Wein in Luxemburg

27. August 2018 06:52; Akt: 27.08.2018 06:57 Print

Hitzewelle hat Weinreben wenig geschadet

LUXEMBURG — Viele Landwirte haben unter der Trockenheit der vergangenen Wochen schwer gelitten. Aber wie sieht es eigentlich bei den Weinbauern im Großherzogtum aus?

storybild

Die Hitzewelle hat den Weinbauern weniger geschadet, als dem Rest der Landwirtschaft. (Bild: DPA/Ralf Hirschberger)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Luxemburg wird seit dem ersten Jahrhundert vor Christus Wein angebaut. Die Römer brachten damals den edlen Rebensaft in die Region, die seitdem vom Weinbau geprägt ist und schon viele klimatische Ausnahmesituationen überstanden hat. Das liegt aber vor allem daran, dass die meisten Weinreben erstaunlich widerstandsfähig sind.

Jean-Marie Vesque vom Weingut Cep d'Or erklärt: «So extrem schlimm ist es momentan nicht. Eine Weinrebe hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 30 Jahren. In den ersten sechs Jahren haben wir Probleme mit Trockenheit, da die Pflanzen dann noch sehr kurze Wurzeln haben». Demzufolge haben entsprechende Junganlagen in der extremen Hitze dieses Sommers am meisten gelitten, wo die Weinbauern auch mit sehr kleinen Ernten und Qualitätseinbußen zurecht kommen müssen.

Tiefe Wurzeln schützen vor Trockenheit

Bei älteren Weinbergen ab einem Alter von 15 Jahren gehen die Wurzeln der Reben bereits fünf bis sechs Meter tief und können damit auf Wasserreserven zurückgreifen, die für viele Pflanzen unerreichbar sind. Auch die Traubensorte spielt eine große Rolle. «Rieslingtrauben brauchen beispielsweise ein Drittel weniger Wasser als beispielsweise Burgunder», erklärt Vesque. Gleichzeitig tut dem Burgunder Klima-bedingter Stress gut: «Die besten Spätburgunder wachsen unter leichtem Stress», so der Weinbauer von Cep d'Or.

Harald Beck von der Genossenschaft Domaines Vinsmoselle in Remich sieht das ähnlich und freut sich dennoch über die aktuelle Abkühlung. Das nun einsetzende gemäßigte Wetter mit kühleren Nächten und vereinzelten Niederschlägen hilft bei der Aromabildung des Weines. «Jetzt brauchen wir keine 30 Grad mehr. Wenn wir rund 20 Grad haben reicht das vollkommen, nur ein bisschen mehr Regen wäre noch gut», erklärt er. Wann die Weinlese startet, kann er nur grob abschätzen: «Es ist noch sehr vage, aber vermutlich irgendwann in der zweiten September-Woche». Das wäre rund zwei Wochen früher als beim langjährigen Mittel.

Zum Jahrgang selbst können die Experten zum jetzigen Zeitpunkt noch wenig sagen. Vesque erwartet dennoch aufgrund der Trockenheit einen atypischen Jahrgang, der etwas «alkoholreicher ausfallen könnte».

(dm/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 27.08.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Et les pesticides aussi c’est bon pour la santé.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 27.08.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Et les pesticides aussi c’est bon pour la santé.