In Luxemburg

15. Juni 2020 16:26; Akt: 15.06.2020 20:07 Print

«Kolonialpionier» wird in Käerjeng eingesperrt

KÄERJENG – Die Künstler des Luxemburger Kollektivs «Richtung 22» haben wieder zugeschlagen. Dieses Mal ging es einem Denkmal für Nicolas Cito an den Kragen.

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Im Zuge der aktuellen Rassismus-Debatte ist in zahlreichen Ländern ein Streit über Statuen und Denkmäler der Herrscher aus der Kolonialzeit entbrannt. Der globalen Schockwelle der «Black Lives Matter»-Bewegung sind auch schon einige fragwürdige Denkmäler aus der Zeit zum Opfer gefallen. In der südenglischen Stadt Bristol haben Demonstranten die Statue des umstrittenen britischen Sklavenhändlers Colston vom Sockel gestürzt und ins Hafenbecken geworfen. In Belgien haben es die Aktivisten auf die Denkmäler des einstigen Königs Leopold II. abgesehen. Er errichtete die belgische Kongo-Kolonie, bei der die Hälfte der Einwohner des Kongo – etwa zehn Millionen Menschen – ums Leben kamen.

Ein weiteres umstrittenes Denkmal, nämlich das von Nicolas Cito, steht in Käerjeng. Cito wurde 1866 in Käerjeng geboren. Der spätere Ingenieur und Kolonialpionier war ab dem Jahr 1889 im Kongo für den Bau der Eisenbahnstrecke zwischen den Städten Matadi und Léopoldville verantwortlich. Bei den Arbeiten haben tausende Zwangsarbeiter ihr Leben verloren.

« Luxemburg darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen »

Die Künstler sperrten sein Konterfei, das auf dem Denkmal in Käerjeng zu sehen ist nun kurzerhand hinter Gitter. Darunter haben sie eine Tafel eine angebracht. «In Gedenken an 5500 koloniale Zwangsarbeiter, die beim Bau einer Zugstrecke im Kongo ums Leben gekommen sind. Für eine luxemburgische Erinnerungskultur, in der schwarze Leben zählen», ist darauf zu lesen. Das Wasser im Brunnen darunter haben sie blutrot eingefärbt.

«Richtung 22» erklärt in einem Facebook-Post, dass sich auch das Großherzogtum nicht seiner Verantwortung entziehen dürfe. Nicht nur der belgische König Leopold II., sondern auch eine Reihe Luxemburger seien in Schlüsselpositionen die Unrecht, Ausbeutung und Verbrechen vorantrieben. Beispiele dafür seien Nicolas Grang, François Wenner und Gérard Cravatte, die allesamt an der Ausbeutung des Kongo beteiligt waren.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steff am 16.06.2020 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei esou eppes maachen sin Asozialer.

  • jimbo am 15.06.2020 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei, dei haut liewen, hun absolut guer a glat näischt mei mat deem ze dinn, wat freier irjendeen gemach huet!!!

  • wéini ass schluss am 16.06.2020 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wa mer géint déi Kolonialbesatzer sinn wëll se jo d'Leit versklavt a nach schlëmmeres matt hinne gemach hunn, da muse mir och esou konsequent sinn an all d'Nofolgeakten dovun ofschafen. Da muss driwwer nogeduecht ginn op ee Kongoless nach ëmemr ee Sonderstatus huet fir dierfen an d'Belsch eran oder op een se dann erëm all iwwert d'EU-Baussegrenz muss ofsetzen. D'Amerikaner mussen hier Transcontinental Eisebunn ewech rappen déi mamm Blut vun Honnertdausenden Asiate gebaut gouf an all Afroamerikaner erëm ausweisen, sie goufe jo dohi forcéiert, asw......

Die neusten Leser-Kommentare

  • wéini ass schluss am 16.06.2020 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wa mer géint déi Kolonialbesatzer sinn wëll se jo d'Leit versklavt a nach schlëmmeres matt hinne gemach hunn, da muse mir och esou konsequent sinn an all d'Nofolgeakten dovun ofschafen. Da muss driwwer nogeduecht ginn op ee Kongoless nach ëmemr ee Sonderstatus huet fir dierfen an d'Belsch eran oder op een se dann erëm all iwwert d'EU-Baussegrenz muss ofsetzen. D'Amerikaner mussen hier Transcontinental Eisebunn ewech rappen déi mamm Blut vun Honnertdausenden Asiate gebaut gouf an all Afroamerikaner erëm ausweisen, sie goufe jo dohi forcéiert, asw......

  • Steff am 16.06.2020 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei esou eppes maachen sin Asozialer.

  • soss naischt ausser Fric am 16.06.2020 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Et géet nemmen em den Fric déen se elo of wellen vun L!etzebuerg kréien.

  • Menni am 16.06.2020 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird die Geschichte korrigiert !

    • ThePast am 16.06.2020 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Menni, ..hääää? Solche Aktionen machen das ganze wieder wett, oder wie? Nix ist korrigiert, tut mir leid...!

    einklappen einklappen
  • Popo am 16.06.2020 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    egalwaat