EuGH-Urteil

11. September 2018 11:34; Akt: 11.09.2018 11:37 Print

Katholischer Chefarzt wohl zu Unrecht gefeuert

LUXEMBURG – Der Chefarzt eines katholischen Krankenhauses heiratet ein zweites Mal – und wird deshalb gekündigt. Am Dienstag entschied der Europäische Gerichtshof über den Fall.

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Die Richter am EuGH gaben dem Chefarzt Recht. (Bild: DPA/Geert Vanden Wijngaert)

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Darf der Chefarzt eines katholischen Krankenhauses entlassen werden, weil er nach einer Scheidung wieder geheiratet hat? Mit dieser Frage befasste sich nun der Europäische Gerichtshof. Die Luxemburger Richter betonten bei ihrer Urteilsverkündung am Dienstag, dass das Verbot jeder Art von Diskriminierung aufgrund der Religion in der Europäischen Union zwingenden Charakter habe (Rechtssache C-68/17). Damit könnte die Entlassung eventuell zu Unrecht erfolgt sein – weil die katholische Kirche ausgerechnet einen katholischen Angestellten diskriminierte.

Der Chefarzt hatte nach einer Scheidung erneut standesamtlich geheiratet. Weil die erste Ehe nicht kirchlich annulliert wurde, ist die zweite nach Kirchenrecht ungültig. Die Klinik sah darin einen Verstoß gegen seine Loyalitätspflichten und kündigte ihm. Das Lebenszeugnis leitender Mitarbeiter müsse der katholischen Glaubens- und Sittenlehre entsprechen.

Gericht in Erfurt muss Urteil berücksichtigen

«Die Anforderung an einen katholischen Chefarzt, den heiligen und unauflöslichen Charakter der Ehe nach dem Verständnis der katholischen Kirche zu beachten, erscheint nicht als wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung», heißt es in einem Communiqué über das Urteil des EuGH.

Ähnliche Stellen seien zudem an Beschäftigte vergeben worden, die nicht katholischer Konfession und damit nicht derselben Anforderungen unterworfen seien. Im konkreten Fall muss nun das Bundesarbeitsgericht in Erfurt auf der Grundlage des EuGH-Urteils entscheiden. Der Rechtsstreit darüber läuft seit 2009. Es betrifft im Grundgesetz verbürgte Sonderrechte der Kirchen in Deutschland.

Das Grundgesetz garantiert den Kirchen in Deutschland ein Selbstbestimmungsrecht, das auch Auswirkungen auf ihre Rolle als Arbeitgeber hat. Dies betrifft über eine Millionen Menschen, darunter hauptberuflich Angestellte bei den öffentlich-rechtlich organisierten Religionsgemeinschaften, aber auch bei ihnen zugeordneten Einrichtungen wie der Diakonie oder der Caritas.

(L'essentiel/dpa/jt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manni am 11.09.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann en die Kathoulesch Sekte net an denn Mettelalter beamen, well genau dohin gehéiert die Band.

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  • Léonie Z. am 12.09.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die spinnen, die Katholis. (und alle anderen Sekten auch)

  • Lux am 11.09.2018 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waat fier eng domm konversation @ Manni @Mann o mann @den hellege geescht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léonie Z. am 12.09.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die spinnen, die Katholis. (und alle anderen Sekten auch)

  • Lux am 11.09.2018 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waat fier eng domm konversation @ Manni @Mann o mann @den hellege geescht

  • Manni am 11.09.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann en die Kathoulesch Sekte net an denn Mettelalter beamen, well genau dohin gehéiert die Band.

    • den onhelleschen gescht am 11.09.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      letzebuerg ass een katholescht Land, mir hun een kreiz op der kroun vun eisem wappen, wann et dir also net gefällt hei därfste gären plënneren ;)

    • Manni am 11.09.2018 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Also der Artikel bezieht sich auf einen Deutschen Arzt und hat mit Luxembourg nichts zu tun. Was mich anbelangt, hab ich schon seit Jahren meinen Wohnsitz in Deutschland und wissen sie auch warum? Genau, wegen Leuten wie ihnen die den ganzen Tag nur dummes Zeug von sich geben.

    • Mann o mann am 11.09.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      @ den onhelleschen gescht. Kinn een dann net Kroun och matt an den Mettelalter beamen?

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