Nur Irland produziert mehr

22. November 2017 11:04; Akt: 22.11.2017 17:06 Print

In Luxemburg wird zu viel Plastikmüll produziert

LUXEMBURG – Nach einer Erhebung des Statistikamtes Eurostat produzieren die Luxemburger wesentlich mehr Plastikmüll als der EU-Durchschnitt.

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Die Grafik zeigt den jährlich anfallenden Hausmüll in Kilogramm pro Person und die Verwertung der Abfälle in 26 EU-Ländern im Jahr 2015. (Bild: Eurostat)

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In Luxemburg besteht ein großer Nachholbedarf bei der Vermeidung von Plastikmüll. Jeder Luxemburger produziert im Schnitt 52 Kilogramm an Plastikverpackungsabfällen pro Jahr. Nur Irland hat mit 62 Kilo einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch. Klassenprimus ist hier Kroatien, das lediglich zwölf Kilo pro Kopf vorzuweisen hat. Das geht aus einer neuen Erhebung des Statistikinstituts Eurostat für das Jahr 2015 hervor.

Auch in Sachen Hausmüll sieht es nicht viel besser aus. Hier rangiert das Großherzogtum auf Platz vier, direkt hinter Deutschland, Zypern und Dänemark – und damit weit über dem EU-Durchschnitt. Der liegt bei 472 Kilo pro Kopf. Luxemburg überschreitet diesen Wert um knapp ein Viertel, wie aus der Grafik oben abzulesen ist. Durch die hohe Anzahl an Grenzgängern in Luxemburg sind statistische Angaben, bei denen ein Pro-Kopf-Wert berechnet wurde jedoch häufig getrübt.

Mehr Müll in Luxemburg als in den Nachbarländern

Besonders bedenklich ist, dass Luxemburg im Vergleich mit den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien die größte Zunahme bei der Produktion von Hausmüll seit 1995 zu verzeichnen hat. In diesem Vergleichszeitraum blieb die Müllmenge in Deutschland unverändert, in Belgien nahm sie sogar um ganze acht Prozent ab. Lediglich Frankreich und Luxemburg haben einen Anstieg um fünf beziehungsweise sechs Prozent zu verzeichnen.

Doch nicht nur die Produktion von Müll ist ein Problem, sondern auch der Umgang mit den anfallenden Abfällen. Das Recycling ist zwar auf dem Vormarsch, doch immer noch wird ein Großteil entweder verbrannt oder auf der Müllkippe gelagert. Europas Schlusslichter sind hier eindeutig Zypern und Dänemark. Während die Zyprioten fast 80 Prozent ihrer Abfälle auf der Müllkippe lagern, verbrennen die Dänen knapp die Hälfte ihres Mülls.

«In Europa wird noch immer viel zu wenig dafür getan, dass der Müll recycelt werden kann», sagte Adriana Neligan, Umweltökonomin am Institut der deutschen Wirtschaft, im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Die EU will deshalb am 6. Dezember eine «Strategie für Kunststoffabfälle in der Umwelt» beschließen. Darin soll etwa eine Regelung zur europaweiten Mülltrennung enthalten sein.

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Motto: den Schaden bezahlen die Anderen am 23.11.2017 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht eine Strategie GEGEN die Produktion o. den Import von Kunststoffabfällen?Der Artikel hört sich an wie ein repetitivhalbherziger Aufschrei, der in der ICloud versinkt,so wie die Strategie,die nicht darauf abziehlt, weniger Kunststoff zu produzieren,sondern,dass dieser irgendwie in der Umwelt versteckt wird,damit wir den Abfall nicht mehr sehen, sondern nur noch Abfallberge,die schön sauber mit einer Grasdecke verziehrt werden um dann zum Schafweidenaturschutzgebiet erklärt zu werden o. nur noch die verbrannten Feinstaubschlaken einatmen, die sich unsichtbar aus den Strassen lösen!

  • Mum Pitz am 22.11.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Anstelle einer Strategie für Kunststoffabfälle zu beschliessen, sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden und ein Verbot für überflüssige Kunststoffprodukte erlassen werden

  • blindgläubige Konsumenten oder ... am 23.11.2017 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    u. keiner weiss, was drinsteckt! ... um dem farben- und vielfältigformenprächtigen ins Auge springenden Plastikmüll ein schönes Dekor zu bieten,damit die Käufer in den milliardenteuren riesigen steuersubventionierten Einkaufshallen davon angezogen sind u. sich gedankenlos blindgutgläubig ihren Caddy füllen mit Plastikzeugs,das nach dem Einkauf die Mülltonnen verstopft,die dann über Nacht vom lieben Mülldienst wieder automatisch geleert werden,... arbeiten wir u. integrieren den Plastikmüll in unsern Alltag u. unsern Körper,wo er sich als Teil von uns in Form von diversen Krebsformen äussert...

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  • blindgläubige Konsumenten oder ... am 23.11.2017 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    u. keiner weiss, was drinsteckt! ... um dem farben- und vielfältigformenprächtigen ins Auge springenden Plastikmüll ein schönes Dekor zu bieten,damit die Käufer in den milliardenteuren riesigen steuersubventionierten Einkaufshallen davon angezogen sind u. sich gedankenlos blindgutgläubig ihren Caddy füllen mit Plastikzeugs,das nach dem Einkauf die Mülltonnen verstopft,die dann über Nacht vom lieben Mülldienst wieder automatisch geleert werden,... arbeiten wir u. integrieren den Plastikmüll in unsern Alltag u. unsern Körper,wo er sich als Teil von uns in Form von diversen Krebsformen äussert...

  • Motto: den Schaden bezahlen die Anderen am 23.11.2017 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht eine Strategie GEGEN die Produktion o. den Import von Kunststoffabfällen?Der Artikel hört sich an wie ein repetitivhalbherziger Aufschrei, der in der ICloud versinkt,so wie die Strategie,die nicht darauf abziehlt, weniger Kunststoff zu produzieren,sondern,dass dieser irgendwie in der Umwelt versteckt wird,damit wir den Abfall nicht mehr sehen, sondern nur noch Abfallberge,die schön sauber mit einer Grasdecke verziehrt werden um dann zum Schafweidenaturschutzgebiet erklärt zu werden o. nur noch die verbrannten Feinstaubschlaken einatmen, die sich unsichtbar aus den Strassen lösen!

  • Mum Pitz am 22.11.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Anstelle einer Strategie für Kunststoffabfälle zu beschliessen, sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden und ein Verbot für überflüssige Kunststoffprodukte erlassen werden