In Luxemburg

01. Juli 2020 18:24; Akt: 01.07.2020 18:24 Print

Hat Corona die Sicht auf das Home Office verändert?

LUXEMBURG – Das nationale Statistikinstitut Statec hat eine Studie veröffentlicht, die das Verhältnis der Bürger zur Telearbeit vor und während der Pandemie verglichen hat.

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Die Corona-Pandemie löste in Luxemburg einen waren Homeoffice-Boom aus. Insgesamt 70 Prozent der Beschäftigten wurden während der Krise in die Telearbeit gezwungen. Obwohl das Home Office im Großherzogtum bereits zwischen 2010 und 2019 von sieben auf 20 Prozent gestiegen war, stellte es in der Corona-Krise für viele Luxemburger eine komplett neue Erfahrung dar. Aber wie kamen diese eigentlich damit klar? Der Statec hat das Verhältnis von in Luxemburg ansässigen Arbeitnehmern vor und während der Pandemie unter die Lupe genommen und die Ergebnisse verglichen.

Wie aus der Statec-Studie hervorgeht, wurde Telearbeit meistens als positiv betrachtet. Kein Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsplatz, bessere Konzentration, mehr Freiheit bei der Arbeitsorganisation, bessere Work-Life-Balance wurden unter anderem als Hauptgründe dafür angegeben. Vorteile, die zu weniger Stress und mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz führen dürften.

Hauptsächlich Führungskräfte

Allerdings kann Telearbeit auch Nachteile haben. «Kommunikation und Zusammenarbeit» seien dadurch nicht vereinfacht und es würde mehr Wert auf Leistungskontrolle gelegt werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Telearbeit in Form von Überstunden geleistet wird und dass es keinen Ausgleich zwischen Privat- und Berufsleben mehr gibt, so das Statistikinstitut.

Wie die Studie zeigt, arbeiten hauptsächlich Führungskräfte im Homeoffice (Telearbeit ist für 82 Prozent der Personen mit einem Hochschulstudium zugänglich). Daher ist es nicht überraschend, dass Telearbeit bei qualifizierten Angestellten eine gängigere Arbeitsform ist.

Keine positive Auswirkungen auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Vor dem Ausbruch der Pandemie arbeiteten meistens Personen aus dem IT- und Kommunikationssektor, oder diejenigen, die in spezialisierten, wissenschaftlichen oder technischen Bereichen tätig sind im Homeoffice. Im Jahr 2019 lagen die Zahlen im öffentlichen Sektor weit unter dem Durchschnitt. Doch dies hat sich mit der Corona-Krise geändert – mit insgesamt 75 Prozent von Telearbeitern bei den Staatsbehörden und 96 Prozent im Bildungswesen.

Laut Studie arbeiten aber nicht nur Menschen in Führungspositionen von zu Hause aus. Die Anzahl von Managern im Homeoffice beträgt insgesamt 27 Prozent – und 17 Prozent für Menschen ohne entsprechend hohe Positionen. Am häufigsten arbeiten jedoch Freiberufler im Home Office (39 Prozent).

Erstaunlicherweise habe die Telearbeit laut Studie nicht unbedingt eine positive Auswirkung auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Die Menschen, die mehr als zwei Tage in der Woche Telearbeit leisten, sollen weniger zufrieden sein (76 Prozent) als diejenigen, die ausschließlich im Büro arbeiten (82 Prozent). Auch hier habe die Corona-Krise die Situation auf den Kopf gestellt, wie der Statec feststellen konnte. Während Telearbeit während der vergangenen Monate zu 55 Prozent als positive Erfahrung bewertet wurde, wurde sie für 30 Prozent der Homeoffice-Worker als neutral erlebt. Nur jeder siebte Telearbeiter empfand sie als «negativ».

(pp/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 02.07.2020 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die einzigen Problem welche für mich bei der Telearbeit bestehenm sind technische Probleme bei der Verbindung und die Gefahr dass man mehr Stunden arbeitet als man im Büro arbeiten würde. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich keine Kinder habe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco am 02.07.2020 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die einzigen Problem welche für mich bei der Telearbeit bestehenm sind technische Probleme bei der Verbindung und die Gefahr dass man mehr Stunden arbeitet als man im Büro arbeiten würde. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich keine Kinder habe.