Nach tragischem Unfall

24. November 2020 07:02; Akt: 24.11.2020 07:05 Print

«Ich versuche seit einem Jahr nur zu überleben»

KAYL – Vor einem Jahr ist auf dem Luxemburger Weihnachtsmarkt ein Kind von einer Eisskulptur erschlagen worden. Die Mutter erzählt nun ihre Geschichte.

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«Der 24. November 2019 ist der traurigste Tag meines Lebens», sagt Alisa, der vor genau einem Jahr das Schlimmste widerfahren ist, was einer Mutter passieren kann. Emran, ihr zwei Jahre alter Sohn, wurde an dem Tag von einer umgestürzten Eisskulptur auf dem Luxemburger Weihnachtsmarkt erschlagen.

Ein Jahr nach der Tragödie will Alisa nun ihre Geschichte erzählen und über ihre Gefühle sprechen. «Ich habe fast gar keinen Antrieb mehr. Der Schmerz zerstört einfach mein Inneres und nimmt jeden Tag eine neue Form an», erklärt sie im Gespräch mit L'essentiel. Das Drama spielte sich direkt vor ihren Augen ab. «Mein ganzes Leben und all meine Träume sind mit Emran gestorben», sagt die Mutter.

« Ich glaube nicht, dass ich damit klarkommen würde »

Schwierig für die Familie ist auch, dass die Untersuchungen in der Sache noch nicht abgeschlossen wurden. «Mein Sohn ist durch die Fahrlässigkeit einer anderen Person gestorben», steht für Alisa fest. Ihre Gründe weiterzumachen sind ihr Ehemann und ihr erstes Kind, der heute zehn Jahre alte Amir: «Ich will, dass er eine gute Person wird. Das ist alles, was zählt.» Oft macht sich Alisa Vorwürfe und fühlt sich schuldig: «Ich frage mich ständig, warum wir an diesem Tag nicht zu Hause geblieben sind.»

Emran ist in Gornji Krstec, dem Geburtsort der Familie im Kosovo, beigesetzt worden. «Wir haben im September zehn Tage dort verbracht», sagt Alisa. Sie und ihr Mann hätten darüber nachgedacht, Luxemburg zu verlassen. Nach ihrem Umzug nach Kayl, kann die junge Frau nicht mehr nach Luxemburg-Stadt. Der Schmerz sei zu groß. «Ich glaube nicht, dass ich damit klarkommen würde», erklärt sie. Im Großherzogtum will sie aber wegen Amir bleiben. Er wurde hier geboren und hat hier alle Bezugspersonen.

Ihren Beruf im Familienunternehmen hat Alisa noch nicht wieder aufgenommen. Sie müsse sich erst wieder langsam ins Leben zurückkämpfen. «Ich träume oft von Emran. Immer wenn er mich küsst, wache ich auf», sagt sie.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saima am 24.11.2020 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    das ist sehr sehr traurig,Emran ist jetzt ein Engel.glaube er ist traurig wie seine Mama leidet, Sie müssen versuchen langsam los zu lassen, damit Emran und Sie frieden finden

  • sputnik am 24.11.2020 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Frau alisa und Ihre Familie. Sie sind nicht allein, wir fühlen mit Ihnen und Gedenken ihrem Sohn. Auch wenn Sie es nicht sehen, es gibt Menschen die Ihnen in Gedanken beistehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • sputnik am 24.11.2020 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Frau alisa und Ihre Familie. Sie sind nicht allein, wir fühlen mit Ihnen und Gedenken ihrem Sohn. Auch wenn Sie es nicht sehen, es gibt Menschen die Ihnen in Gedanken beistehen.

  • Saima am 24.11.2020 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    das ist sehr sehr traurig,Emran ist jetzt ein Engel.glaube er ist traurig wie seine Mama leidet, Sie müssen versuchen langsam los zu lassen, damit Emran und Sie frieden finden