Perseiden

11. August 2016 15:59; Akt: 11.08.2016 16:19 Print

Heute Nacht regnet es in Luxemburg Sternschnuppen

LUXEMBURG - Alle zwölf Jahre ist der Sternschnuppenregen der Perseiden besonders stark. Nun ist es wieder so weit – auch hierzulande freuen sich Sternengucker auf das Spektakel.

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Am Freitag und Samstag lohnt es sich, in den frühen Morgenstunden den Blick zum Himmel zu richten. Dann erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Wir haben alles, was Sie über das Himmelsspektakel wissen müssen, zusammengefasst.

Was sind die Perseiden?

Die Perseiden sind ein alljährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom. In dieser Zeit kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Dieser umläuft die Sonne auf einer elliptischen Bahn und nähert sich ihr alle 133 Jahre. Dabei hinterlässt er auf seiner Bahn jeweils eine Staubspur.

Wie entstehen daraus die Sternschnuppen?

Sternschnuppen entstehen, wenn die Partikel, die meist nur millimetergroß und bis zu einem Milligramm schwer sind, in rund 90 bis 130 Kilometern Höhe in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei beträgt ihre Geschwindigkeit über 200.000 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit verglühen die Teilchen und bringen zudem die Luftmoleküle in der Umgebung zum Leuchten.

Warum sind sie dieses Jahr besonders stark?

In normalen Jahren streift die Erde nur den Rand der Staubspur von Swift-Tuttle. Alle zwölf Jahre wird die Materiewolke aber durch die Anziehungskraft des Jupiters näher zur Erde herangeführt. Deshalb liegen die Berechnungen für das Maximum bei 150 bis sogar 300 Meteoren pro Stunde. In normalen Jahren sind es weniger als 100. Der Höhepunkt des Sternschnuppen-Schauers soll am Freitag, 1.30 Uhr, stattfinden. «Das sind Prognosen. Aus Erfahrung her treten die Spitzen niemals zu dem Zeitpunkt auf, an dem man sie erwartet», sagt Nic Feierstein von den «Astronomes amateurs du Luxembourg» (AAL).

Weshalb heißen sie Perseiden?

Die Perseiden scheinen ihren Ursprung im Sternbild Perseus am Nordhimmel zu haben, daher der Name. Die Himmelserscheinung wurde besonders im Mittelalter auch «Tränen des Laurentius» genannt: Sie fällt zeitlich ungefähr auf den Namenstag des 258 getöteten Märtyrers Laurentius am 10. August. Die Sternschnuppen wurden als Himmelstränen über das Martyrium des römischen Erzdiakons gedeutet.

Wann erreichen die Perseiden ihr Maximum?

Die Prognosen variieren. In Luxemburg sind aber die Nächte auf den 12. und den 13. August ideal, um möglichst viele Sternschnuppen zu sehen. Am besten geeignet ist dafür die Zeit nach Mitternacht. Dann ist der Mond untergegangen und der Himmel wirklich dunkel. Zudem steht das Sternbild des Perseus erst in den frühen Morgenstunden hoch am Himmel.

Wo beobachte ich sie am besten?

Idealerweise sucht man sich ein Plätzchen in einer dunklen Umgebung fernab der Zivilisation. Ortschaften sind wegen der großen Lichtverschmutzung denkbar schlecht geeignet. Vom Beobachtungspunkt aus sollte man einen möglichst großen Ausschnitt des Himmels einsehen können. Für ein bequemes Sternschnuppen-Schauen legt man sich am besten auf den Boden oder einen Liegestuhl. Wichtig: Man sollte seinen Augen 30 bis 45 Minuten Zeit geben, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Und natürlich nicht einschlafen.

Welche Hilfsmittel brauche ich?

Keine. Von bloßem Augen ist das Erlebnis am besten. Mit Feldstechern oder Teleskopen schränkt man sein Blickfeld zu stark ein. Die Meteore verglühen so schnell, dass keine Zeit bleibt, sie mit dem Fernrohr zu suchen.

Wie kann ich Sternschnuppen fotografieren?

Optimale Ergebnisse erzielt man, wenn man eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv verwendet, die auf einem Stativ steht. Die Belichtungszeit sollte auf ungefähr zehn Sekunden eingestellt werden. Dann sollten auf gut Glück Serien geschossen werden. So hat man die besten Chancen, eine Sternschnuppe einzufangen.

Wie wird das Wetter?

Die Voraussetzung für ein gelungenes Sternschnuppen-Schauen ist ein klarer Nachthimmel. Die Chancen dafür stehen am Donnerstagabend 50/50. Nic Feierstein empfiehlt bis nach Mitternacht zu warten und sich von den Lichtquellen der Städte fernzuhalten. Je schwärzer der Himmel, desto eher erhascht man auch einen Blick auf eine Sternschnuppe, so der Experte.

Gibt es ein spezielles Event in Luxemburg?

Ja. Die «Astronomes amateurs du Luxembourg» laden zum gemeinsamen Sternegucken bei Beidweiler. Alle, die sich das Spektakel mit Erklärungen ansehen wollen, sollen sich um 22 Uhr bei der Sankt-Donatus-Kapelle zwischen Beidweiler und Eschweiler einfinden. Mehrere hundert Besucher werden zu dem Event erwartet. Unbedingt warme Kleidung, Wasser, einen kleinen Imbiss und Wanderschuhe mitnehmen!

Wo sehe ich den Sternenregen trotz Wolken?

Sowohl die Nasa wie auch das Gemeinschaftsteleskop Slooh bieten im Internet Livestreams an. Die Nasa-Übertragung startet am 12. und 13. August jeweils um 4 Uhr morgens unsere Zeit. Der Slooh-Stream beginnt am 12. August um 2 Uhr MESZ.

(SG/L'essentiel/jcg)