen ist derzeit ein großes IT-Sicherheitstreffen. «L'essentiel» hat mit den Spezialisten geredet.

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Hacker aus der ganzen Welt haben ihre Zelte im Großherzogtum aufgeschlagen. Denn in einem Hotel in Dommeldingen findet derzeit eine groß angelegte IT-Konferenz statt: die Hack.lu. Die Veranstaltung ist bereits zum elften Mal in Luxemburg. Und jedes Jahr kommen mehr Computerexperten. «Wir erwarten bis zu 450 Gäste», sagt Sascha Rommelfanger von der Regierungsstelle CIRCL (Computer Incident Response Center), die Unternehmen und Organisationen im Großherzogtum in Sachen IT-Sicherheit berät – und die Hacker-Konferenz organisiert hat.

Bei der geht es nicht nur um dröge Netzwerksicherheit. Internationale Koryphäen der Szene referieren in Dommeldingen über Android-Infizierungen, Kernel-Debugger oder welche Gefahren drohen, wenn ein Herzschrittmacher geknackt wird. «Es geht um Hacking», sagt Rommelfanger. «Das heißt, kreatives Umgehen mit Computern. Und anderen IT-Bereichen.»

Online-Challenge für die ganze Hacker-Welt

Viele der Teilnehmer sind IT-Spezialisten von großen Unternehmen, die von ihren Vorgesetzten auf Weiterbildung geschickt werden. Aber es gibt aber auch echte Hacker unter den Gästen: Zum Beispiel die Fluxfingers, eine Gruppe von Informatikstudenten der Uni Bochum in Deutschland. Die organisieren für die Hack.lu die «Capture-the-Flag»-Challenge. Dafür müssen Hackerteams aus der ganzen Welt online verschiedene Aufgaben lösen. Zum Beispiel in ein (simuliertes) fremdes Netzwerk eindringen oder einen geheimen Code in einer verschlüsselten Datei finden. 48 Stunden Zeit haben sie dafür – eben so lange wie die Konferenz läuft. Große Preise winken nicht. Nur «Fame», Anerkennung in der Szene, wie ein Mitglied der Fluxfingers sagt, das seinen Namen nicht nennen will. Dennoch: Schon 500 Teams aus allen Ecken des Planeten haben sich angemeldet und hacken fleißig mit. «Wir müssen nur aufpassen, dass sie nicht unseren eigenen Server hacken», sagt der Fluxfinger.

Auch Luxemburger sind natürlich auf der Konferenz vertreten: Die Jungs und Mädels von «Level2» haben in der Vorhalle sogar einen eigenen Stand aufgebaut. Dort zeigen sie bunte Geräte, die sie in ihrem Hauptquartier «Hackerspace.lu» in Bonneweg zusammenbauen. Zum Beispiel einen Beamer, der das Monitorbild auf eine Wand aus Wasserdampf wirft. Oder einen selbst zusammengebastelten 3D-Drucker.

Eines gemein haben übrigens alle Hacker auf der Messe ein paar Kilometer östlich der Hauptstadt: Sie machen natürlich nichts Verbotenes. Oder, wie es ein Konferenzteilnehmer augenzwinkernd ausrückt: «Das Potential, den Uni-Server oder ein Unternehmen zu hacken, wäre da – aber es wird selbstverständlich nicht von uns gemacht.»

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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