Chamberleak-Affäre

15. Mai 2018 12:40; Akt: 15.05.2018 13:11 Print

Hausdurchsuchung bei Radiosender «100,7»

LUXEMBURG - Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Reporter des Senders «100,7». Am Dienstag fand eine Hausdurchsuchung statt.

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Reporter des Radiosenders stehen im Visier der Justiz. (Bild: Fabrizio Pizzolante/Editpress)

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Die Kriminalpolizei hat am Dienstag eine Hausdurchsuchung beim Rundfunksender 100,7 durchgeführt. In den Ermittlungen geht es um die sogenannte «Chamberleak-Affäre». Das berichtet der staatlich finanzierte Sender auf seiner Website.

Zwei Beamte der Police Judiciaire seien im Auftrag des Untersuchungsrichters in die Räumlichkeiten des Senders auf dem Kirchberg gekommen. Der Chefredakteur von 100,7, Jean-Claude Frank, erklärte ihnen, dass die Daten, die Journalisten im Zuge ihrer Recherchen von der Website des Parlaments heruntergeladen hatten, in der Zwischenzeit gelöscht wurden. Damit sei die Durchsuchung abgeschlossen gewesen. «Die Beamten erhielten keinen Zugriff auf Dokumente von 100,7 und stellten keinerlei Dokumente sicher», heißt es in dem Bericht.

Im Zuge der «Chamberleak»-Enthüllungen waren im März Sicherheitslücken im Computersystem der Abgeordnetenkammer publik geworden. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen gegen Frank, einen weiteren Journalisten von 100,7 und «Unbekannt» ein. Der Vorwurf: Der oder die Täter sollen sich unerlaubt Zugriff auf das Computersystem verschafft und Daten gestohlen haben. Der Sender wies die Anschuldigung zurück. Die teils geheimen Parlamentsakten, aus denen die Journalisten zitierten, seien im Internet frei zugänglich gewesen. Dass die Justiz gegen die Presse – und nicht gegen die Chamber – ermittle, sei «skandalös», sagte Jean-Claude Frank am Dienstag dem Tageblatt.

(L'essentiel)

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