Entsandte Arbeitnehmer

31. Mai 2018 13:09; Akt: 31.05.2018 13:26 Print

ITM kämpft gegen Lohndumping in Luxemburg

LUXEMBURG – Die Gewerbeinspektion ITM hat ihren Jahresbericht vorgelegt. Die wachsende Zahl an entsandten Mitarbeitern im Großherzogtum stellt die Behörde vor Herausforderungen.

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Marco Boly und Nicolas Schmit präsentierten die Jahresbilanz der ITM. (Bild: Editpress/Didier Sylvestre)

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In Luxemburg arbeiten immer mehr Menschen, die aus dem Ausland entsandt wurden. Insgesamt 119.893 waren es im Vorjahr, 47 Prozent mehr als noch 2016 und 73 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Das geht aus dem Jahresbericht der Gewerbeinspektion ITM hervor.

Bei entsandten Arbeitnehmern handelt es sich um Beschäftigte, die von ihrem Unternehmen zeitlich befristet in einen anderen EU-Staat entsendet werden. «Die Entsendung ist nicht per se schlecht, aber diese Unternehmen müssen sämtliche Arbeitsrechts- und Sozialschutzbestimmungen, vor allem in Sachen Bezahlung, beachten», erklärte Arbeitsminister Nicolas Schmit. «Wir müssen vermeiden, dass es zu Sozialdumping kommt. Es gibt immer noch Unternehmen, die Entsendungen nicht deklarieren.»

384 Arbeitsunfälle im Vorjahr

Laut Schmit ist Luxemburg besonders betroffen, «weil es der Baubranche gut geht, das lockt natürlich viele europäische Firmen an». Auch die Industrie und das Transportwesen greifen häufig auf entsandte Arbeitnehmer zurück. Die meisten dieser Beschäftigten arbeiten im Auftrag belgischer und deutscher Firmen. «Die Situation ist jedoch komplex. Ein Unternehmen, das jemanden entsendet, besteht manchmal selber aus entsandten Arbeitnehmern, die aus einem anderen Land kommen», erklärt der Minister.

Die ITM habe die Problematik auf dem Radar. Im Vorjahr wurden Geldstrafen in Höhe von 1,5 Millionen Euro gegen schwarze Schafe verhängt, wie der Direktor der Behörde, Marco Boly, ausführte. Die Gewerbeinspektion brauche jedoch mehr Personal, um mehr Kontrollen durchzuführen. Derzeit verfügt die ITM über 48 Inspektoren. «Die Arbeit ist nicht einfach und benötigt entsprechende Kompetenzen.»

Im Vorjahr nahm die ITM Ermittlungen wegen 384 Arbeitsunfällen auf. Das ist etwas mehr (1,8 Prozent) als noch 2016. Die Zahl bewegt sich jedoch seit zehn Jahren auf stabilem Niveau, obwohl die Anzahl der Beschäftigten in Luxemburg in diesem Zeitraum enorm gestiegen ist. «Es passieren immer noch zu viele Arbeitsunfälle», sagt Marco Boly. «Es ist uns noch nicht gelungen, das Phänomen einzudämmen.»

(jg/L'essentiel)

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