Umfrage in Luxemburg

20. April 2020 11:15; Akt: 20.04.2020 11:36 Print

«Ich will und kann es nicht mehr ertragen»

LUXEMBURG - Die Coronavirus-Epidemie hat laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Einwohner.

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Die Ausgangsbeschränkungen haben offensichtlich Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Luxemburger. (Bild: PIXABAY/Symbolbild)

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Es ist ein besorgniserregendes Ergebnis: Jeder zehnte Luxemburger scheint sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen gegenwärtig in einem kritischen psychischen Zustand zu befinden. Dies geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts «Quest market intelligence» hervor, das eine genaue Bestandsaufnahme der Situation während der Ausgangsbeschränkungen erfassen wollte, «um Unternehmen und Verwaltungsinstitutionen zu unterstützen».

Die vom 14. bis 17. April durchgeführte Umfrage, die auf 800 repräsentativen Befragungen der Wohnbevölkerung basiert, zeigt insbesondere die Auswirkungen der Beschränkungen auf die psychische Gesundheit der Bewohner. Demnach geben neun Prozent der Menschen im Großherzogtum an, «sehr besorgt» zu sein, drei Prozent fühlen sich sogar «am Ende ihrer Kräfte». Fast die Hälfte (46 Prozent) fühlen sich «angespannt», aber in der Lage, die Situation zu bewältigen.

«Die Menschen werden wahre Werte wiederentdecken.»

Einige der Befragten hinterließen Nachrichten, um ihre Besorgnis oder Bestürzung auszudrücken: «Während dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen bin ich allein zu Hause – die ganze Zeit. Ich bin am Ende meiner Kräfte, ich will es, und ich kann es nicht mehr ertragen», sagte ein Befragter. «Meine Gesundheit ist schwach und ich mache mir Sorgen, weil ich nicht glaube, dass es den Menschen mit den Schutzmaßnahmen ernst ist. Ich befürchte, dass es ein Wiederaufflammen der Pandemie geben wird», sagte ein anderer.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Corona-Krise Auswirkungen auf den künftigen Lebensstil der Bevölkerung haben wird. Fast zwei Drittel der Befragten glauben, dass ihre Einstellung am Ende der Epidemie eine andere sein wird. 35 Prozent gehen davon aus, dass sich ihr Konsumverhalten ändern wird und 30 Prozent denken, dass die sozialen Beziehungen anders sein werden. Die Globalisierung wird verlangsamt, die Volkswirtschaften werden für 45 Prozent der Befragten stärker national oder sogar lokal ausgerichtet sein. «Die Menschen werden die wahren Werte und die einfachen Dinge des Lebens wieder entdecken» sagten 38 Prozent der Befragten.

Die Umfrage von Quest unterstreicht auch das sehr hohe Maß an Vertrauen, das die Einwohner in die Institutionen des Landes haben. Gesundheits-, Regierungs- und Polizeidienststellen sowie andere Ministerien und öffentliche Verwaltungen erhalten im Durchschnitt mehr als 85 Prozent positive oder sehr positive Rückmeldung. Die Befragten heben die Schnelligkeit (61 Prozent), das Engagement sowie den Pragmatismus (beides 43 Prozent) der öffentlichen Aktionen und Akteure hervor, wobei festzuhalten ist, dass öffentlichen Akteure deutlich besser wahrgenommen werden.

(pp/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CoronaFan am 20.04.2020 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm, also ich habe kein Problem alleine zu sein, mag Menschen nicht, also ist diese Situation für mich ein Traum...! Die meisten können nichts mehr mit sich selber anfangen, und dabei gibt es 1000 Möglichkeiten, aber was soll's, heute gilt eben das "Sehet was ich habe!", nur gibt es jetzt keinen den das Interessiert! Und das ist Deprimierend, versteht sich!

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  • Karel am 20.04.2020 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Korana Fan... Du schwetz mir aus dem Herz ... Wat manner Léit,wat manner Egoissmuss an manner domm Gebraddels!! Dei scheinsten Zeit zenter langem... Fir mech as Luxus,meng Rou ze hun !

  • Michel am 20.04.2020 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sinn virun 2 Wochen am Nomëtten an der av. Monterey op der Bushaltestell vun 3 Männer aggresséiert ginn. 2 vun hinnen waren voll an hunn mech massiv bedrängt an eppes gebrëllt op enger Sprooch di ech net verstanen hunn. Konnt nach fortlafen. Maacht och mol eppes fir eis Sëcherheet, an kontrolléiert sou Individuen léif Police, nët nuren Corona an Alkoholkontrollen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Meier am 21.04.2020 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leopoldina, wichtigste Ratgeber-Quelle der deutschen Regierung, hat in einem mir vorliegenden Dokument konkret folgende Empfehlung an die Reg. formuliert: UNTERSCHÄTZEN SIE NICHT DIE PSYCHISCHE BELASTUNG UND GEFAHR dieser Krise und richten Sie auch danach weitere Lock-Down Entscheidungen aus. Sie haben es beherzigt.

  • xgxg am 21.04.2020 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mär gefällt et gudd esou wei et elo as. Doheem ze sin. Serien ze kuken. Bicher ze liesen. Virum Komputer setzen. Vum Staat bezuelt ze gin. Keen Trafic. Keng Dausend Leit an den Geschäfter. Jiddereen passt op dem aneren aus den Feiss ze bleiwen. Waat well en eigentlech méi.

    • slun nes am 22.04.2020 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      Daat ass io flott, déi Fräiheet hudd der och dono nach gréisstendeels, et zwéngt io keen Iech firun d'Dir ze gon. Ech wëll io hoffen dass der domat nët méngt dass lo eng ganz Bevölkerung doheem versaueren soll, wëll Iech "daat gudd gefällt" an dir dann méi Platz am Cactus hudd! D'Leit laafen doheem d'Maueren rop an generell Grondfräiheeten sinn äusser Kraaft, an dir, gudd egoistesch, dénkt un sou Saachen? Kapprësel

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  • Pit am 21.04.2020 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht keen kommentar op engem essentiel artikel hannerloosen. Ged eenz, ferdeg

  • AllesGudd am 20.04.2020 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann 10% net eenz gin heescht daat jo, dass déi grouss Majoritéit vun 90% eenz gëtt.

  • Mia am 20.04.2020 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrlich, verstinn ech voll a ganz! Weess och net wat dei all fir e problem hunn. Ganzen dag doheem setzen a sou liewe retten...mei einfach geet et jo awer net