In Luxemburg

02. Januar 2020 11:27; Akt: 02.01.2020 13:33 Print

Hier wird ökologisches Wohnen bezahlbar

ZOLWER – Ein WG-Zimmer plus eigenes Bad für 300 Euro warm, in einem klimafreundlichen Haus: Das bietet der Verein «Life» demnächst für junge Erwachsene an.

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Die Wohnungsknappheit in Luxemburg kann der Verein Life nicht aus der Welt schaffen. Dessen sind sich seine Mitglieder bewusst. «Aber dazu beitragen, die Lage ein klein wenig zu entspannen», ist sich Gary Diderich sicher. Der Lösungsansatz des Vereins ist denkbar einfach: durch Wohngemeinschaften bezahlbaren Wohnraum schaffen. «Hierzulande ist das Angebot für WGs viel zu dünn», sagt der Déi-Lénk-Politiker, der sich bei Life engagiert.

Im Rahmen des WG Projet, das der Verein 2018 ins Leben gerufen hatte, hat Life in der Rue d'Ehlerange in Zolwer zum 30. Dezember 2019 ein Haus gekauft, in das bald sieben junge Menschen im Alter zwischen 18 und 26 einziehen sollen. Kostenpunkt: rund 862.000 Euro. Eine weitere Million fließt in die umfangreichen Renovierungsarbeiten, die in den kommenden 18 bis 24 Monaten durchgeführt werden und den Altbau auf den neuesten Stand bringen. Nach der Sanierung verfügt das Haus über zwei Wohnzimmer, zwei Küchen sowie sieben Schlafzimmer (zwischen 13 und 18 Quadratmeter), zu denen jeweils ein kleines Bad gehört. «Sozusagen eine WG für Einsteiger», sagt Diderich. Eines der Zimmer soll auch den Anforderungen eines Rollstuhlfahrers gerecht werden.

«Kein kommerzielles Interesse»

Der Verein will mit dem Projekt aber nicht nur bezahlbaren Wohnraum schaffen, sondern auch zum Klimaschutz beitragen. Aktuell liegt das Haus noch in der schlechten Energieeffizienzklasse I (i). «Durch die Renovierung erreichen wir die Klasse A und die Wärmeschutzklasse C», so Diderich weiter. Um dieses Ziel zu erreichen, werden umweltfreundliche Materialien zur Wärmedämmung verbaut sowie eine Solaranlage, eine Wärmepumpe, eine Regenwasseranlage für Toilettenspülung und Waschmaschine sowie eine Umluftanlage installiert.

Finanziert wird das Ganze zu einem Viertel vom Verein selbst und zu drei Vierteln vom Ministerium für Wohnungsbau. Den Kredit, den Life für das Haus in Zolwer bei der Spuerkeess aufgenommen hat, soll über die Mieten in 20 Jahren getilgt sein. Er läuft über ein alternatives Sparkonto der Initiative Etika für ökologische und soziale Projekte zu einem besonders günstigen Zinssatz. «Unser Verein verfolgt kein kommerzielles Interesse», betont Diderich.

Weitere Projekte folgen

Die Warmmiete für eines der Zimmer liegt bei etwa 300 Euro. Bewerben können sich nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gruppen. «Natürlich organisieren wir im Vorfeld Treffen, um zu sehen, ob die Chemie zwischen den Jugendlichen stimmt», sagt Diderich. Kommt es innerhalb der WG zu Streitigkeiten, steht der Verein als Vermieter auch als Schlichter zur Verfügung.

Bisher hat Life acht Wohneinheiten gemietet, in denen 30 Personen leben. Das Haus in Zolwer ist die erste Immobilie, die der Verein gekauft hat. Eine weitere soll folgen. Außerdem planen Diderich und Co. mittelfristig ein Grundstück zu erwerben, auf dem der Verein fünf Häuser bauen will. Darin leben sollen nicht nur Jugendliche, sondern auch Alleinerziehende, Senioren sowie junge Familien.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A Si am 02.01.2020 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    1.862.000 Euro fir een Haus ze kaafen an ze renovéieren fir ët schlussendlech ze verlounen an daat fir 300€ fir 13 m2 ? Ob dat dozou bäidréit dass d'Wunnéngspraïser nët nach méi explodéieren ka bezweifelt ginn

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  • Jack am 02.01.2020 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An 73 joer kommen mer dann an schwarz, zuelen, froen mech ween sech sou e blödsinn ausdenkt?

