Kindergeldreform

15. Januar 2014 15:23; Akt: 15.01.2014 16:34 Print

«Jedes Kind ist uns gleich viel wert»

LUXEMBURG - Mit der geplanten Kindergeldreform löst die Regierung heftige Diskussionen aus. Familienministerin Cahen antwortet auf die Fragen unserer Leser.

storybild

Die neue Regierung plant einen Pauschalbetrag pro Kind einzuführen und die Staffelung abzuschaffen. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Leidenschaftliche Reaktionen hat die Ankündigung einer Reform der Familienzulagen in Luxemburg ausgelöst: Auch wenn die Reform bisher nur angedacht und noch nicht ausgearbeitet ist, kommentierten hunderte Leser von «L'essentiel Online» die Pläne der Regierung.

Familienministerin Corinne Cahen (DP) hat auf die Befürchtungen der Leser reagiert:

«Die Kindergeldreform wird auf Kosten kinderreicher Familien durchgeführt.»

Corinne Cahen (DP), Familienministerin: «Das stimmt so nicht. Wir werden die vorhandenen Zulagen nicht verändern, denn wir wissen, dass viele Empfänger sich darauf verlassen. Viele Familien rechnen zum Beispiel das Kindergeld mit ein, wenn sie einen Kredit aufnehmen. Wenn diese Familien sich nun nicht mehr darauf verlassen können, dass sie die Zulagen weiter beziehen, dann können sie ihre Kredite nicht mehr zurückbezahlen und es droht ihnen Armut. Deshalb gehen wir in unseren ersten Überlegungen davon aus, dass wir zwei parallele Systeme schaffen.»(Anm. d. Red.: Kinder, die ab einem bestimmten Stichtag geboren werden, würden dann unter das neue System fallen. Das Alte würde ab diesem Stichpunkt noch 18 Jahre lang weiterlaufen.)

«Das aktuelle System der Familienbeihilfen sollte die Geburtenrate bei den Luxemburgern erhöhen. In der Realität profitieren aber vor allem Ausländer davon.» Cahen: «Es stimmt, dass die Hälfte der Familienleistungen ins Ausland fließt. (Etwa 500 Millionen Euro von einem Gesamtbudget von etwa einer Milliarde Euro pro Jahr, Anm. d. Redaktion) Es stimmt, dass das aktuelle System Anreize schaffen sollte, um die Geburtenzahl zu erhöhen. Dies ist nicht mehr der Fall. Daher soll jedes Kind gleich viel wert sein – ab einem bestimmten Datum. » «Die Reform wird Auswirkungen auf die Geburtenrate haben und aus Luxemburg ein Land für alte Leute machen.»

Cahen: «Heißt das, dass die Leute nur Kinder bekommen, weil sie scharf auf Kindergeld sind? Das ist ja schrecklich! Im Übrigen sind die Familienbeihilfen in Luxemburg deutlich höher als im ganzen Rest von Europa.»

«Die Regierung hat es auf die Armen abgesehen. Nicht nur die Mehrwertsteuer soll steigen, auch die Familienbeihilfen sollen sinken.»

Cahen: «Wer spricht denn überhaupt davon, dass das Kindergeld sinkt? Ich habe bisher nur von einer Reform und von einer Vereinfachung gesprochen. Wir wollen niemanden fallen lassen. Das sind haltlose Vorwürfe! Es wird immer Menschen geben, die gegen alles sind und mit denen es keine konstruktiven Lösungen geben kann, um das Land zu modernisieren. Genau diese Modernisierung brauchen wir aber, wenn unser Land kohärent, dynamisch und modern funktionieren soll.»

(jmh/L'essentiel Online)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.