Aus der Grossregion

10. Mai 2019 12:31; Akt: 10.05.2019 12:44 Print

Jäger nehmen Luxemburg in die Pflicht

MONTABAUR/LUXEMBURG – Rheinland-pfälzische Jäger sehen bei ihrem Jahrestreffen angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest Nachbesserungsbedarf im Großherzogtum.

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Rheinland-pfälzische Jäger wollen Luxemburg bei der Bekämpfung der Schweinepest stärker heranziehen. (Bild: DPA/Fredrik von Erichsen)

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Angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) blickt der rheinland-pfälzische Landesjagdverband mit Sorge nach Luxemburg. «Im Gegensatz zu unseren Nachbarn im Westen sehe ich uns schon besser gerüstet», sagte Verbandspräsident Dieter Mahr am Freitag beim Landesjägertag in Montabaur. Im September 2018 war das tödliche Virus in Belgien nahe der luxemburgischen Grenze bei Wildschweinen festgestellt worden.

«Angesichts dieser Tatsache empfinde ich es fast als Hohn, dass das luxemburgische Umweltministerium massiv alle Maßnahmen verhindert, die eine erfolgreiche Reduktion der Schwarzwildbestände in unserem Nachbarland ermöglichen würden», sagte Mahr. Im Großherzogtum gebe es beispielsweise keine Aufhebung der Schonzeit für Frischlinge, auch die Nutzung von Nachtsichtgeräten sei untersagt.

Tiere werden intensiv gejagt

Laut der Jägerschaft ist die Gefahr einer Ausbreitung des Virus bei einem hohen Wildschwein-Bestand größer. Daher sind die Weidmänner dazu übergegangen, die Tiere intensiv zu jagen. Zur Vorsorge gebe es neben der Jagd kaum eine Alternative, sagte auch Gabriele Neumann, Vorstandsmitglied der Naturschutzinitiative Rheinland-Pfalz. Allerdings müssten die Jäger Acht geben, sorgfältig zu jagen und etwa auf den Lebensrhythmus der Leitbachen Rücksicht nehmen, die das Reproduktionsverhalten einer Rotte steuerten, sagte Neumann.

Bislang ist in Deutschland noch kein Fall bekannt, in dem ein Haus- oder Wildschwein an der tödlichen Seuche gestorben ist. Die Jäger forderten bei ihrem Treffen dennoch Landwirte, Kommunen und Verbände auf, zusammen mit den Jägern mehr zu tun, um der ASP vorzubeugen.

50 Euro pro totes Wildschwein

Mit einer Fallwild-Prämie stützt Rheinland-Pfalz die Arbeit der Weidmänner. Seit Februar vergangenen Jahres bekommen Jäger 50 Euro, wenn sie von toten Wildschweinen, die nicht geschossen oder bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, Proben nehmen und diese auf ASP untersuchen lassen. Bis April dieses Jahres wurden 1650 Euro an Jäger ausgezahlt, wie das deutsche Umweltministerium am Freitag mitteilte. Das entspricht 33 Fallwild-Prämien. 2018 wurden insgesamt 6100 Euro ausgeschüttet – wobei nicht alle Jäger die Prämie auch beantragen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knouter am 11.05.2019 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Villeicht sollte die deutsche Jägerschaft ihre belgischen Kollegen fragen wie sie die afrikanische Schweinepest importiert haben und diese in die Pflicht nehmen

  • JMJ am 10.05.2019 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Deutschland ist was das Jagen angeht sowieso alles erlaubet, ja sogar das Jagen mit Fallen.

  • honga am 12.05.2019 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruss von der Weide und Waidmannsheil

Die neusten Leser-Kommentare

  • honga am 12.05.2019 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruss von der Weide und Waidmannsheil

  • Knouter am 11.05.2019 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Villeicht sollte die deutsche Jägerschaft ihre belgischen Kollegen fragen wie sie die afrikanische Schweinepest importiert haben und diese in die Pflicht nehmen

  • JMJ am 10.05.2019 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Deutschland ist was das Jagen angeht sowieso alles erlaubet, ja sogar das Jagen mit Fallen.