Ettelbrück

03. August 2021 07:22; Akt: 03.08.2021 07:46 Print

Hätte ein Taser den tödlichen Schuss vermeiden können?

ETTELBRÜCK – Ein Mann hatte am Samstag zwei Beamte mit einem Messer angegriffen und ist erschossen worden – Taser sind bei der Police Grand-Ducale noch immer nicht im Einsatz.

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Der Polizeieinsatz, bei dem am Samstagabend ein Autodieb in Ettelbrück von einem Beamten erschossen wurde, sorgt für Diskussionen.

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Ein Autodieb ist am Samstagabend in Ettelbrück von einem Polizeibeamten erschossen worden, nachdem er nach einer Verfolgungsjagd die Beamten an der Place Marie-Thérèse mit einem Messer angegriffen hatte. Er wurde in den Unterleib getroffen und erlag später seinen Verletzungen. Der tödliche Schusswaffengebrauch durch die Police Grand-Ducale wird derzeit im ganzen Land diskutiert.

Seit Mitte 2017 ist die Polizei mit halbautomatischen Pistolen vom Typ SFP9 ausgestattet, die in Deutschland von Heckler und Koch hergestellt werden. Während im deutschen Trier oder in der südbelgischen Provinz Luxemburg auch Taser eingesetzt werden, um Angreifer außer Gefecht zu setzen, verzichtet die großherzogliche Polizei auf diese zusätzliche Dienstwaffe neben der SFP9.

Am Gürtel des Polizeibeamten hängen stattdessen ein zweites Magazin, ein Schlagstock, Pfefferspray, Handschellen, eine Taschenlampe und ein Funkgerät. Ein Taser hätte den Autodieb in Ettelbrück möglicherweise unschädlich machen können, ohne tödliche Verletzungen zu verursachen – So lautet zumindest das Versprechen des Herstellers Axon: «Eine Waffe mit mittlerer Gewaltanwendung, vermeidet den Einsatz von physischer Gewalt und reduziert die zugefügten Verletzungen.»

Keine Rechtsgrundlage für Bodycam-Pilotprojekt

Auch taucht erneut die Frage nach dem Einsatz von sogenannten Bodycams auf, da die Polizei am Montag einen Zeugenaufruf für mehr Bild- und vor allem Videomaterial des Tathergangs gestartet hat. Im vergangenen Mai erklärte das Ministerium für Innere Sicherheit jedoch, dass es «keinen Sinn macht, diese Art von Ausrüstung zu kaufen», da es keine Rechtsgrundlage gebe, die ein Pilotprojekt ermöglichen würde.

Ende Juni 2020 kam es auf dem Schulhof der Grundschule in der Nähe der Place Marie-Thérèse zu einer großen Schlägerei. Die Gemeinde Ettelbrück teilte mit, dass das Gebiet in Zukunft von einer Sicherheitsfirma überwacht werde. Ob Überwachungskameras den tödlichen Schusswaffeneinsatz des Polizeibeamten nun tatsächlich gefilmt haben, ist allerdings noch nicht bekannt.


(fl/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wat soll daat? am 03.08.2021 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte Hätte Fahrradkette. Wenn der "arme" Kerl einen Herzfehler hätte, wäre auch der Einsatz eines Tasers tödlich geendet. Hätte er einen Passanten verletzt oder gar getötet, würde nach schnelleren Mitteln verlangt werden.

  • respekt fir police am 03.08.2021 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    ¨losst polizisten dach mat Rou wou nemmen hier Aarbescht maachen ! brengt net den amerikaneschen Problem an Letzebuerg!! Eis Police huet gehandelt wei se hätten sollen handeln! wat hätt en soss maachen sollen ? Him den Messer aus der Hand scheissen oder wat?

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  • Christian am 03.08.2021 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also en Taser ass gudd fir ze gebrauchen wann Polizisten Situatioun besser enner Kontroll gehaat hätten (Distanz, net an enger Stad direkt laanscht Haaptstrooss), mee leider stungen se am Video relativ no bäi em an wann eng Persoun "on fire" ass leisst dei sech och net direkt vum Taser beandrocken. Denken hei war den Schoss dei eenzeg logesch Konsequenz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lucia am 08.08.2021 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Jos genau esou ass et selwer Schold

  • lucia am 08.08.2021 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En huet geschoss an matt Recht färdeg

  • Alex mat der côtelette am 05.08.2021 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    sein drett been hätt den Stroum weidergeleet

  • Robbes am 04.08.2021 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am einfachsten hätte der tödliche Schuss vermieden werden können, wenn niemand mit dem Messer auf die Polizeibeamten losgegangen wäre.

    • Gefahrenabwehr_Eigensicherung am 04.08.2021 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Der Polizist trägt seine Waffe nicht zur Zierde. Die Waffe dient dem Eigenschutz und dem Schutz von Leib und Leben möglicher Opfer. Wer mit einem gezückten Messer auf einen Polizisten im Angriffsmodus losstürmt sollte sich dessen bewusst sein. Der Polizist hat zur Abwehr der Gefahr für sein eigen Leib und Leben und das möglicher Opfer die Schusswaffe eingesetzt. Die Entscheidung zur Eskalation lag beim "Messermann" die Antwort kam durch die polizeiliche Schussabgabe in Notwehr. Als Notwehrhandlung wird die Handlung bezeichnet, die der Verteidiger zur Abwehr des Angriffs vornimmt.

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  • Tingeli am 04.08.2021 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wär's denn mit der logischsten Methode: Verteidigung. Oder macht die luxemburger Polizei kein regelmässiges Training?.