In Luxemburg

30. Januar 2019 15:08; Akt: 30.01.2019 17:04 Print

Kam «Ekelfleisch» aus Polen nach Luxemburg?

LUXEMBURG – Ein Schlachtbetrieb aus Polen hat europaweit Fleisch von kranken Tieren verkauft. «L'essentiel» hat nachgefragt, ob dieses Fleisch nach Luxemburg gelangt sein könnte.

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(Video: Youtube/euronews)

Undercover-Reporter des Investigativ-Magazins «Superwizjer» haben schockierende Aufnahmen in einem polnischen Schlachthaus gemacht. Die Bilder, die der Sender TVN24 ausstrahlte, zeigen kranke Rinder, die heimlich geschlachtet und für den Verkauf vorbereitet worden sein sollen.

«Superwizjer» berichtet, dass Arbeiter Rinder zerlegen, Tumore und Druckstellen vom Fleisch entfernen und es dann mit gesundem mischen und verpacken. Der zuständige Veterinärmediziner unterzeichne lediglich die nötigen Papiere, damit das Fleisch weiterverkauft werden könne, erzählt der Informant.

Polen hat sich nicht an die «Spielregeln» gehalten

Fleisch, das in Polen erzeugt wird, wird zu 80 Prozent exportiert – nach ganz Europa. Ob dieses Fleisch auch nach Luxemburg gelangt ist, sei schwierig zu sagen, heißt es von der luxemburgischen Veterinärverwaltung. Denn eigentliche bestehe in der EU kein Import mehr in dem Sinne, sondern mehr ein «Austausch» von Waren. Das Grundprinzip der EU sei, dass sich alle an dieselben Spielregeln halten müssen, hierdurch sollen die Waren auch ohne weitere Kontrolle zirkulieren können.

Dementsprechend dramatisch sei ein Fall wie der aus Polen. Der Fehler liege hier bei den polnischen Autoritäten, die die «Spielregeln» nicht eingehalten haben, heißt es von der Veterinärverwaltung, man müsse nun sehen, was die Konsequenzen daraus sein werden.

Nach bisherigem Kenntnisstand sei es jedoch unwahrscheinlich, dass polnisches Fleisch ins Großherzogtum gelangt sei. Der größte Teil des luxemburgischen Fleischs komme aus den direkten Nachbarländern, auch wenn die luxemburgische Produktion eigentlich groß genug sei, um die Bedürfnisse des recht kleinen Marktes zu decken. Bei Bedarf werde dennoch Fleisch hinzugekauft, speziell wenn es um sogenannte «Edelstücke» ginge.

Eine akute Gefahr für den Verbraucher durch den Verzehr des Fleisches sei unwahrscheinlich. Dennoch sei nicht ganz auszuschließen, dass das Fleisch Krankheitserreger übertragen könne. Krankheitserreger, die den Verbraucher direkt gefährden, wie Tuberkulose und die sogenannte Brucellose, seien jedoch fast ausgerottet, so die Veterinärverwaltung. Allerdings ist das Fleisch laut dem Bericht von «Superwizjer» stark mit Medikamenten belastet.

(L'essentiel/sb/bee/jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salami am 30.01.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat : "Der größte Teil des luxemburgischen Fleischs komme aus den direkten Nachbarländern, auch wenn die luxemburgische Produktion eigentlich groß genug sei, um die Bedürfnisse des recht kleinen Marktes zu decken. " Wie bitte ???

    einklappen einklappen
  • sputnik am 30.01.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Könnte sein dass eventuell eckelfleisch aus Polen hierzulande auftaucht aber eines was hier zu hundert Prozent nicht auftaucht ist ein Mercedes aus Polen.

  • Léon am 30.01.2019 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Faut faire de la politique pour mentir autant.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fudder fir Kriebs an Krankheeten am 31.01.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mat der Liberaliséierung vum Maart an den oppenen Grenzen sin d'Kontrollen ofgeschaaf gin a jiddereen kann machen wéih e Loscht huet an fir Frick ze machen ass jo dat bëllegst gut genuch, also Gentechfudder, wat Déieren an och d'Mënschen krank mëcht an elo rem massiv aus den USA importéirt gëtt (sie soën ons fir Biodiesel, mä a Wirklëchkeet gëtt guër net kontrolléiert, ob et am Bauch vun de Schwein oder de Mënschen land! ... a wann souwisou exportéiert gëtt kann e villes an den Iesswuërenverpackungen verstoppen, genee sou wéih mat Fotoshop ... all Spuëren sollen verwëscht gin!

  • Superwitzer am 31.01.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    da es durch die offenen Grenzen kaum noch Kontrollen gibt, kann nach Lust und Laune drauflos geflunkert werden, so dass der Konsument nicht mehr wissen soll, was er isst, genauso, wie die Schweine, die fressen sollen, was sie vorgesetzt bekommen, egal ob Bio, Gentech, Gammelfleisch, mit o ohne Pestizide, Medikamente ... wir sollen alles fressen ohne zu meckern nach dem Motto 'Vogel friss u stirb', nachdem du der Pharmaindustrie den Rest von deinem Ersparten (das du für deine Kinder/Enkel gespart hattest) gegeben hast wegen der Krebserkrankung, weil dein Immunsystem kollabiert ...

  • Pia am 31.01.2019 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    losst déieren liewen esou wei sie et all verdéngt hunn genauesou ewei mär menschen och merci dat daat elo ee fir alle mol e weineg hänke bleiwt ..

  • onkontrolléierten Liberalismus am 31.01.2019 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    kee soll wëssen woudurch en krank gëtt an dowéinst ass néicht méih kontrolléiert an jiddereen mëcht nach just wéih e Loscht huet fir Frick ranzekréien. d'Gesondheet vun de Leit spillt keng Roll méih, well mir sollen all liquidéiert gin ouni dat en Hunn no ons kréit ... de Staat kuckt nach just dono, dat en genuch Steieren rakritt fir ze verjubelen, d'Kanner setzen hiert ganzt Liëwen bei den Elteren doheem an d'Suën fir sozialt Wunnen verfléiën onkontrolléiert am Wand an mir importéieren och ouni TTIP massiv Gentechsoja, wou dann och net kontrolléiert gëtt wou den verfiddert gëtt ...

  • sputnik am 30.01.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Könnte sein dass eventuell eckelfleisch aus Polen hierzulande auftaucht aber eines was hier zu hundert Prozent nicht auftaucht ist ein Mercedes aus Polen.