Art Week

10. November 2019 10:37; Akt: 11.11.2019 00:40 Print

In Luxemburg geht ein Hype um

LUXEMBURG – Schrill, irritierend, wunderschön. Die Luxembourg Art Week zeigt, was in der zeitgenössischen Kunst – und im Land – gerade passiert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zeitgenössische Kunst hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Das gilt für Werke und auch für eine Veranstaltung wie die Luxembourg Art Week. Die fünfte Ausgabe zeigt: Luxemburg wächst, es wird internationaler und es hungert nach Kultur. Bei der ersten Art Week waren 19 Galerien dabei, jetzt sind es 69.

Wachstum, das weiß die Gesellschaft inzwischen, ist nicht immer gut. Wachstum verstopft die Straßen. Wachstum macht den Wohnraum knapp. Doch während der Kirchberg – als Symbol des Luxemburger Wachstums – in die Höhe wächst, wächst die kulturelle Szene eher in die entgegengesetzte Richtung. Sie gibt dem gesellschaftlichen Leben Wurzeln, zeigt, was gerade in ihr brodelt.

Gründer Alex Reling wollte genau das: «ein Ökosystem» für Kunst schaffen. Eine Halle zeigt etablierte Künstler, die andere Newcomer. Hier ist die Standmiete niedriger und erlaubt Galeristen, Risiken einzugehen. In beiden bekommen viele Künstler aus Luxemburg die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu zeigen. Für die Pariser Galeristin Anne Barrault ist das Konzept gelungen: «Es geht bei dieser Messe nicht ums Geld, sondern um die Kunst.»

Newcomer zu zeigen, ist riskant. Doch dieses Bild von Guillaume Pinard aus der Galerie Anne Barrault wurde sofort gekauft.

Am Stand aus Kolumbien werden gesellschaftskritische Bilder gezeigt: realistische Zeichnungen «der Unsichtbaren», wie der Galerist die Menschen auf den Straßen Südamerikas nennt. Die Galerie Adrián Ibáñez will im nächsten Jahr wiederkommen, obwohl der Verkauft schleppend läuft: «In Kolumbien kaufen die Leute spontan – leidenschaftlich. Das Publikum in Luxemburg braucht mehr Zeit, um sich zu entscheiden».

Am Stand der Luxemburger Valerius Art Gallery kann man das nicht bezeugen. Bereits beim Pre-Opening wurden alle Bilder des Dänen Martin Paaskesen verkauft – noch bevor die Art Week überhaupt regulär eröffnet hatte.

Er wird geradezu gehyped. Genauso wie der Luxemburger Eric Mangen. Als der Tour-Guide an seinen Bildern vorbeikommt, sagt er: «Diesen Namen sollten Sie sich merken.» Sie sind die Jungen Wilden. Ihre Kunst ist: großformatig, bunt, verspielt. Ihre Bilder sind im wahrsten Sinne des Wortes zeitgenössisch. Sie verkaufen sich so schnell, dass die Werke, die hier hängen, noch ganz frisch sind. Und so sind sie tatsächlich ein Spiegel, eine Momentaufnahme der Gesellschaft, die genau das nachfragt: Ausdruck, Farbe, Bewegung, Verspieltheit. Alles, was der Finanzsektor nicht hat.

(Marlene Brey/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anastasia am 11.11.2019 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Waat ass op deene Biller vum Martin Paksenaart op der Ietsen Sait ze gesin? Soll Daat den Ennerleif vun engem Fra sen? Wa jo, waat fir eng Phantasie stin do derhannert? Fir mech ass daat keng Konscht, mä mauvais goût.

    einklappen einklappen
  • sputnik am 14.11.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute hängt man ne Rolle Klopapier auf die Wand und behauptet es wär Kunst? Nieder mit dem Verstand - Es lebe der blödsinn! Kunst kommt vom können nicht vom Wollen „.

Die neusten Leser-Kommentare

  • sputnik am 14.11.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heute hängt man ne Rolle Klopapier auf die Wand und behauptet es wär Kunst? Nieder mit dem Verstand - Es lebe der blödsinn! Kunst kommt vom können nicht vom Wollen „.

  • Anastasia am 11.11.2019 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Waat ass op deene Biller vum Martin Paksenaart op der Ietsen Sait ze gesin? Soll Daat den Ennerleif vun engem Fra sen? Wa jo, waat fir eng Phantasie stin do derhannert? Fir mech ass daat keng Konscht, mä mauvais goût.

    • O.J. am 11.11.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Anastasia : Do huet wuel eent an der Bio net opgepasst... :)

    einklappen einklappen