OLAI-Prüfungsbericht

15. Juli 2014 14:30; Akt: 15.07.2014 18:27 Print

Im Integrationsamt herrscht das Chaos

LUXEMBURG – Nicht weniger als eine Generalüberholung – das fordern die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young für das luxemburgische Integrationsamt.

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Integrationsministerin Corinne Cahen will das OLAI reformieren. Wie groß das Budget des Integrationsamts ist, wollte die Regierungspressestelle nicht sagen.

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Die Integrationsstelle OLAI («Office Luxembourgeois de l'Accueil et de l'Intégration») benötigt eine fundamentale Reform. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Berater hatten das Büro im Auftrag des Familien- und Integrationsministeriums unter die Lupe genommen und ihr Resultat am Dienstag einem Parlamentsausschuss präsentiert.

Das OLAI soll die Integration von Ausländern bewerkstelligen, gegen Diskriminierung eintreten und die Unterbringung von Asylsuchenden sicherstellen. Darüber hinaus ist das Büro für die Vergabe von Integrationsverträgen verantwortlich – in diese wurde in den vergangenen Jahren eine Million Euro investiert. Wie hoch das Budget der Behörde genau ist - das wollte die Pressestelle der Regierung auf Anfrage von L'essentiel am Mittwoch nicht sagen. Auch das OLAI selbst beantwortete die Fragen von L'essentiel nicht. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erklärte, dass sie «nicht autorisiert ist, gegenüber der Öffentlichkeit Position» zu beziehen.

Chaos auf dem Amt

Liest man den Bericht der Experten im Detail, dürfte in der Regierungsstelle das blanke Chaos herrschen. Im Gespräch mit den Angestellten fanden sie unter anderem heraus, dass für viele Stellen nicht einmal Tätigkeitsbeschreibungen vorliegen. Ein Organigramm mit den genauen Hierarchien suchten die Experten ebenfalls vergeblich. Manche Angestellte würden Tätigkeiten außerhalb ihres Verantwortungsbereiches durchführen, Prozeduren würden nicht eingehalten. Zudem würden die OLAI-Mitarbeiter zu oft «krankfeiern»: zehn Krankheitstage pro Jahr und Mitarbeiter – das sei weit über dem Europäischen Durchschnitt. Die Experten empfehlen dem OLAI, Organisation, Management und Kontrollmechanismen komplett zu überdenken. «In diesem Zusammenhang sollten die Rollen und Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter neu definiert werden», heißt es in einer Stellungnahme der luxemburgischen Regierung zu dem Bericht. Laut Ernst & Young muss das OLAI vor allem mehr in die Dokumentation seiner Aktivitäten investieren.

Familienministerin Corinne Cahen (DP) zog bereits erste Konsequenzen. Sie erklärte am Dienstag, dass das OLAI «von Kopf bis Fuß» reformiert werden müsse.

(sen/L'essentiel)

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