Billiger Sprit

30. November 2018 06:56; Akt: 30.11.2018 07:07 Print

«Ich spare 30 Euro beim Tanken in Luxemburg»

LUXEMBURG – Seitdem die Benzinpreise in den Nachbarländern des Großherzogtums in die Höhe geschnellt sind, hat der Tanktourismus in Luxemburg eine neue Dimension erreicht.

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Immer mehr Autofahrer aus dem benachbarten Ausland steuern Luxemburg an, um an billigen Sprit zu kommen. Teilweise nehmen sie dafür sogar weite Wege auf sich. An den Tankstellen hat sich deshalb der Betrieb vervielfacht. Besonders prekär ist die Lage in der Nähe der Grenzen. Im Dreiländereck zu Belgien und Frankreich musste eine Tankstelle in Rodingen Security-Personal einstellen, um dem Kundenansturm Herr zu werden. Hier sind auch immer wieder «Gilets jaunes» anzutreffen, die mit den gelben Warnwesten in Frankreich gegen die hohen Spritpreise demonstrieren. Fährt man ein paar Kilometer weiter ins Landesinnere, ergibt sich ein völlig anderes Bild: In Petingen stehen keine langen Schlagen vor den Zapfsäulen, die Fahrzeuge, die dort aufgetankt werden, haben meist ein luxemburgisches Kennzeichen.

Vor den Tankstellen in Schengen herrscht ebenfalls großer Andrang. Ein Autofahrer aus dem über 80 Kilometer entfernten saarländischen Neunkirchen bezeichnet die Benzinpreise im Gespräch mit L'essentiel als «Wahnsinn». Er erklärt: «Ich fahre normalerweise nie nach Luxemburg, um zu tanken. Aber bei diesen Preisunterschieden lohnt es sich einfach.»

«Gar nicht auszudenken, wenn...»

Dass die Mitnahme von Reservekraftstoff in Luxemburg eigentlich verboten ist, scheint hier niemanden zu stören. Ähnlich ergeht es einem Fahrer aus Homburg, fast 100 Kilometer entfernt, der neben seinem Tank auch mitgebrachte Kanister mit Benzin befüllt. «Es ist nicht mehr normal. Obwohl Luxemburg so weit weg ist, spare ich durch die Fahrt hierher zwischen 30 und 35 Euro.» Seine Zigaretten und den Kaffee rechnet er nicht mit.

In Wasserbillig steht eine Familie aus Wittlich vor einer Zapfsäule. «Früher sind wir öfters nach Luxemburg zum Tanken gekommen, in den letzten Jahren hat sich das nicht mehr gelohnt. Seit die Preise wieder hoch gehen, kommen wir wieder regelmäßiger, meistens dann auch mit ein bis zwei Kanistern», sagt der Vater. Ein Autofahrer aus Schweich hat ebenfalls zusätzliche Kanister dabei: «Hier ist die Hölle los. Gar nicht auszudenken, was hier abgeht, wenn die Preise bei uns auch so anziehen würden wie in Frankreich.»

Sophie Maene, Pressesprecherin von Total, sieht die Sache mit den Kanistern nicht so entspannt: «Wir haben an das Tankstellenpersonal kommuniziert, dass sie das Befüllen von Extra-Kanistern unterbinden sollen.» Sofern es dem Personal überhaupt auffällt, man könne schließlich nicht alle Mitarbeiter nach draußen schicken, um die Kunden zu überwachen. «Wir warten nun auf Rückmeldung von unseren Mitarbeitern.» Sollten diese Probleme bei den Kontrollen schildern, werde man Aushänge an den Tankstellen machen, die das Kanister befüllen verbieten. «Es geht schließlich auch um die Sicherheit der Kunden selbst.»

(sw/fl/dm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wei geet daat ? am 30.11.2018 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Komesch, ech spueren neischt wann ech tanken ?

  • Diabolo-nero am 30.11.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    et muss jo wéinstens eppes méi bëlleg hei sinn zu Luxusburg.

  • GUGU am 30.11.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Fir all déi Leit déi op den Grenzen wunnen an hei schaffen ass dat eng lukrativ Sach. Deen awer elo extra an méi weit muss fueren fir zu Lëtzebuerg ze tanken ass dat nach lang net den Fall well all Kilometer mam Auto kascht richteg Geld. Als Basis sin 30 Cents ganz kleng gerechent awer je no Auto pro Kilometer geet dat steil no uewen. Et geet un mam Akaf vum Auto, den Ennerhalt vun der Technik, Pneuen, Kontrollen, Versécherung, Steieren, usw. an je no Entfernung ass naischt gewonnen, well déi tatsächlech Ausgaben net vum Gewënn op der Pompel gedeckt gin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frontalier am 30.11.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    @Taxman & @GUGU : Dier zwee sitt secher Staatsbeamten dei Moies freî gutt Zeit hunn vir esou Rechnungen opzestellen. Ech, als Letzebuerger deen am Ausland wunnt maachen eng aaner Rechnung: Matt deem waat ech beim Kaaf vu mengem Haus gespuert hunn kann ech e puer Honnert mol op Letzebuerg tanke fueren ouni droppzeleen. B. t. w. : Wann dei nei Regierung den Tanktourismus wierklech well oofschaafen dann sinn awer och e ganze Koup Accise-Beamten iwerflessech well da geet t'Vente vun Alkohol, Zigretten, Kaffi a.s.w. och an de Keller !!!!!! Mee elo kennt dier jo och an t'Ausland plenneren !!!!

  • Wei geet daat ? am 30.11.2018 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Komesch, ech spueren neischt wann ech tanken ?

  • Diabolo-nero am 30.11.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    et muss jo wéinstens eppes méi bëlleg hei sinn zu Luxusburg.

  • Taxman am 30.11.2018 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wittlich - Wasserbelleg sin aller retour knapp 110km. Zeitlech sin secherlech mat tanken 2 Stonnen riwer. Soen mer en Durschnettstank Benzin 50L, 50x(1.6-1.15)=22.5 Euro soll also gespuert gin. Gin mer vun engem Durschnettsverbauch vun 8l aus sin nach 13,3 Euro iwreg. Wann mir dann nach Zeit, KM-Wertverloscht/Pneun/Maintenance etc derbai rechnen, realistesch secherlech knapp 0.1 Euro den KM sin nach 2.3 Euro iwreg. Kloer lount sech extrem. Mais fir sou eng einfach Rechnung sin dei meescht... Den Risikio vun Kanisteren (18 Euro/2x20L) am Auto an den Zoll Stroofen lount sech och extrem...

  • GUGU am 30.11.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Fir all déi Leit déi op den Grenzen wunnen an hei schaffen ass dat eng lukrativ Sach. Deen awer elo extra an méi weit muss fueren fir zu Lëtzebuerg ze tanken ass dat nach lang net den Fall well all Kilometer mam Auto kascht richteg Geld. Als Basis sin 30 Cents ganz kleng gerechent awer je no Auto pro Kilometer geet dat steil no uewen. Et geet un mam Akaf vum Auto, den Ennerhalt vun der Technik, Pneuen, Kontrollen, Versécherung, Steieren, usw. an je no Entfernung ass naischt gewonnen, well déi tatsächlech Ausgaben net vum Gewënn op der Pompel gedeckt gin.