Lesung in Luxemburg

13. Februar 2017 11:30; Akt: 13.02.2017 13:11 Print

«Ich will den Menschen wieder Mut machen»

LUXEMBURG – Mit seiner Lebensgeschichte hat Viktor Staudt das Thema Suizid aus der Tabuzone geholt. Am Freitag hielt der Niederländer eine Lesung in Luxemburg-Stadt.

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Autor Viktor Staudt hat ein Buch mit dem Titel «Die Geschichte meines Selbstmords: und wie ich das Leben wiederfand» geschrieben, nachdem er einen Suizidversuch überlebt hatte. (Bild: DPA/Maurizio Gambarini)

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Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Telefonseelsorge SOS Détresse war am Freitag ein ganz besonderer Gast im Kulturzentrum Tramsschapp: Der Niederländer Viktor Staudt. Er präsentierte sein Buch «Die Geschichte meines Selbstmordes: und wie ich das Leben wiederfand.».

Es soll Menschen, die immer wieder von Suizid-Gedanken geplagt werden, wieder Mut machen. «Jemand, der darüber nachdenkt, sich das Leben zu nehmen, möchte das in vielen Fällen gar nicht wirklich. Er will seinen Problemen ein Ende setzten. Nur sehen viele wegen ihrer Depression leider nicht den Unterschied. Oft folgen der Depression weitere negative Gefühle », erklärt Staudt gegenüber L'essentiel.

«Kann die Einsamkeit nehmen»

Wie es Menschen geht, die den Entschluss gefasst haben, ihr Leben zu beenden, weiß keiner besser als er. Im Jahr 1999 wollte er das Selbe und warf sich vor einen Zug am Amsterdamer Bahnhof. Er litt an Depressionen. Bei dem Versuch verlor er beide Beide – aber er überlebte.

Mittlerweile geht es dem Niederländer wieder gut. Ärzte und Psychologen haben ihm auf seinem Weg zurück geholfen. Er ist seit etwa sieben Jahren unterwegs, hält Lesungen und Vorträge. «Ich bin weder Arzt noch Psychologe. Trotzdem hoffe ich, etwas dazu beitragen zu können, damit es den Menschen ein wenig besser geht. Ich kann ihnen ein wenig die Einsamkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nehmen», sagt der Autor.

Der Tod Enkes

Das Ereignis hat sein Leben komplett umgekrempelt – er weiß, dass dies der falsche Weg war: «Hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, eine Geschichte zu lesen von jemandem, der diesen letzten Schritt gemacht hat, und danach nochmal zurückgekommen ist, hätte ich mir sie angehört. Ich hätte mir nochmal die Zeit genommen, darüber nachzudenken – und ein wenig mehr Zeit kann in diesen Fällen enorm wichtig sein.»

Die Idee zu seinem Werk sei nach dem Suizid des deutschen Nationaltorhüters Robert Enke entstanden. «Ich habe das Buch nicht nur geschrieben, weil Robert an Depressionen litt und Suizid begangen hat, sondern auch wegen der Diskussion in den Medien: Ist Suizid egoistisch? Hat er an den Lokführer gedacht? Hat er an seine Familie gedacht? Das waren alles Fragen, zu denen ich etwas sagen wollte.»

Die Homepage der Telefonseelsorge SOS Détresse finden Sie hier.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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