Premier Xavier Bettel

17. Oktober 2020 20:15; Akt: 17.10.2020 20:35 Print

«Jetzt ist der Moment, sich zusammenzureißen»

LUXEMBURG – Trotz der stetig zunehmenden Infektionszahlen hat sich Luxembrgs Regierung am Samstag gegen schärfere Maßnahmen entschieden. Doch der Premier warnt.

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Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) und Premierminister Xavier Bettel verkündeten am Samstagabend das weitere Vorgehen Luxemburgs in der Corona-Pandemie. (Bild: Editpress)

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Nicht nur in Luxemburg, sondern auch in den Nachbarländern und in ganz Europa steigen derzeit die Corona-Infektionen wieder rapide an. Das stellte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Samstag zu Beginn der Pressekonferenz im Anschluss an die außerordentliche Sitzung des Regierungsrates klar.

Allerdings seien die positiven Tests nur ein Kriterium für die Entscheidungsfindung der Regierung. Ein anderes sei die Lage in den Krankenhäusern. Und weil diese laut Bettel nach wie vor stabil sei, habe die Regierung vorerst keine neue Maßnahmen beschlossen. Luxemburg müsse die Regeln derzeit nicht verschärfen, weil die Maßnahmen hierzulande im Vergleich zum Ausland bereits in den vergangenen Tagen relativ restriktiv gewesen seien.

« Wir haben es selbst in der Hand »

Es folgte ein Apell des Premierministers an die Bürger: Es sei unabdingbar, die sozialen Kontakte so gering wie möglich zu halten. Jeder müsse die Barrieregesten einhalten, um insbesondere Risikopatienten zu schützen – auch bei privaten Treffen. Arbeitnehmer sollen so weit wie möglich aus dem Homeoffice arbeiten.

Solidarität sei nun mehr denn je der Schlüssel. «Keiner darf denken, dass ihn das Virus nicht betrifft», sagte Bettel. Sinkende Zahlen seien in den kommenden Tagen nicht zu erwarten, weil sie das Ergebnis des Verhaltens der vergangenen Tagen seien. Würden die Regeln nun wieder überall besser umgesetzt, seien die ersten niedrigen Zahlen in den kommenden Wochen zu sehen. «Jeder, der sich an die regeln hält, ist Teil der Lösung. Jeder, der das nicht tut, ist ein Teil des Problems», sagte der Staatschef. Jetzt sei der Moment gekommen, sich zusammenzureißen. «Wir haben es selbst in der Hand», so Bettel weiter.

« Wir haben die Lage im Griff »

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LASP) bestätigte im Anschluss die gute Lage in den Krankenhäusern. Allerdings würden die Dienste deshalb nicht zurückgefahren. Gut sei, dass der Altersdurchschnitt der positiv Getesteten weiterhin niedrig ist. Ältere Personen seien also relativ gut geschützt. Aber auch Lenert erklärte, dass unnötige Kontakte vermieden werden müssten. Luxemburg habe «die Lage im Griff», weil das Land viel dafür investiert habe.

Die Gesundheitsministerin forderte die Bürger einmal mehr auf, Buch über die Kontakte zu führen. So könne bei der Rückverfolgung viel Zeit gespart werden.

« Es gibt noch einen Funken Hoffnung »

Auch wenn es vorerst keine neuen Restriktionen gibt, kündigte Lenert an, dass einige Gesetzestexte angepasst werden sollen. Beispielsweise sollen die Regeln, die derzeit in den Kneipen und Restaurants gelten, auf alle Bereiche ausgeweitet werden, in denen Lebensmittel verkauft werden.

Weil die Testzentren derzeit geradezu überrollt werden, können sich Personen, die einen Test von einem Arzt verordnet bekommen haben, fortan auch in einem Zentrum bei der Nationalbibliothek auf dem Kirchberg testen lassen. Dieses sei ab Montag täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Zudem werde die Armee ab sofort das Contact-Tracing unterstützen.

Laut Lenert habe sich der Regierungsrat gegen neue Maßnahmen entschieden, weil es «noch einen Funken Hoffnung» gebe. Sollte sich die Lage verschlechtern, würden rasch Einschränkungen folgen – insbesondere, wenn sich die Lage in den Krankenhäusern verschlimmert.

Die Pressekonferenz können Sie in unserem Liveticker nachlesen.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jang am 18.10.2020 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Als wolle er jemand(?!) an die Gurgel.... :)

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  • marc am 17.10.2020 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war die dümmste und unnützige Pressekonferenz bis jetzt! Was für ein Quatsch! Das bringt nur unsere Regierung fertig. Viel unnützes Geschwafele um nachher zu flehen bitte bitte passt doch endlich auf...hahaha...

  • Steph am 18.10.2020 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Pressekonferenz um nichts neues zu sagen, nur was wir schon lange wissen! Einzigartig in ganz Europa! Lachhaftes Theaterstück! Was für eine Blamage für Luxemburg!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rückverfolgungsbuchführung am 19.10.2020 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    sie hun ons de Virus aus Wuhan matbruëcht an elo kréie mir d'Schold, dat en sech ausbreet ...

  • kaa am 18.10.2020 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ svendorca war daat vläicht op der VdL ligne 5 oder 6 ?

    • svendorca am 19.10.2020 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      kaa,..10-11

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  • Ech am 18.10.2020 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Total versoot, ausser dat en Leit geinteneen obhetzt !

    • @Ech am 19.10.2020 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      waat hätt en da solle maan? Huet dach lo gudd reagéiert oder?

    • Ech am 19.10.2020 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ma en hätt besser gehaat doheem ze bkeiwen an sengem Partner dat doten ze verzielen!

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  • phil am 18.10.2020 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisst euch endlich zusammen! Merde alors!

  • WhaleWhisperer am 18.10.2020 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffen wir dass diese klare Ansage jetzt bei der Bevölkerung angekommen ist.

    • LeiderLeider am 19.10.2020 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      Wir haben es schon verstanden... Nur kommt es nicht bei unsern Nachbarn, die wilde private Partys in unseren Wälder feiern, so richtig an...

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