Luxemburg

06. Oktober 2021 13:00; Akt: 06.10.2021 12:31 Print

«Ich wollte für den Klimaschutz vegan leben»

LUXEMBURG – Worauf würdet ihr verzichten, um euren ökologischen Fußabdruck zu verringern? Menschen in der Hauptstadt haben uns diese Frage beantwortet.

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Viele Passanten der Hauptstadt sind bereit, Opfer zu bringen.

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Die Zeiten, in denen die Grünen ausschließlich als «Körnerfresser» belächelt wurden, sind vorbei. «Bio» ist angesagt, Radfahren und «Vakanz doheem». Denn neben dem Teil in der Bevölkerung, der den menschengemachten Klimawandel trotz erdrückender Beweislast immer noch leugnet, herrscht bei vielen Konsens darüber, dass dringender Handlungsbedarf besteht – je schneller desto besser. Das Bewusstsein dafür, seinen Lebensstil zu ändern ist also da, nur mit der Umsetzung hapert es manchmal. Zumindest, wenn man die Passanten in der Luxemburger Innenstadt fragt.

Sie scheinen jedenfalls nicht davon abgeneigt, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Auch bis 2050 die Klimaneutralität zu erreichen, ist ein Ziel, das die Befragten gut finden. Doch ungeachtet der Frage, ob dies auch schnell genug ist: Ist es auch wirklich möglich? Wie schwer fällt es uns, unseren Lebensstil tatsächlich zu verändern? Zumal die «Einschränkungen» zahlreiche Lebensbereiche betreffen.

«Wie sollen Fernreisen ohne Flugzeug funktionieren»

Ein wirklich sensibler Bereich ist sicherlich die Mobilität: «Wie soll ich ohne mein Auto auskommen?», fragt etwa Yasmine. «Ich bin auf mein Fahrzeug angewiesen, einen Hybrid kann ich mir nicht leisten». Mit dieser Meinung dürfte die 36-Jährige nicht alleine dastehen. Zumal viele mit dem eigenen Auto auch ein Stück Freiheit verbinden, auf die sie nur ungern verzichten würden. Auch wenn Paco (23) da einen Vorschlag hat: «Für das Auto habe ich einige Alternativen. Und die öffentlichen Verkehrsmittel sind kostenlos», sagt er. Sein Problem ist ein ganz anderes: «Ich kann mir nicht vorstellen, wie Fernreisen ohne Flugzeug funktionieren sollen».

Dabei geht es ja auch gar nicht unbedingt um den kompletten Verzicht. Vielmehr geht es um das Bewusstsein für das eigene Handeln und in einem ersten Schritt: einen Beitrag zu leisten – oder in anderen Bereichen bewusster zu handeln. Emma etwa versucht auf anderen Wegen ökologischer zu leben, indem sie ihren Fleischkonsum reduziert. «Ich wollte sogar vegan leben, das hat aber nur so mäßig hingehauen», gesteht 21-Jährige.

«Ich glaube nicht, dass die Bürger das Problem sind»

Die Möglichkeiten sind vielfältig, scheitern aber oft aus einem Grund, wie Amélie (22) und Rami (24) finden. Sie sind überzeugt, dass es sich hierbei um reine Gewohnheit handle. Ob bei Fragen der Mobilität, der Ernährung oder dem Konsumverhalten allgemein: «Wir können weniger Kleidung kaufen und unsere Kinder dafür sensibilisieren, diesem Beispiel zu folgen», sagen Amélie und Rami.

Andere wiederum tun etwas für die Umwelt, ohne das Gefühl zu haben, Opfer zu bringen. «Ich gestalte Objekte aus alten Gegenständen, weil ich damit meine Kreativität zum Ausdruck bringen kann», schwärmt die 22-jährige Kathy über ihr Upcycling-Hobby. Andere sind im Kampf für den Klimaschutz hartnäckiger. «Ich bin durchaus bereit, drei Tage meines Lebens zu opfern, um auf der Straße gegen umweltschädliche Unternehmen zu protestieren», sagt Mert (23). «Ich glaube nicht, dass die Bürger das Problem sind. Die Lösung liegt viel weiter oben», sagt er.

(aub/sg/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EngFroo am 06.10.2021 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Muss man mal die jungen Menschen fragen, die jeden Freitag protestieren gehen!Die leben bestimmt auch alle vegan,haben kein Handy und verreisen nie oder nur mit dem Bus und Zug! Oder?

  • Lotta Leben am 07.10.2021 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde mich bereit erklären, ins Home Office zu gehen :-)

  • Das Gesappel über Umweltschutz am 07.10.2021 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    ist reiner Hohn

Die neusten Leser-Kommentare

  • Das Gesappel über Umweltschutz am 07.10.2021 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    ist reiner Hohn

  • Fritten Tony am 07.10.2021 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Einführung der "Purge" wäre ein erster Schritt...

  • Lotta Leben am 07.10.2021 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde mich bereit erklären, ins Home Office zu gehen :-)

  • Blablabla am 07.10.2021 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    De Paco misst séng Fernreisen mol definéieren :) Aléng fir bei säi Flieger ze kommen, brauch hien entweder vill Zäit oder een Auto.

  • Valchen am 07.10.2021 01:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dobei woor Ech der Méenung, Dei Gréng giwwen Sech haaptsächlech vun Betong ernähren, sou wei Sie en Iwwerall “unplanzen”?! :—//