In Luxemburg

16. September 2019 16:26; Akt: 16.09.2019 18:00 Print

Johnson schwänzt die Pressekonferenz

LUXEMBURG – Das Treffen der Premierminister Johnson und Bettel wurde von Protesten begleitet. Der Luxemburger machte seine Erwartungen an die Briten deutlich.

storybild

Xavier Bettel musste nach dem Treffen mit Boris Johnson alleine vor die Presse treten. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Als Boris Johnson am Montagnachmittag zur Unterredung mit Xavier Bettel in dessen Amtssitz eintraf, waren einige hundert Anti-Brexit-Demonstranten bereits da. Ihre Begrüßung für den Staatsgast aus London fiel weniger herzlich aus, als die des Premierministers Xavier Bettel. Sie riefen «nicht unser Chef» und hielten Transparente mit Anti-Brexit-Parolen hoch.

Die Pressekonferenz war eigentlich für 15.15 Uhr angekündigt worden. Mit 45 Minuten Verspätung kamen die beiden Regierungschefs dann zum Pressetermin. Johnson lief allerdings am Rednerpult vorbei und so stellte sich Xavier Bettel alleine den Fragen der Journalisten. Zu Beginn seines Statements ging Bettel dann auch kurz auf die Demonstranten ein, in dem er das demokratische Recht auf Demonstrationsfreiheit unterstrich. Er dankte Johnson für den Austausch und machte deutlich, dass Luxemburg der Schutz des Good-Friday Abkommen und der Binnenmarkt «besonders wichtig» seien.

Brexit ist ein ernstes Thema

Das Treffen habe «keine neuen Anhaltspunkte» darüber geliefert, wie sich Johnson einen Deal vorstelle, so Bettel zu den Journalisten. Besonders bemängelte Bettel, dass Johnson keine schriftlichen Vorschläge geliefert habe, wie nach der Ansicht seiner Regierung der Brexit anders ablaufen könnte. Eine Verlängerung könne es nur geben, wenn es dafür auch einen Grund in Form einer neuen Verhandlungsgrundlage gebe.

Luxemburgs Regierungschef verlangte Klarheit von der Regierung in London. Dies sei wichtig für die EU-Bürger, die in Großbritannien leben und derzeit keine Planungssicherheit hätten. Den Brexit halte Bettel für «zu ernst für Hulk-Vergleiche».

Bettel wünscht sich einen Deal

Bettel machte deutlich, dass er sich einen Deal wünsche, da ein Austritt ohne Deal eine «Loose-Loose-Situation» für alle Beteiligten sei. Er unterstrich allerdings, dass für die Verhandlungen mit den Briten nur Michel Barnier ein Mandat habe und er deswegen nur die Rolle eines Zuhörers im Gespräch mit Johnson gehabt habe. Die Frage nach einem erneuten Referendum zum Brexit habe Johnson ihm gegenüber verneint.

Der Premierminister machte außerdem klar, dass die britische Regierung dem Abkommen in seiner jetzigen Form zugestimmte hätte. Er sehe es als ein innenpolitisches Problem, dass die Regierung von Theresa May keine Mehrheit im Parlament dafür bekommen habe.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tilmann Müller am 17.09.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist die Dame rechts des Premierministers? Wirklich eine Augenweide.

  • dusninja am 16.09.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte der Boris seinen roten mit Brexiteers vollpacken und herankarren müssen. Warum sind die Expats hier meistens Pro-Eu??

    einklappen einklappen
  • Kurt Dieter am 18.09.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Genau das habe ich auch gedacht, Tilmann Müller! Wirklich eine sehr schöne Erscheinung, aber leider wenig bekannt. Eine Name ist im Web irgendwie nicht zu finden. Weiß jemand wer das ist? Sieht so aus als wäre es die Assistentin von Xavier Bettel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Dieter am 18.09.2019 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Genau das habe ich auch gedacht, Tilmann Müller! Wirklich eine sehr schöne Erscheinung, aber leider wenig bekannt. Eine Name ist im Web irgendwie nicht zu finden. Weiß jemand wer das ist? Sieht so aus als wäre es die Assistentin von Xavier Bettel.

  • Tilmann Müller am 17.09.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist die Dame rechts des Premierministers? Wirklich eine Augenweide.

  • Bojo am 17.09.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Feigling. Sogar May hätte das durchgezogen.

  • Tale am 17.09.2019 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wat soll hien sech och mat engem B-Promi ofginn ...

  • let me alone! am 17.09.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    I'm dead ... I'm dead ... I'm dead ... parlement is dead ... is dead ... is dead ... for EU! ... vive Brexit!

    • @let me alone! am 17.09.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Kann man Ihnen irgendwie helfen oder...?

    einklappen einklappen