Auto in der Mosel

26. Oktober 2021 07:57; Akt: 26.10.2021 07:59 Print

«Ich war sofort bereit in die Mosel zu springen»

OBERBILLIG/WASSERBILLIG – Am Montag war Alain Biver, Kassierer auf der Sankta Maria II, an der Rettung eines Autofahrers beteiligt, der in die Mosel gestürzt war.

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«Dieser Mann hatte großes Glück!» Am Montagabend konnte Alain Biver von seinem Haus aus noch immer die spektakulären Bilder vor seinem inneren Auge vorbeiziehen sehen. Biver arbeitet als Kassierer auf der Fähre Sankta Maria II, die die Mosel zwischen Luxemburg und Deutschland jeden Tag viele Male überquert, und war am gestrigen Montag an der Rettung eines deutschen Autofahrers beteiligt, dessen Auto von der Fähre ins Wasser gestürzt war. Es war 10.30 Uhr. «Wir können sechs Autos an Bord nehmen, sie waren alle in Position, als ich ein lautes Geräusch hörte», sagt Alain Biver gegenüber L'essentiel.

Vor seinen Augen hatte eines der sechs Fahrzeuge eine Schutzbarriere auf dem Schiff durchbrochen und war in der Mosel gelandet. «Es war ein Elektroauto, das plötzlich beschleunigte. Der Fahrer war überrascht. Im Wasser entfernte sich das Fahrzeug sehr schnell mit der Strömung etwa dreißig Meter vom Boot». Alain Biver, ein ehemaliger Berufsfeuerwehrmann der Stadt Luxemburg, reagierte zusammen mit dem Kapitän: «Ich war sofort bereit in die Mosel zu springen, ich hatte meine Jacke schon ausgezogen. Aber wir konnten uns dem Auto mit der Fähre nähern und den Mann aus dem Beifahrerfenster ziehen. Er war allein im Auto, geschockt, aber ruhig.»

« Nach fünf Minuten konnte der Autofahrer wieder an Bord gebracht werden »

An der Unglücksstelle erreicht die Mosel eine Tiefe von fast vier Metern, aber das Auto ist nicht gesunken, was die schnelle Rettung ermöglichte. «Nach fünf Minuten hatten wir den Autofahrer wieder an Bord gebracht. Dann gelang es uns, das Auto mit dem Ruder zu packen und es mit dem Boot langsam ans Ufer zu bringen», erzählt Alain Biver, der in Oberbillig lebt. Seine Frau hat die spektakulären Momente vom Ufer aus verewigt.

Der 59-Jährige ist seit zwei Jahren Kassierer auf der Sankta Maria II, «ein Hobby», mit dem er seinen Ruhestand verbringt. «Wir transportieren 600 Autos pro Tag... und wegen der Straßenbauarbeiten an der Grenze steigen die Leute immer öfter auf die Fähre um», erklärt Alain Biver. Diesen Dienstag ruht er sich aus, aber ab Mittwoch wird er wieder auf seinem Posten sein und hoffentlich einen ruhigeren Tag auf dem Wasser verbringen.

(nc/L'essentiel)

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