Arbeitsmarkt

03. April 2020 06:56; Akt: 03.04.2020 07:01 Print

Jobswitch.lu läuft in der Corona-​​Krise langsam an

LUXEMBURG – Die neue Plattform soll während der Pandemie helfen, Ausfälle von Mitarbeitern clever und unkompliziert aufzufangen.

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Der Supermarktsektor braucht in dieser Zeit vor allem bei Krankheitsfällen viel Verstärkung. (Bild: Tania Feller)

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Eineinhalb Wochen nach der Einführung der Plattform JobSwitch.lu werden derzeit rund 110 Stellen gesucht. Sie betreffen vor allem den Vertriebssektor, der auch in Krisen-Zeiten weiterhin Kunden im ganzen Land beliefert. Aber auch zahlreiche andere Branchen können von der Plattform profitieren.

«Die Anfragen aus den Supermärkten kommen beispielsweise in Wellen: Wenn eine Person krank ist, wird das ganze Team unter Quarantäne gestellt. Das macht ein Dutzend Leute, die alle auf einmal gesucht werden», sagt Laurent Lucius, Projektkoordinator. Das von der Regierung eingerichtete Portal sollte ursprünglich das Ausleihen von Arbeitskräften zwischen Unternehmen ermöglichen, damit Kurzarbeiter unkompliziert zu Firmen mit gesteigerter Nachfrage versetzt werden können.

Nur wenige Verträge abgeschlossen

In der Zwischenzeit wurde das System nun auch für Arbeitssuchende, Selbstständige und Studenten geöffnet, um den Bedarf in Zeiten der Corona-Krise möglichst einfach zu decken. Für Studenten wird beispielsweise ein befristeter Vertrag abgeschlossen. Im Falle eines Ausleihens wird ein Vertrag zwischen dem Arbeitnehmer, dem eigentlichen Arbeitgeber und dem Zeitarbeitgeber unterzeichnet.

Bislang wurden nur wenige Verträge abgeschlossen, aber dies dürfte sich bald ändern: Von 427 Personen, die sich auf der Website beworben habe, wurden 212 als geeignet an einen Arbeitgeber übermittelt, der die Einstellungsentscheidung trifft. Der Arbeitgeber muss mindestens 100 Prozent des früheren Gehalts zahlen, «was den Arbeitnehmer nicht daran hindert, einen höheren Betrag auszuhandeln». Der zunehmende Bedarf sollte in den nächsten Wochen für einen Anstieg sorgen. «Neben dem Vertriebssektor sind auch die Bereiche Lebensmittel und Logistik gefragt. Auch in der Landwirtschaft und im Mai bei den Winzern wird Hilfe benötigt werden», betont Laurent Lucius.

(mv/L'essentiel)