Leben in Luxemburg

03. September 2020 11:17; Akt: 03.09.2020 12:19 Print

Jedes fünfte Kind in Luxemburg lebt in Armut

LUXEMBURG – Nach Angaben von Unicef sind Kinder im Großherzogtum nicht so glücklich wie man zunächst annehmen könnte.

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Im Jahr 2018 lebten nach Unicef-Angaben fast ein Viertel der Kinder in Luxemburg in Armut. (Bild: DR)

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Die glücklichsten Kinder leben in den Niederlanden, Dänemark und Norwegen. Dies geht aus einer Unicef-Untersuchung hervor, die Daten aus 41 OECD-Ländern zusammenfasst. Demnach belegt Frankreich Platz sieben, vor Belgien (Rang acht), Luxemburg (13.) und Deutschland (14.). Obwohl sich das Großherzogtum in einem recht wohlhabenden wirtschaftlichen Kontext entwickelt, lebten im Jahr 2018 fast ein Viertel der Kinder in Armut (22,7 Prozent) und liegt somit über dem Durchschnitt der untersuchten Länder (20 Prozent).

Die Stärke des Großherzogtums ist nach Unicef-Angaben die körperliche Gesundheit der Kinder: Die Sterblichkeitsrate bei den Fünf- bis 14-Jährigen ist im Großherzogtum die niedrigste (0.036 Prozent) und auch der anteil übergewichtiger Kinder ist in Luxemburg (26 Prozent) geringer als in den Vereinigten Staaten (42 Prozent) oder in Frankreich (30 Prozent). Aber: Dennoch ist jedes dritte Kind in Luxemburg zwischen elf und 15 Jahren zu dick (33 Prozent) oder zu dünn (17 Prozent).

Hohe Selbstmordrate in Luxemburg

Zudem habe Unicef herausgefunden, dass das psychische Wohlbefinden der jungen Luxemburger im Vergleich zu anderen Ländern eher gering ist. Demnach sind nur drei von vier der 15-Jährigen im Großherzogtum (76 Prozent) mit ihrem Leben sehr zufrieden – weniger als etwa Jugendliche in Frankreich 80 Prozent oder den Niederlanden (90 Prozent). Erschreckend ist demnach auch die Selbstmordrate unter den 15- bis 19-Jährigen in Luxemburg. Sie ist mit sechs pro 100.000 Einwohner deutlich höher als in Frankreich (3,4) oder den Niederlanden (4,8).

Unicef hat bei den Jugendlichen in Luxemburg aber ein weiteres Manko ausgemacht: Demnach hätten 44 Prozent der 15-Jährigen im Großherzogtum keine grundlegenden Lese- und Mathematikkenntnisse, weit mehr als Jugendliche in Estland (21 Prozent), Deutschland (27 Prozent), Belgien (31 Prozent) und Frankreich (37 Prozent). Hingegen sind die luxemburgischen Jugendlichen in Bezug auf ihre sozialen Fähigkeiten durchschnittlich: 75 Prozent der Teenager fällt es demnach leicht, Freundschaften zu schließen – im Vergleich zu 81 Prozent der Jugendlichen in Frankreich, 79 Prozent in Belgien und 72 Prozent in Deutschland.

(mc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JP jr am 04.09.2020 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unzufrieden wenn es nicht das neuste iPhone gibt? Oder die neusten Sneakers?

  • Marco am 03.09.2020 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Demanch ist Unzufriedenheit ein Virus das eine recht hohe Letalität aufweist

  • Heggy am 04.09.2020 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das wundert mich nicht. Luxemburg ist zwar ein sehr reiches Land, laut Bruttosozialprodukt und Durchschnittseinkommen, aber die Kluft zwischen arm und reich ist sehr groß. Zu groß! Länder in denen die Menschen und auch Kinder besonders glücklich sind, wie Finnland, Schweden oder Dänemark, legen mehr wert auf starke soziale Gemeinschaften, soziale Mieten, kostenlose Schulbücher und kostenlose Kitas usw. Sie sorgen dafür dass es allen gut geht, ohne viel komplizierte Anträge. Mit dem kostenlosen Nahverkehr für alle Bürger, hat Luxemburg aber schon einen Schritt in diese Richtung getan.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hei sinn ech wuel, hei bleiwen ech am 06.09.2020 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schonns komesch, Letzebuerg ass fir jidderén deier, allerdengs ginn et emmer nach Léit deí mengen, heihin ze kommen well hinnen dann d´Drauwen an den Schouss fallen geifen. Mer mussen schonns en gudd Sozialnetz hei hunn well se soss weiderzéien géifen fir dann an engem aneren Land hieren Reichtum ze machen.

  • Heggy am 04.09.2020 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das wundert mich nicht. Luxemburg ist zwar ein sehr reiches Land, laut Bruttosozialprodukt und Durchschnittseinkommen, aber die Kluft zwischen arm und reich ist sehr groß. Zu groß! Länder in denen die Menschen und auch Kinder besonders glücklich sind, wie Finnland, Schweden oder Dänemark, legen mehr wert auf starke soziale Gemeinschaften, soziale Mieten, kostenlose Schulbücher und kostenlose Kitas usw. Sie sorgen dafür dass es allen gut geht, ohne viel komplizierte Anträge. Mit dem kostenlosen Nahverkehr für alle Bürger, hat Luxemburg aber schon einen Schritt in diese Richtung getan.

    • meckeren ob heigem Niveau am 06.09.2020 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Ma dann kuckt mol no wat des Famillen alleguer gehollef kréien an d´Schoulen mat den Bicher sinn och gratis. Esou schlecht kann et den Aarmen net goen, well se soss an en anert Land migréieren géifen wou se méi Chancen hunn. An dann all Blödsinn mussen kaafen an am Enn vum Mount ass dann den Loyer ze déier.

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  • fabsch am 04.09.2020 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oder onzefridden well Lycéen méi Kaseren als Institutiounen fiir Förderung vun Wëssen an Diskurs glaïchen...oder onzefridden well d' Elteren beruflëch halfer kéng Zäit méi hun, well sie d' Liefenskeschten erdréckt...oder well déi perséinlëch Entwecklung vun Jugendlëcher nët vill Raum gewidmet gët, wann d'Elteren eben mol nët gudd finanziell situéiert sin (ët sin halt kéng multinational Konzerner déi dem Fiskus onmëttelbar Gewënner anbréngen)... Sie bréngen sëch iwwerduerchnëttlech oft ëm, well sie nët den neisten Iphone oder Sneakers kréien, Äer bemierkung ass eiskaal an onugebruecht !!

  • JP jr am 04.09.2020 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unzufrieden wenn es nicht das neuste iPhone gibt? Oder die neusten Sneakers?

  • Roro am 04.09.2020 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Une analyse bien triste de la jeunesse de Luxembourg, une où on devrait avoir honte. Mais à qui s’adresser si on veut aider? Il n’y a pas d’institution de prévue! Quand on manque d’argent la malbouffe est préprogrammée et les Hamburgers ne font pas forcément maigrir. 44% des jeunes qui n’ont pas les bases en math et en langues! Depuis des années que le test de Pise nous montre que notre enseignement n’est pas à la hauteur. L’excuse standard est le pourcentage élevé de non Luxembourgeois dans le pays ( je rigole) et on ne change rien. La main d’oeuvre qualifiée Se trouve à l’étranger...