Wohnen in der Grossregion

01. Juni 2021 08:51; Akt: 02.06.2021 10:12 Print

«In Luxemburg lebt man nicht mehr, man überlebt»

LUXEMBURG – Durch die hohen Wohnungskosten und Immobilienpreise im Großherzogtum ziehen immer mehr Luxemburger in die Nachbarländer.

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Immer mehr Luxemburger zieht es wegen der hohen Immobilienpreise in die Nachbarländer. (Bild: Editpress)

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Sara* hat schon immer in Luxemburg gelebt. Aber da sie seit vergangenem Jahr von ihrem Mann getrennt lebt, ist sie nun gezwungen dem Großherzogtum den Rücken zu kehren. Ihr Haus in Esch/Alzette ist verkauft worden und sie hat gerade ein Haus in der Nähe der Grenze im französischen Thil gekauft. «Ich habe drei Kinder. Eine Wohnung mit drei Kinderzimmern in Esch kann ich mir nicht leisten. Das sind mindestens 1800 Euro. Mit den Nebenkosten ist das mein gesamtes Gehalt», sagt die 45-Jährige.

Für 200.000 Euro bekommt die Portugiesin in Frankreich ein Haus mit genügend Zimmern für ihre ganze Familie. «In Esch würde es 900.000 Euro oder eine Million kosten. Ich wollte nicht weg, aber in Luxemburg lebt man nicht mehr, man überlebt. Wir zahlen die Rechnungen und können uns nichts leisten», sagt sie und will nicht, dass ihre Kinder in Zukunft für sie zahlen müssen. «Ich habe eine Freundin, die ihr Haus in Rümelingen verkauft hat, um ein Objekt in Frankreich zu kaufen. Viele Luxemburger gehen nach Belgien, Frankreich oder Deutschland.»

Luxemburger suchen bis zu 30 Kilometer hinter der Grenze

Saras Immobilienmakler Fatih Amri kann das Phänomen bestätigen. Zusätzlich zu seinem Büro in Esch eröffnete er Ende 2019 ein weiteres im französischen Tiercelet. 70 Prozent seiner Kunden kommen aus Luxemburg. Oft «für Häuser mit Garten».

Auch Nicolas Leclere mit einem Büro in Audun-le-Roman bestätigt den Trend, der seit einem Jahr regelrecht explodiert sei. Der Großteil der Kunden suche Häuser, die etwa fünf Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt sind. Einige wären aber auch bereit bis zu 30 Kilometer in Kauf zu nehmen. Viele der Kunden sind keine gebürtigen Luxemburger. Die Budgets variieren, manche können sich Luxemburg nicht mehr leisten, andere wollen ein größeres Haus. Und die Preise steigen. «Häuser in einer Bergbausiedlung in Bouligny (Maas) sind in einem Jahr von 40.000 Euro auf 80.000 Euro gestiegen». In der Nähe der Grenze haben die Einheimischen oft Mühe, eine Unterkunft zu finden.

*Name von der Redaktion geändert.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der lästige Luxusbürger am 01.06.2021 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    wie wird man seine Bürger los? ... Luxusburg machts vor ...

    einklappen einklappen
  • Nico am 01.06.2021 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf diesem Weg macht Luxemburg bewusst Platz für die Einwanderer die hier die Posten in den oberen Chefetagen arbeiten. Die Normalverdiener bringen dem Staadt nicht genug Einnahmen.

  • Onméiglech am 01.06.2021 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ech hun eng Frendin dat geif knapps 300000 geleint kreien....du fenns mol net en Appartement, geschweige denn am Norden. Du fenns alleng keng Wunneng mei. Dat as en Hohn.

Die neusten Leser-Kommentare

  • viele Kühe machen Mühe am 04.06.2021 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    so langsam wird auch das Überleben mühsam, denn die Kuh macht Muh und ...

  • Jos Peters am 02.06.2021 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Lëtzebuerg schaaft sech of, mee bon, selwer schold wann d'Leit DP wielen.

  • Pit am 02.06.2021 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dom wei brout @maxi. Ech verdengen net schlecht, sinn minimalistesch mee leider single. Wat mengt dir wat dbank mir leine giff? 320k€...wat soll ech domadden kafen, eng garage. Schwetz bet vun zreckschrauwen. Mei kann ech net an kann mir nemmen eng brochbud hei am land leeschten

  • Bayrische Mist Wagen ziehen um am 01.06.2021 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die BMW-Garage nahe dem L.T.B. zieht nach Gasperich neben den Aldi um wo die neue BMW-Garage im Sommer 2021 öffnet. Man hofft dass die Garage mit 26000 M2 dem Ansturm der zahlreichen zahlungskräftigen BMW-Käufer die hier wohnen standhält. Gut möglich dass die aktuelle Garage in ein high standing Wohngebäude umgewandelt wird wo die Zahlungskräftigen die Stadt aus Ihren Wohnungen mit Panorama-Ausblick hochnäsig herabblicken können und amüsiert über die Mittelklasse grinsen können die freudig alle Steuern zahlt. Die rue de Scillas in Howald wird Monaco-Wohngebiet für die Creme de la Creme.

    • Rebell am 02.06.2021 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      da heist es nur Revolution muss her!

    einklappen einklappen
  • Den Pens am 01.06.2021 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @esouaset Ärt Argument ass lächerlech, dei Leit déi en „decken“ Auto fuehren! Waat huet daat mat de Praisser vun Immobilien ze din? Wann een eppes schreiwt, soll een sech virdrun vielleicht iwerleen, op et e Senn erget …