  • Jack am 02.01.2020 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hei en ganzt gudd Beispill wei Steiergelder aus der Fenster geheit gin, fir 1.8 mio kann all Mensch daat besser a mat mei wunnenheeten, nei bauen an zwar A+. Je je wat en Aarmutszeugnis.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Serge am 03.01.2020 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ech mengen ech hun eppes falsch verstan: 1.862.000 € Invest. 7 x 300 pro Mount Loyer = 2100.-€ / Mount = 25200.-€ d'Joer. x 20 Joer = 504.000.-€ , Vu wem gin dann dei 1.358.000.-€ finazeiert dei do nach iwerbleiwen?

    • Penzionär am 05.01.2020 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      zu drei Vierteln vom Ministerium für Wohnungsbau,steet am Text,die bezuelen Steierzueler vun Lezebuerg

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  • Taxman am 03.01.2020 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    hahah. Genial Also fir 1,922 Mio zirka mam Akt kann all verseierten Promoteur Architekt daat besser. Souguer aaner Leit dei sech mat der Matiere auskennen. Fir daat Geld keeft een en Terrain fir 400k and baut gudd 550m2 Flaeche. 75% finanzeiert also soen mer mat Gesamtzensen vun 12%... also zirka 6500 Euro Pret de Mount vs 2100 Rendement. Also en Minus vun 4400 zirka plus den Apport den mer mol einfach ganz eraus loosen well soss get et richteg laecherlech. Eierlech wou kommen mir hin. An mir Steierzuelen bezuelen den Bloedsinn do nach mat.

  • B. am 02.01.2020 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    24 Meint, 1'800000€...Aua...Mat deenen suen keinten se en groust oda suguer en puer bauen...wei wier et mat Holz ze schaffen? Bei mier an der City hunn se zu 6 mann mat engem kran ganzer 2 schaffdeeg gebraucht bis d buud stoung...3 deeg daachdecken...d Fensteren woren schon agebaut, fassade och...wei an Schweden aus Holz...hei gett alles aus Styropor gemurkst...3 joer drop fault alles...

    • Gary Diderich am 02.01.2020 22:53 Report Diesen Beitrag melden

      Bei desem Projet gëtt net ofgerappt fir datt d'Material net op een Tip muss wou mäer jo schon keng Deponien méi hunn. Et waert hei och keen Styropor benotzt ginn mee matt Zellulose oder Elefantegras (Myscanthus) isoléiert ginn. Nei bauen kann deemno wéi mei schnell goen an och net méi deier (och net wesentlech mei belleg well d'Ofrapen kascht och) mee et muss een jo ennerscheeden zẅescht Grondstruktur bauen oder eppes bezugsfertig maachen.

    • Taxman am 03.01.2020 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      Oofrappen vun dem Haus do maan mir ierch fir 35000 Euro.

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  • Phil am 02.01.2020 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ons Gesellschaft ass um Retour!

  • Jack am 02.01.2020 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hei en ganzt gudd Beispill wei Steiergelder aus der Fenster geheit gin, fir 1.8 mio kann all Mensch daat besser a mat mei wunnenheeten, nei bauen an zwar A+. Je je wat en Aarmutszeugnis.

    • Gary Diderich am 02.01.2020 22:53 Report Diesen Beitrag melden

      An wouhin mam Bauschutt?

    • John Doe am 03.01.2020 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Gary Diderich: Bauschutt? An de Recycling?

    • Luxusloyerrenovation de luxe am 04.01.2020 07:06 Report Diesen Beitrag melden

      wouhin mam Bauschutt? einfach op all déih nei Bauschuttbiërger, déih d'Guddland vun der Minette bis d'Eislëcker vun Luxusburg laanscht d'Autobunn prägen an dem Land seng nei Identitéit gin mat der landeszentraler neier Zigarettefabrik niëft dem Drecksbierg/dall ... an duërno kann een nach den Bleesdall, den Sauerdall an den Urdall zoukippen mat all den aalen Haiser déih ofgerappt gin fir Stirobauten, well nach just de Staat sech Wunnhaiser fir ofzerappen an/oder iwerdeiër Renovatiounen kann leeschten an dann de Leit fir de Rescht vun hierem Liëwen Loyer ofknäppt, wou hien de Preis festleet!

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